Serag Monier, in Ägypten Seraj Munir bzw. Siraj Munirbeides Transkriptionsversionen aus dem Arabischen, dort: سراج منير (* 15. Juli 1904Serag Monier in den Akten der Reichskulturkammer in Kairo; † 1. März 1957Sterbedatum lt. Shoofeetv.com ebenda) war ein ägyptischer Schauspieler mit intensiver Tätigkeit beim deutschen Film in den letzten zwei Jahren vor Beginn des Zweiten Weltkriegs.
Leben Monier reiste in jungen Jahren nach Europa in der Absicht, Medizin zu studieren. Nebenbei erlernte er mehrere Sprachen. In einer Jahre später in Deutschland veröffentlichten SelbstbeschreibungKünstler-Almanach 1938, S. A 52 gab er an, neben Arabisch auch Deutsch, Englisch und Französisch zu sprechen.
Zunächst arbeitete Monier als Lehrer, ehe er sich entschied, zur Schauspielerei zu wechseln. Monier wurde bald eine bekannte Größe am Kairoer Staatstheater,Selbstbeschreibung in Künstler-Almanach 1938, S. A 52. K. Weniger: Zwischen Bühne und Baracke, S. 16 trat aber anfänglich nur selten vor die Kamera. Für den in seinem Heimatland spielenden Filmstoff Streit um den Knaben Jo, in dem er den Ägypterprinz Halim Pascha verkörperte, kam er 1937 nach Berlin, wo er bis Anfang 1939 bleiben sollte und am Kurfürstendamm 203 wohnte. Das NS-Kino hielt, trotz zahlreicher zu dieser Zeit geltenden, staatlichen Restriktionen gegenüber ausländischen und vor allem „nicht arischen“ Künstlern, für den Mimen mit dem eher dunklen Teint eine Fülle von kleinen Rollen – durchgehend als glutäugiger Ausländer und „Exot“ – bereit. Zeitgleich durchlief Monier am Theater eine Ausbildung zum Regisseur.die Deutschen Bühnenjahrbücher 1938 und 1939 verzeichnen ihn im Register als „Spielleiter-Anwärter“
Unmittelbar vor Kriegsbeginn 1939 nach Kairo heimgekehrt, wurde der nunmehr über reichlich Kameraerfahrung verfügende Monier in der ägyptischen Filmbranche regelmäßig eingesetzt und drehte seit 1941 Film auf Film: Allein in seinen letzten 16 Lebensjahren konnte man ihn in rund vier Dutzend Produktionen sehen. Er erhielt überwiegend Haupt- oder tragende Nebenrollen, bevorzugt in Dramen und Historienstoffen. Mehrfach war Faten Hamama, Ägyptens populärste Filmschauspielerin jener Jahre, seine Partnerin.
Serag Monier war von 1942 bis zu seinem überraschenden Tod Anfang 1957 mit der Schauspielerin Mimi Shakeeb verheiratet.
Filmografie (Auswahl) 1930: Zeinab 1934: Ibn el shaab 1937: Streit um den Knaben Jo 1937: Mit versiegelter Order 1937: Das indische Grabmal 1938: Fortsetzung folgt 1938: Rote Orchideen 1938: Pour le Mérite 1938: Napoleon ist an allem schuld 1939: Aufruhr in Damaskus 1941: Sidi Omar 1943: Al-sharaf ghali 1945: Rhaba 1946: El naeb el am 1947: Assir el zalam 1947: Abu Zeid el Hilali 1948: Laital shababu 1948: El wajeb 1948: El bostagi 1949: Kursi el iteraf 1950: Bayumi effendi 1951: Zuhour el islam 1951: Amina 1952: Ward el gharam 1953: Lahn al knouloud 1954: Wafaa 1954: König der Wüste (Fortune carrée) 1955: Laila min omri 1955: El gassad 1956: Shabab emraa 1957: Port Said 1957: Banat el yom
Literatur Künstler-Almanach für Bühne und Film 1938. Neunte Ausgabe. Wilhelm Ritter Verlag, Berlin 1938, S. A 52. Johann Caspar Glenzdorf: Glenzdorfs internationales Film-Lexikon. Biographisches Handbuch für das gesamte Filmwesen. Band 2: Hed–Peis. Prominent-Filmverlag, Bad Münder 1961, , S. 1154 (nur Filmografie). Kay Weniger: Zwischen Bühne und Baracke. Lexikon der verfolgten Theater-, Film- und Musikkünstler 1933 bis 1945. Mit einem Geleitwort von Paul Spiegel. Metropol, Berlin 2008, ISBN 978-3-938690-10-9, S. 16 (kurze Erwähnung).
Weblinks
Munir in shoofeetv.com
Einzelnachweise
Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Ägypter Kategorie:Geboren 1904 Kategorie:Gestorben 1957 Kategorie:Mann