James Magnussen (* 11. April 1991 in Port Macquarie, New South Wales) ist ein australischer Schwimmer. 2010 trat er international erstmals als Mitglied der australischen 4-mal-100-Meter-Freistilstaffel in Erscheinung. Ein Jahr später gewann er als erster Australier den Weltmeistertitel über 100 Meter Freistil.
Biografie Ausbildung und erste Erfolge James Magnussen wurde in Port Macquarie geboren, wo er auch aufwuchs und die Schule, u. a. das St Joseph’s Regional CollegeJones, Matt: DON’T get crook. In: Port Macquarie News, 27. Februar 2012, S. 38., besuchte.Halloran, Jessica: In his wildest dreams. In: Sunday Telegraph, 29. Mai 2011, S. 81. Er hat einen Bruder. Die Familie seines Vaters, der von Beruf Buchhalter ist, stammte ursprünglich aus Norwegen, wo noch heute entfernte Verwandte leben.Paxios, Stathi: The man who would be king. In: The Age, 23. Juli 2011, S. 21. Seine Mutter, eine Englisch- und Geschichtslehrerin, war aktive Basketballspielerin. In seiner Jugend tat sich Magnussen neben dem Schwimmen wie sein Vater als Rugby-League-Spieler hervor, ehe er sich nach einer Niederlage mit seinem Team vollständig dem Schwimmsport zuwandte: „[…] weil ich [beim Schwimmen] die komplette Kontrolle über alles habe was geschieht und ich von niemand anderem abhängig bin. Wenn ich auf den Block steige, ist da nur eine Person von Bedeutung und die bin ich. Ich lebe gut und erfolgreich durch das Gefühl der Verantwortung und Kontrolle über die Situation“, so Magnussen im Jahr 2011. Laut dem früheren australischen Nationaltrainer Alan Thompson sei Magnussen schon in jungen Jahren für den Schwimmsport entdeckt worden, gehörte aber nicht zu den besten seiner Altersgruppe. Daher durchlief er das System langsam und verblieb in seiner Heimatstadt. Als 16-Jähriger nahm der zweimalige JugendmeisterRyan Lochtes Weltrekord: Schneller als Phelps bei sueddeutsche.de, 29. Juli 2011 (abgerufen am 30. Juli 2011). an den australischen Ausscheidungskämpfen für die Olympischen Spiele 2008 in Peking teil, konnte sich aber nicht für die Nationalmannschaft qualifizieren.Huegill, Geoff: New swim sprint star has eyes on the gold. In: The Advertiser, 16. Juli 2011, S. 104. Daraufhin nahm sich Magnussen 2009 eine einjährige Auszeit vom Schwimmsport, um seinen High-School-Abschluss zu machen und reiste nach Norwegen, um seine Familienwurzeln näher kennenzulernen.
Das folgende Jahre stellte den Durchbruch Magnussens auf nationaler Ebene dar. Der Schwimmer übersiedelte allein von seiner Heimatstadt Port Macquarie nach Sydney, wo er in dem früheren Wettkampfschwimmer Brant Best einen neuen Trainer fand und an der Macquarie University Wirtschaft zu studieren begann. Im März 2010 belegte Magnussen nach nur dreimonatigem Training bei den australischen Ausscheidungskämpfen für die Commonwealth Games 2010 in Sydney mit 49,43 Sekunden Platz drei über die 100-Meter-Freistilstrecke, hinter Sieger Eamon Sullivan (48,52 s) und Tommaso D’Orsogna (49,35 s).AFP: Swimming: Australian Commonwealth Games trials results. 19. März 2010, 10:41 AM GMT (abgerufen via LexisNexis Wirtschaft). Obwohl der 18-Jährige vom australischen Cheftrainer Leigh Nugent in seinen Tauchphasen und Wenden kritisiert wurde,AAP Newsfeed: Swim: Rising stars from Commonwealth Games trials. 21. März 2010, 3:17 PM AEST (abgerufen via LexisNexis Wirtschaft). wurde er erstmals in das australische Schwimmnationalteam berufen.Balym, Todd: Sullivan on track for Phelps clash. In: The Courier-Mail, 20. März 2010, S. 105. Wenige Wochen später gewann Magnussen bei den Australian Age Championships in Sydney die 100 m Freistil der 17- und 18-Jährigen in 49,44 Sekunden.AAP Newsfeed: Swim: Sixth gold medal for Seebohm. 10. April 2010, 8:46 PM AEST (abgerufen via LexisNexis Wirtschaft). Magnussen wurde über das Jahr Mitglied der nationalen Sprint-Trainingsgruppe um Eamon Sullivan, Geoff Huegill und Andrew Lauterstein, die von Grant Stoelwinder trainiert wurde. Auch suchte er mit Brant Best regelmäßig das Australian Institute of Sport auf, um seinen Start und seine Wenden zu verbessern.
Bei den folgenden Panpazifischen Meisterschaften im August im US-amerikanischen Irvine war Magnussen gemeinsam mit Sullivan, Kyle Richardson und Cameron Prosser Mitglied der australischen 4 × 100-m-Freistilstaffel, die in 3:14,30 min hinter den USA um Michael Phelps und Ryan Lochte (3:11,74 min) die Silbermedaille gewann. Bei den Titelkämpfen gelang es dem Australier mit 48,94 s erstmals die 49-Sekunden-Marke zu unterbieten. Welche Professionalität vonnöten war, um in die Weltspitze aufzuschließen, wurde dem Australier nach eigenen Angaben erst dort bewusst, als er auf Menschen traf, denen Magnussens Bedingungen mit Huegill, Sullivan und Lauterstein trainieren zu können, Ehrfurcht einflößte.Nicole Jeffery: Country boy can be like Thorpe. In: The Australian, 27. September 2010, S. 37. Einen Monat später zählte Magnussen mit seiner Teilnahme an den Commonwealth Games im indischen Delhi zur neuen Generation australischer Schwimmer um Thomas Fraser-Holmes, Emily Seebohm, Yolane Kukla und Katie Goldman. Der international noch wenig erfahrene „Country boy“ wurde als Schlussschwimmer der 4 × 100-m-Freistilstaffel benannt und bereits im Vorfeld als großes Talent und möglicher Erbe von Eamon Sullivan und Ian Thorpe gehandelt.Jeffery, Nicole: Moment of truth for swimmers in Delhi. In: Weekend Australian, 28. August 2010, S. 44. Die australische Staffel um Magnussen, Sullivan, Kyle Richardson und Tommaso D’Orsogna wurde den hohen Erwartungen gerecht und gewann im neuen Meisterschaftsrekord von 3:13,92 min die Goldmedaille vor den Teams aus England und Südafrika.AAP Newsfeed: SWIM: Australia win 4x100m freestyle gold. 4. Oktober 2010, 11:42 PM AEST, New Delhi. Bei den Kurzbahnweltmeisterschaften im Dezember in Dubai gelang es Magnussen gemeinsam mit Richardson, D’Orsogna und Matthew Abood den australischen Rekord um zwei Sekunden zu unterbieten. Die Formation belegte aber im Finale der 100-Meter-Freistilstaffel bei einem Sieg Frankreichs in 3:06,18 min nur den fünften Platz.
Siege bei den Schwimmweltmeisterschaften 2011 2011 wurde aus sportlicher Sicht zu Magnussens bis dahin erfolgreichstem Jahr. Der 19-Jährige verlor einige Kilogramm an Gewicht und begann die 200-Meter-Freistilstrecke in Angriff zu nehmen. Auch fand er in dem 16-jährigen australischen Sprinter Te Haumi Maxwell einen neuen Trainingskollegen.Jeffery, Nicole: Sullivan has teenager nipping at his heels. In: The Australian, 31. Januar 2011, S. 36. Anfang April gewann Magnussen bei den australischen Meisterschaften erstmals die Goldmedaille über 100 Meter Freistil vor dem gleichaltrigen James Roberts und dem früheren Weltrekordhalter und vierfachen Meister Eamon Sullivan. Mit 48,29 Sekunden stellte er eine Weltjahresbestzeit auf und unterbot seine bisherige persönliche Bestleistung um 0,39 Sekunden.Xinhua General News Service: Teenage James Magnussen beat Eamon Sullivan in men's 100m freestyle final at Australian Championships. 5. April 2011, 10:10 AM EST (abgerufen via LexisNexis Wirtschaft). Über die 50-Meter-Freistil erreichte Magnussen das Finale, wo er beim Sieg Matthew Aboods (22,02 s) in 22,52 s den letzten Platz belegte.AAP Newsfeed: SWIM: Abood makes amends. 7. April 2011,8:47 PM AEST, Sydney (abgerufen via LexisNexis Wirtschaft).
Als neuester australischer „Schwimmstar“ und „Sprintkönig“ gefeiert, ging Magnussen in der Öffentlichkeit selbstbewusst und locker mit den angekündigten Comebacks der ehemaligen Weltklasse-Schwimmer Michael Klim und Ian Thorpe um und visierte für die Olympischen Spiele 2012 in London eine Zeit von 47,5 Sekunden über die 100 Meter Freistil an.Cowley, Michael: Catch me if you can: Magnussen. In: The Age, 7. April 2011, S. 18.Halloran, Jessica: I dont fear Thorpie. In: The Herald Sun, 7. April 2011, S. 78. Aufgrund seiner Körpergröße von 1,95 Metern wird er mit einem jungen Alexander Popow oder Matt Biondi verglichen.Huegill, Geoff: World trials a huge wake-up call for swimmers. In: The Advertiser, 13. April 2011, S. 77. Anfang Juli wurde Magnussen seinem Favoritenstatus gerecht und gewann bei den australischen Kurzbahnmeisterschaften die 100- (46,98 s) und 200-Meter-Freistil (1:44,12 min).Halloran, Jessica: Sprint Triumph: Magnussen leaves rivals in his wake `Missile' storms home. In: The Advertiser, 2. Juli 2011, S. 100.AAP Newsfeed: SWIM: Magnussen dominates at short-course champs. 2. Juli 2011, 8:39 PM AEST (abgerufen via LexisNexis Wirtschaft). Obwohl er durch eine Lungenentzündung bei seinen Vorbereitungen auf die Schwimmweltmeisterschaften 2011 in Shanghai behindert wurde,Jeffery, Nicole: Leisel needs to lift as she takes on Soni. In: Weekend Australian, 16. Juli 2011, S. 44. gelang es ihm an frühere Erfolge anzuknüpfen. Als drittschnellster Schwimmer über die 100-Meter-Freistil angereist, gewann er in 3:11,00 min gemeinsam mit Matt Targett, Matthew Abood und Eamon Sullivan die Goldmedaille in der 4-mal-100-Meter-Freistilstaffel vor Frankreich und den USA. Er schwamm dabei mit 47,49 Sekunden (erste Bahn: 23,1, zweite Bahn: 24,39Jeffery, Nicole: Magnussen splits 100m atom. In: The Australian, 26. Juli 2011, S. 34.) die schnellste zweite Bahn sowie die schnellste jemals geschwommene Gesamtzeit ohne High-Tech-Schwimmanzug.AAP Newsfeed: SWIM: Magnussen the world's man to catch. 26. Juli 2011, 4:54 PM AEST, Shanghai (abgerufen via LexisNexis Wirtschaft). Diese waren 2010 vom Weltschwimmverband (FINA) verboten worden. Vier Tage nach dem Staffelsieg erreichte Magnussen als großer Favorit auch das Einzelfinale, wo er als jüngster Starter in 47,63 Sekunden vor dem Kanadier Brent Hayden (47,95 s) und dem Franzosen William Meynard (48,00 s) seine zweite Goldmedaille gewann. Magnussen schrieb mit diesem Sieg Sportgeschichte für sein Heimatland – er ist der erste australische Weltmeister über die 100 Meter Freistil, seit Einführung der Schwimmweltmeisterschaften im Jahr 1973.FitzGibbon, Liam (AAP Newsfeed): SWIM: Magnussen becomes swimming's fastest man. 28. Juli 2011, 9:17 PM AEST, Shanghai (abgerufen via LexisNexis Wirtschaft). Der letzte australische Sieger auf dieser Strecke bei einer großen Sportveranstaltung war Michael Wenden bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko-Stadt gewesen. Eine weitere Silbermedaille gewann Magnussen als Schlussschwimmer der australischen 4-mal-100-Meter-Lagenstaffel hinter den USA.
Nach diesem Erfolg wurde Magnussen Anfang Dezember in seiner Heimat zu Australiens Schwimmer des Jahres gewählt.AAP Newsfeed: Swimmer of the year award winners. 3. Dezember 2011, 10:04 PM AEST (abgerufen via LexisNexis Wirtschaft). Bei der Wahl zu Australiens Sportler des Jahres unterlag er dem Radrennfahrer Tour-de-France-Sieger Cadel Evans.Lane, Samantha: Champ Evans humbled by fans' support bei smh.com.au, 10. Dezember 2011 (abgerufen am 24. März 2012). Bei den Staatsmeisterschaften von Queensland im Dezember startete Magnussen zum ersten Mal in einem Wettbewerb über die 200-Meter-Freistil-Strecke auf der Langbahn, wo er in 1:49,09 min hinter dem Sieger Cameron McEvoy (1:48,06 min) den zweiten Platz belegte. Er plant in Hinblick auf die Schwimmweltmeisterschaften 2013 in Barcelona weiterhin Erfahrung über die doppelte Distanz zu sammeln.Balym, Todd: MISSILE CRISIS Exclusive: Foreign spies infiltrate Magnussens training session. In: The Daily Telegraph, 12. Dezember 2011, S. 64.
Olympiasaison 2012