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mini|400px|Vohburg, Erneuerter Burgturm und Friedhof
Ensembles
Ensemble Burghof Vohburg an der Donau
Das Ensemble umfasst in seinem Umgriff die stadtbildprägende, zum Teil noch aus dem 13. Jahrhundert stammende Ruine der Vohburg auf dem erhöht gelegenen Burgberg mit der barocken Pfarrkirche St. Petrus und dem 1721 errichteten Pflegerschloss. mini|Burg Vohburg, Bergfried Erstmals namentlich erwähnt wurde die Vohburg um 895 als befestigte Hofanlage und Herrschaftsmittelpunkt des Adeligen Pernardus de Vohaburch. Seit dem 10. Jahrhundert zum Amtsgut des bayerischen Pfalzgrafen gehörig, ging die Vohburg als Erbe der Rapotonen 1099 an die Diepoldinger, Markgrafen von Cham und Nabburg, über. Ihre wittelsbachischen Erben erweiterten die Burganlage und Herzog Ludwig der Strenge ließ sie 1255 nachweislich als Verwaltungszentrale seines gesamten Hoheitsgebiets ausbauen.
Mit der zweiten Zerstörung der Burg und dem Verlust der Mittelpunktfunktion samt Zollstätte im Jahr 1316 im Bruderzwist setzte der Niedergang der Vohburg ein, die aber 1431–35 noch einmal als Residenz für Herzog Albrecht III. und Agnes Bernauer diente. Im Dreißigjährigen Krieg wurde 1641 die Burganlage durch die Schweden endgültig zerstört.
Architektonische Dominanten sind die im Kern aus dem 13. Jahrhundert stammende, circa 470 m lange und unregelmäßig dem Geländeverlauf folgende Ringmauer mit nördlichem Torbau, die auch die Ensemblegrenze bildet, weiters die im Burghof errichtete barocke Pfarrkirche St. Petrus mit schlankem Westturm und Zwiebelhaube, deren heutiges Erscheinungsbild auf die Jahre 1820/23 zurückgeht, sowie das 1721 erbaute, zweigeschossige Pflegerschloss mit Mansardwalmdach und der mächtige, 1959 nach historischem Vorbild rekonstruierte Bergfried.
Aktennummer: E-1-86-158-1
Ensemble Donautorgasse
Zweigeschossige Gebäude des 15. bis 20. Jahrhunderts. Aktennummer: E-1-86-158-2
Ensemble Ulrich-Steinberger-Platz
mini|Michael Wening: Vohburg um 1700
Das Ensemble umfasst den Ulrich-Steinberger-Platz mit seiner umgebenden Bebauung sowie die Häuser der Donaustraße, die den westlichen Platzabschluss bilden. Das weitgehend bewahrte Platzbild entstammt im Wesentlichen dem 18. und 19. Jahrhundert auf der Grundlage mittelalterlicher Grundrissstrukturen, gesteigert durch die fernwirksame Burgruine mit der barocken Pfarrkirche St. Petrus. Der Ulrich-Steinberger-Platz bildet den zentralen Ort der Stadt. Vohburg liegt auf einer Halbinsel, die in einem isolierten Berg mit verhältnismäßig ausgedehntem Plateau gipfelt, zwischen Kleiner Donau im Süden und Donau im Norden.
Erstmals erwähnt wird Vohburg um 895 als „größere befestigte Hofanlage“, vor der sich bald eine Siedlung entwickelte. Seit dem 9. Jahrhundert gewannen die Burganlage und der Ort als Pfarrsitz zunehmend an Bedeutung. Die Herren auf der Vohburg stammten aus den Geschlechtern der Staufer, Diepoldinger und Wittelsbacher. Der Donauübergang, mit der von Ingolstadt über Großmehring nach Kelheim und Regensburg führenden Straße, förderte die Niederlassung von Handel-, Gewerbe- und Herbergsbetrieben. Als Stadtgründer wird einer der bayerischen Herzöge aus der Zeit von 1204 bis 1310 angenommen. Der Verlust des Stadtrechts schon nach kurzer Zeit wird mit der zweiten Zerstörung der Burg (erstmals 1105 durch Kaiser Heinrich IV.) und der Schleifung der Stadtbefestigung durch König Ludwig den Bayern 1316 in Zusammenhang gebracht. Seit Anfang des 15. Jahrhunderts hatte Vohburg durch den Wiederaufbau der Burg und der Stadtmauer wieder das Erscheinungsbild einer Stadt. Mit der endgültigen Zerstörung der Burg 1641 durch die Schweden im Dreißigjährigen Krieg verlor Vohburg an Bedeutung. 1952 wurde die Marktgemeinde wieder zur Stadt erhoben.
Der mittelalterliche Platzgrundriss ist ein unregelmäßiges Dreieck, über das auch die Donaustraße, die Handelsroute von Ingolstadt nach Regensburg, verläuft. Die Bebauung, die den Platz architektonisch rahmt, stammt vorwiegend aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Die unterschiedlichen Gebäudebreiten, Stockwerks- und Giebelhöhen der zum Teil traufständigen und zum Teil giebelständigen Häuser vermitteln den Eindruck von Vielfalt. Verstärkt wird dies durch die unregelmäßigen Platzanlage, die eine staffelartige Versetzung der Häuser zur Folge hat. Insgesamt zeigen die Gebäude architektonische Proportionen einer bürgerlichen Kleinstadt. Architektonische Dominanten sind die nördlich am Platz freistehende ehemalige Pfarrkirche St. Andreas mit ihrem mit einem Spitzhelm bekrönten Turm, jetzt Rathaus, sowie die barocke 1726–28 errichtete katholische Filialkirche St. Antonius, die aus der westlichen Platzwand halbrund hervortritt. Auf dem Platz befinden sich ferner die Mariensäule und ein Kriegerdenkmal.
Aktennummer: E-1-86-158-3
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Ehemalige Baudenkmäler
Siehe auch Liste der Bodendenkmäler in Vohburg an der Donau
Anmerkungen
Literatur
Weblinks
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