mini|Ortsschild mini|Ortsplan nach einem Foto von 2005
Sommerloch ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rüdesheim an.
Geographie Sommerloch liegt nordwestlich von Bad Kreuznach in der Nähe des Nahetals, am Rand des Soonwalds inmitten von Weinbergen. Sieben Winzer bauen auf rund 100 Hektar Weinreben an.
Den Ortsmittelpunkt bildet die Filialkirche St. Ägidius von 1789. Nachbargemeinden sind Sankt Katharinen, Braunweiler und Wallhausen.
Zu Sommerloch gehört auch der Wohnplatz Haus Schünemann.
Geschichte Die älteste erhaltene Erwähnung, als Sumerlachen in einem Güterverzeichnis des Klosters Rupertsberg bei Bingen, stammt von 1158. Der Name bezeichnet ursprünglich eine feuchte Mulde. Daher hat der Ort, wiewohl zur sommerlichen Saure-Gurken-Zeit aufgrund seines Namens von Medienvertretern aufgesucht, nichts mit einem Loch des Sommers zu tun. Aus Sommerloch stammt auch der älteste schriftliche Nachweis für den Weinbau in der Region: Ein Güterverzeichnis der Herren von Weyerbach nennt einen wingert in Summerlachen.Beres: Die Kämmerer von Worms. S. 139.
Der Ort gehörte zur Herrschaft Dalberg.Beres: Die Kämmerer von Worms. S. 138. Diese hatte zunächst die adelige Familie von Weyerbach als Lehen des Bischofs von Speyer inne.Beres: Die Kämmerer. S. 137 f. Noch im 14. Jahrhundert starb die Familie aus und wurde von der Familie der Kämmerer von Worms, später von Dalberg, beerbt. 1390Beres: Die Kämmerer. S. 137. oder 1400Beres: Die Kämmerer. S. 139. befand sich die Herrschaft Dalberg endgültig im Besitz der neuen Herren. 1478 kam es zu einem Gebietstausch der Kämmerer von Worms genannt von Dalberg mit dem benachbarten Grafen von Zweibrücken-Bitsch, bei dem Sommerloch an Letzteren fiel. Allerdings erlangten die Dalberger das Dorf 1492 als Lehen von Zweibrücken-Bitsch zurückBeres: Die Kämmerer. S. 141 f. und es gehörte fast bis zum Ende des alten Reiches den Dalbergern. Erst 1784 verpfändeten sie es für 36.000 Gulden, was zu erheblichen, aber nutzlosen Protesten der Bevölkerung führte.Beres: Die Kämmerer. S. 150.
Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Sommerloch, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen: Jahr Einwohner 1815 175 1835 268 1871 233 1905 261 1939 264 1950 319 1961 331 Jahr Einwohner 1970 349 1987 386 1997 410 2005 434 2011 430 2017 417
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Sommerloch besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
Bürgermeister Bernhard Boos wurde am 15. Juli 2024 Ortsbürgermeister von Sommerloch. Da für die Direktwahl am 9. Juni 2024 kein Wahlvorschlag eingereicht wurde, oblag die Neuwahl des Bürgermeisters gemäß rheinland-pfälzischer Gemeindeordnung dem Rat, der sich auf seiner konstituierenden Sitzung für Bernhard Boos entschied.
Sein Vorgänger Thomas Haßlinger hatte das Amt zehn Jahre ausgeübt und kandidierte bei der Wahl 2024 nicht erneut.
Wirtschaft und Infrastruktur Im Süden verläuft die Bundesstraße 41. In Bad Kreuznach ist ein Bahnhof der Bahnstrecke Bingen–Saarbrücken.
Siehe auch Liste der Kulturdenkmäler in Sommerloch
Literatur
K. Eckes: Zur Geschichte des Dorfes Sommerloch und seiner Kirche. In: 200 Jahre St. Ägidius. Sommerloch 1789 bis 1989. Sommerloch 1989, S. 9–36. 200 Jahre St. Ägidius Sommerloch. 1789–1989. o. O. 1989.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Bad Kreuznach Kategorie:Ort im Hunsrück Kategorie:Weinort in Rheinland-Pfalz Kategorie:Ersterwähnung 1158