Dieser Artikel enthält eine Liste der japanischen Künstler, die als Angehörige der Utagawa-Schule im Stil des ukiyo-e während der späten Edo-Zeit bis zum Ende der Meiji-Zeit Entwürfe für Farb-, Holzschnitte zeichneten und zum Teil auch als Maler tätig waren.
Namensgebung Die Namensgebung der einzelnen Künstler erfolgte nicht einheitlich. Nur die Künstler der zweiten Generation bildeten ihre Namen aus dem ersten kanji ihres Lehrers und einem weiteren kanji (z. B. Toyoharu und Toyohiro). Die Künstler ab der dritten Generation bildeten ihren Namen überwiegend aus dem zweiten kanji des Lehrers und hängten ein weiteres hinten an (z. B. Toyokuni und Kunisada). In wenigen Fällen wurde aber immer noch das erste kanji, „toyo“, zur Namensbildung verwendet (z. B. Toyokuni und Toyoshige). Als Variante gab es auch den Gebrauch des zweiten kanji des Lehrernamens als zweites kanji des Schülernamens (z. B. Toyohiro und Naohiro).
Gelegentlich wurden die Namen ohne Nummerierung von verschiedenen Künstlern in verschiedenen Zeiten gebraucht (z. B. Kunichika oder Kunihisa). Ebenso möglich war die Verwendung gleich lautender Namen, die mit unterschiedlichen kanji geschrieben wurden (z. B. Hiromasa () und Hiromasa ()).
Beim Tod des Lehrers, dessen Rückzug aus dem künstlerischen Leben oder dem Namenswechsel des Lehrers wurde dessen Künstlername häufig an einen bevorzugten Schüler weitergegeben, so dass einzelne Namen fortlaufend nummeriert sind (z. B. Kuniteru I., II. und III.). Die Nummerierung ist teilweise aber auch erst später durch verschiedene Autoren erfolgt, die sich mit dem japanischen Farb-, Holzschnitt befasst haben (z. B. Kunimasa I. bis Kunimasa V.).
Verwirrend ist insbesondere die Abfolge der Verwendung des Namens Toyokuni. Nach dem Tod von Toyokuni I. ging der Name auf Toyoshige I. über. Nach dessen Tod war er knappe zehn Jahre nicht in Gebrauch, um dann von Kunisada I. übernommen zu werden. Kunisada I. nannte sich ab 1844 Toyokuni II. und ignorierte die Tatsache, dass Toyoshige bereits der zweite Träger dieses Namens gewesen war. Seinen eigenen Namen, Kunisada, durfte ab ca. 1850 sein Adoptiv- und Schwiegersohn Kunimasa III. tragen, der somit zum Kunisada II. wurde. Ab ca. 1870 nannte sich Kunisada II. dann selbst Toyokuni III. und gab den Namen Kunisada an Kunimasa IV weiter. Letzterer signierte dann als Kunisada III., den Namen Toyokuni hat er aber nicht verwendet, obwohl dies gelegentlich behauptet wird. In der Literatur wird jedoch fortlaufend gezählt:
Toyokuni I. Toyoshige I. / Toyokuni II. Kunisada I. / Toyokuni III. Kunimasa III. / Kunisada II. / Toyokuni IV. Kunimasa IV. / Kunisada III. / Kōchōrō / Hōsai.
Einige der von den Angehörigen der Utagawa-Schule verwendeten Namen wurden auch von Künstlern anderer Schulen gebraucht (z. B. Toyonobu, Shigeharu, Kunihiro und andere), so dass der Künstlername allein nicht zur Identifizierung ausreicht, sondern der Schulname zur genauen Bezeichnung hinzugefügt werden muss.
Hinweise zur Liste
Gründer: Utagawa Toyoharu I. (; 1735–1814)
In der linken Spalte stehen die Namen der Schüler von Toyoharu I., rechts davon eingerückt die ihrer jeweiligen Schüler. Z. B. ist Toyohiro in der ersten Spalte von links der Lehrer von Hirochika bis Toyokuma in der zweiten Spalte. Hiroshige I. in der zweiten Spalte ist Lehrer von Hirokage bis Shigeyoshi in der dritten Spalte, Shigenobu in der dritten Spalte Lehrer von Risshō II. bis Hiroshige IV. usw.
Soweit bekannt sind die Lebensdaten der Künstler oder zumindest die Zeiten ihrer künstlerischen Tätigkeit angegeben. So weit keine Daten angegeben sind, bedeutet das in der Regel, dass die Namen nur in der Literatur angeführt und einigermaßen datierbare Arbeiten der Künstler nicht nachgewiesen sind.
Die Liste enthält auch einige wenige, besonders gekennzeichnete Frauennamen. Als Töchter hatten sie von ihren Vätern Zeichenunterricht erhalten und sie konnten gelegentlich Kartuschenbilder für die Arbeiten der Väter zeichnen und selbständig signieren. Yoshitori, eine Tochter Kuniyoshis, illustrierte selbständig einige Bücher. Nur Meirindō Kakuju-jo, die Schülerin von Sadakame-jo, konnte in den Jahren 1861–63 einige Drucke unter ihrem Namen veröffentlichen.
Die Liste ist nicht vollständig. Künstler der fünften Generation sind nur teilweise angeführt, die der sechsten Generation sind vollständig weggelassen.
Rund die Hälfte der angeführten Namen ist in der westlichen Literatur nicht genannt. Sie stammen von einem japanischen Internetprojekt, dem ukiyo-e-shi sōran ().ukiyo-e-shi sōran (japanisch, ne.jp)