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mini|300px|Rathaus in Pfaffenhofen
Ensembles Ensemble Hauptplatz
mini|250px|Pfaffenhofen (Stich von Merian)
Das Ensemble umfasst den Hauptplatz von Pfaffenhofen mit seinen umgebenden Bauten, der den historischen Kern der Stadt bildet. Es erstreckt sich zwischen dem Rathaus im Osten und der Pfarrkirche mit ihrem mächtigen Turm im Westen einschließlich des Neurenaissancebaus, der die westliche Schmalseite der Platzanlage bildet, entsprechend dem Rathaus im Osten. Die längsseitigen Platzwände werden an der Südseite vornehmlich von Giebelhäusern und an der Nordseite von Traufseithäusern, zumeist Neubauten oder Umbauten nach 1800 gebildet.
Erstmalige Erwähnung findet Pfaffenhofen um die Mitte des 12. Jahrhunderts, schon damals war der Ort mit den Wittelsbachern eng verbunden, denen er maßgeblich seinen Aufstieg verdankte und deren Burg im Bereich des „Hofberg“ gestanden haben dürfte. Im Schutz dieser Burg erlangte die Siedlung zunehmend an Bedeutung und wurde am Ende des 12. Jahrhunderts erstmals als Markt bezeichnet. Als Gründer vermutet man Herzog Ludwig den Kelheimer. Zur Stadt im rechtlichen Sinne wurde Pfaffenhofen jedoch erst im 15. Jahrhundert. Dies steht möglicherweise in Zusammenhang mit der Vollendung der Ringmauer (Reste erhalten), deren Bau 1437 Erwähnung findet, ohne dass eine ausdrückliche Stadterhebung vorausgegangen wäre.
Südlich vom „Hofberg“ lässt der Grundriss der auf die Auengasse ausgerichteten Bebauung noch ein ursprüngliches Haufendorf erkennen, während die beiden nördlich des Hauptplatzes anschließenden Viertel auf eine planmäßige Anlage schließen lassen. Diese Erweiterung der Siedlung steht vermutlich im Zusammenhang mit dem Wiederaufbau nach dem Brand 1388.
mini|Der Hauptplatz mit Springbrunnen Zwischen diesen unterschiedlichen Teilen der Stadt liegt der etwa 40 m breite und fast 300 m lange Hauptplatz, über den vom Ilmtal her aufsteigend die Straße von München nach Ingolstadt führt. Ausdehnung und Verlauf von Osten nach Westen dokumentieren die Bedeutung des Straßenmarktes als Verkehrs-, Rast- und Handelsplatz als Ergebnis einer historisch-topographisch günstigen Situation. Die Lage zwischen diesen disgruenten Stadtteilen zeigt sich auch im Platzgrundriss. Während die südliche Platzwand leicht konkav nach außen schwingt, ist die nördliche Platzwand streng geradlinig gebildet, unterbrochen von der in den Platz ragenden einstigen Burganlage, anstelle derer heute das Landratsamt und das Rentamt stehen. Architektonische Dominanten sind das 1865/68 errichtete neugotische Rathaus und das 1877 erbaute, in Neurenaissance-Formen gestaltete, ehemalige Schulhaus, die jeweils die Schmalseiten des Hauptplatzes bilden, sowie die im 17. Jahrhundert barockisierte Stadtpfarrkirche. Durch seine exponierte städtebauliche Lage tritt auch das ehemalige Rentamt stärker in Erscheinung.
Die verputzten und farbig gefassten Wohn- und Geschäftshäuser an den Längsseiten des Platzes zeigen insgesamt die architektonische Proportion einer bürgerlichen Kleinstadt mit Verweis auf Handel und Gewerbe. Die letzte prägende Überformung des Platzbildes, fand im Wesentlichen bis 1920 im Heimatstil ihren Abschluss.
Störend auf das Ensemble wirkt sich der überproportionierte Bau des Landratsamtes aus. Zudem sind nicht unerhebliche Verluste an historischer Bausubstanz seit den 1960er Jahren zu verzeichnen.
Aktennummer: E-1-86-143-1
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Siehe auch Liste der Bodendenkmäler in Pfaffenhofen an der Ilm
Anmerkungen
Literatur
Weblinks
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