Neuhaus () ist ein Gemeindeteil der Stadt Selbitz im Landkreis Hof (Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Neuhaus hat eine Fläche von 2,527 km². Sie ist in 420 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 6017,77 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Edlasmühle und Wachholderbusch.

Geografie Das Dorf liegt auf freier Flur auf einem Höhenzug des Frankenwaldes. Im Osten gibt es einen Modellflugplatz. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Rodesgrün (1,3 km südwestlich) bzw. über Wachholderbusch zur Bundesstraße 173 bei der Anschlussstelle 32 der A 9 (1,5 km östlich). Weitere Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Kohlbühl (1 km nördlich) und die B 173 überbrückend nach Selbitz zur Kreisstraße HO 33 (2,7 km südlich).

Geschichte Der Ort wurde im Jahr 1427 als „Newenhaus“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Schloss war im Besitz der Herren von Reitzenstein. Es wurde nach der Zerstörung der ursprünglichen Veste Rodesgrün errichtet.O. Knopf: Thüringer Schiefergebirge, Frankenwald, Obermainisches Bruchschollenland, Sp. 432.

Zur Realgemeinde Neuhaus gehörten Edlasmühle und Wachholderbusch. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Neuhaus aus 31 Anwesen. Die Hochgerichtsbarkeit sowie die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das bayreuthischen Stadtvogteiamt Hof. Grundherren waren das Rittergut Neuhaus (12 Güter, 3 Gütlein, 4 Häuser, 7 Tropfhäuser, 1 Wirtshaus) und das Klosteramt Hof (1 Halbhof, 2 Häuser).M. Körner: Naila, S. 298.

Von 1797 bis 1810 unterstand Neuhaus dem Justiz- und Kammeramt Naila. Nachdem im Jahr 1810 das Königreich Bayern das Fürstentum Bayreuth käuflich erworben hatte, wurde der Ort bayerisch. Infolge des Ersten Gemeindeedikts wurde 1812 der Steuerdistrikt Neuhaus gebildet. Zu diesem gehörten Edlasmühle, Froschgrün, Kohlbühl, Mittelklingensporn, Rodesgrün, Schneckengrün und Wachholderbusch. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Neuhaus, zu der Edlasmühle und Wachholderbusch gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Naila zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Lichtenberg (1919 in Finanzamt Lichtenberg umbenannt, seit 1955 Finanzamt Naila). Ab 1862 gehörte Neuhaus zum Bezirksamt Naila (1939 in Landkreis Naila umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Naila (1879 in Amtsgericht Naila umgewandelt). Die Gemeinde Neuhaus hatte 1964 eine Gebietsfläche von 3,557 km². Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Neuhaus am 1. April 1971 nach Selbitz eingemeindet.

Baudenkmäler Am Schloss 1: Schloss Neuhaus Obere Gasse 3 (=Haus Nr. 24): Wohnhaus

ehemalige Baudenkmäler Haus Nr. 1a: Zugehörige Scheune. Stattlicher verbretterter Ständerbau des späten 18. oder frühen 19. Jahrhundert; Giebel mit geteilter Schalung.K.-L. Lippert: Landkreis Naila, S. 51. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Ursprüngliche Hausnummerierung. Haus Nr. 2: Ehemaliges Schlossgesindehaus. Eingeschossiges, verputzt massives Kleinhaus des 18. Jahrhunderts, zwei zu drei Achsen, mit Satteldach, Giebel verschiefert; weitgehend erneuert. Haus Nr. 8: Zweigeschossiges Wohnstallhaus, vermutlich zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts, über älterem Kern, mit Halbwalmdach und Gauben; Erdgeschoss verputzt massiv, Obergeschoss verputztes Fachwerk mit Lehmziegelausfachung; umlaufendes hölzernes Kranzgesims. Haus Nr. 18: Kleines eingeschossiges Wohnstallhaus des 18. Jahrhunderts, Satteldach, verputzt massiv, Giebel verbrettert. Haus Nr. 19: Wohnstallhaus, vermutlich aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, mit Frackdach, Stallteil nordseitig noch mit Strohdeckung; Erdgeschoss verputzt massiv, im 19. Jahrhundert erneuert; Obergeschoss Fachwerk mit Lehmziegelausfachung. Haus Nr. 25: Zweigeschossiges Wohnstallhaus, vermutlich spätes 18. Jahrhundert, mit Satteldach; Erdgeschoss verputzt massiv, Obergeschoss verputztes Fachwerk. Haus Nr. 40: Ehemaliges Schulhaus. Eingeschossiges Halbwalmdachhaus des späten 18. Jahrhunderts, verputzt massiv, zwei zu vier Achsen; Giebeltrapez verschiefertes Ständerwerk.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Neuhaus Jahr 1819 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 201 269 257 279 291 298 314 317 310 323 312 285 286 276 271 290 316 369 330 354 377 360 332 317HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 46 49 49 50 55 59 55 Quelle Für die Gemeinde Neuhauß zuzüglich Edelsmühl (S. 21) und Weitesgrün (S. 132).

Ort Neuhaus Jahr 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2021Einwohner 173 234 240 257 234 249 304 285 257 206 171Häuser 39 39 43 45 55 67 Quelle

Religion Neuhaus ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach Selbitz gepfarrt.

Literatur

Wilhelm Malter: Oberfranken-Ost. Heroldsberg 1984. S. 312f.

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Selbitz, Oberfranken) Kategorie:Ort im Landkreis Hof Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Hof) Kategorie:Gemeindegründung 1812 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Hof Kategorie:Ersterwähnung 1427