mini|Haus des Handwerks in Leipzig, Sitz der Handwerkskammer Leipzig mini|hochkant|Vorder- und Seitenansicht des l-förmigen Gebäudes Die Handwerkskammer zu Leipzig ist eine der drei Handwerkskammern in Sachsen und eine der 53 Handwerkskammern in der Bundesrepublik Deutschland. Sie ist eine als Körperschaft des öffentlichen Rechts organisierte Selbstverwaltungseinrichtung des Deutschen Handwerks.
Organisation Die Handwerkskammer zu Leipzig ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts: Selbständige Handwerker und Arbeitnehmer aus dem Handwerk bestimmen ihre Selbstverwaltung zur Ausgestaltung der Kammeraufgaben. Die Kammer ist Mitglied im Zentralverband des Deutschen Handwerks sowie im Sächsischen Handwerkstag.
Zentrales ehrenamtliches Gremium der Handwerkskammer ist die 36 Personen – 24 Arbeitgeber und zwölf Arbeitnehmer – starke Mitgliederversammlung, die Vollversammlung. Aus deren Reihen wird der Vorstand für jeweils fünf Jahre gewählt. Dieser besteht aus dem Präsidenten, den beiden Vizepräsidenten (= ein Arbeitgeber- und ein Arbeitnehmer-Vertreter) und sechs weiteren Mitgliedern, davon zwei Arbeitnehmervertretern. Die Vollversammlung bestellt den Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, der an der Spitze des Hauptamtes steht. Der Hauptgeschäftsführer führt das operative Geschäft im Auftrag des Vorstandes. Vertreten wird die Handwerkskammer zu Leipzig von dem Präsidenten Matthias Forßbohmhttps://www.hwk-leipzig.de/artikel/vorstand-3,1002,62.html und von dem Hauptgeschäftsführer Volker Luxhttps://www.hwk-leipzig.de/artikel/geschaeftsfuehrung-3,1006,70.html.
Zum Kammerbezirk Leipzig gehören die Stadt Leipzig sowie die beiden Landkreise Landkreis Nordsachsen und Landkreis Leipzig, dessen Fläche mit dem Landesdirektionsbezirk Leipzig identisch ist. Dort gibt es die zwei Kreishandwerkerschaften – die Kreishandwerkerschaft Leipzighttps://www.handwerk-pro-leipzig.de/ und die Kreishandwerkerschaft Landkreis Leipzig / Nordsachsenhttps://www.kh-landkreis-leipzig.de/ – sowie gewerkspezifische Innungen.
Standorte mini|Bildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer zu Leipzig in Borsdorf Die Handwerkskammer zu Leipzig hat ihren Sitz im Haus des Handwerks, Dresdner Straße 11/13. Das von Architekt Curt Nebel entworfene Industriegebäude im Graphischen Viertel aus dem Jahr 1907 wurde nach Umbau und Umgestaltung zum modernen Büro- und Geschäftshaus am 24. September 1996 eingeweiht. Das einstige Druckhaus des Oscar Brandstetter Verlags ist ein fünfgeschossiger Bau mit heller Betonwerksteinfassade.
In Borsdorf, etwa 20 Kilometer östlich von Leipzig, betreibt die Handwerkskammer zu Leipzig ihr Bildungs- und Technologiezentrumhttps://www.hwk-leipzig.de/btz mit mehr als 700 Werkstattplätzen, in denen mehr als 30 Handwerksberufe aus- und weitergebildet werden.
Aufgaben Erschließung von Märkten Die Handwerkskammer zu Leipzig ist Mitglied im Enterprise Europe Network. Das Netzwerk unterstützt Unternehmen bei der Erschließung von Auslandsmärkten und der Umsetzung von Innovationen. Außerdem organisiert die Kammer regelmäßig Veranstaltungen, die auf das Auslandsgeschäft vorbereiten. Dazu gehören Kontakttreffen, Unternehmerstammtische, Ländersprechtage oder Unternehmerreisen in ausgewählte Zielländer. Die Teilnahme an Messen ist eine Vermarktungsmöglichkeit für Produkte und Dienstleistungen des Handwerks. Die Handwerkskammer zu Leipzig bietet ihren Mitgliedsbetrieben Beratung zur Vorbereitung ihrer Messeteilnahme und organisiert Firmengemeinschaftsstände.
Berufsorientierung Die Handwerkskammer zu Leipzig unterstützt Jugendliche bei der Berufsauswahl und der Lehrstellensuche. Im Bildungs- und Technologiezentrum der Kammer in Borsdorf findet Berufsorientierung statt. Diese richtet sich an Schüler und Schülerinnen der Klassen sieben bis zehn. Zu diesem Zweck wurden bisher mit 36 Schulen Kooperationsverträge abgeschlossen. Pro Jahr durchlaufen mehr als 2.000 Schüler Berufsorientierungskurse im Bildungszentrum. In den Schulferien haben die Schüler die Möglichkeit, sich bis zu zwei Wochen in verschiedenen Berufsfeldern auszuprobieren. Um Schüler frühzeitig an die Wirtschaft heranzuführen, organisiert die Handwerkskammer den Wettbewerb „Innovativste Geschäftsidee zur Gründung einer Schülerfirma“.
Überbetriebliche Lehrunterweisung Im Bildungs- und Technologiezentrum (BTZ) der Handwerkskammer zu Leipzig in Borsdorf wird in über 40 Berufen ausgebildet. Die Lehrlinge durchlaufen hier parallel zur betrieblichen Ausbildung die Überbetrieblichen Lehrunterweisung (ÜLU). Damit wird sichergestellt, dass auch Lehrlingen aus kleinen Handwerksbetrieben alle dem Berufsbild entsprechenden Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt werden. Als Teil der fachpraktischen Ausbildung ergänzt die ÜLU die betriebliche Lehre.
Meisterausbildung Im Bildungszentrum der Kammer können Meisterschüler aus dreizehn Gewerken den fachpraktischen und berufstheoretischen Vorbereitungskurs für die Meisterprüfung absolvieren. Der arbeitspädagogische und betriebswirtschaftliche Teil kann sowohl in Leipzig als auch in Borsdorf in Teil- oder Vollzeit besucht werden.
Denkmalpflege Die Handwerkskammer zu Leipzig engagiert sich für die Denkmalpflege. Handwerker, die diesen Markt für sich erschließen wollen, haben die Möglichkeit, sich zum Restaurator im Handwerk oder zum Geprüften Fachhandwerker für Denkmalpflege ausbilden zu lassen. Darüber hinaus lobt die Handwerkskammer zu Leipzig aller zwei Jahre den Denkmalpflegepreis aus und unterhält eine Datenbank für Fachbetriebe.
Naturwissenschaftliche Frühförderung Sachsen fördert naturwissenschaftliche und technische Frühförderung. Kinder sollen spielerisch lernen und verstehen. Das Handwerk fördert die Initiative, weil frühkindliche Bildung wichtig für den späteren Lern- und Arbeitserfolg im Unternehmen ist. Die Handwerkskammer zu Leipzig fungiert als Projektpartner und schult beispielsweise Betreuerinnen aus Kindertagesstätten in naturwissenschaftlichen Experimenten im Rahmen des Projekts "Kleine Forscher".
Denkmalpflegepreis der Handwerkskammer zu Leipzig Seit 1995 vergibt die Handwerkskammer zu Leipzig den Denkmalpflegepreis für herausragende und beispielhafte denkmalpflegerische handwerkliche Leistungen. Prämiert wird hohes handwerkliches Niveau mit denkmalpflegerischen Bestleistungen unter Beachtung der denkmalpflegerischen Auflagen des Denkmalschutzes. Der Preiswettbewerb hat das Ziel, die Öffentlichkeit auf das Anliegen und die kulturelle Notwendigkeit der Denkmalpflege aufmerksam zu machen, die Originalsubstanz unwiederbringlicher Baudenkmäler als Zeugnisse einer abgeschlossenen Kulturepoche zu erhalten, um sie im bestmöglichen Erhaltungszustand an die folgende Generation weiterzugeben.
Die feierliche Preisverleihung erfolgt jeweils zur „denkmal – Europäische Leitmesse für Denkmalpflege, Restaurierung und Altbausanierung“https://www.denkmal-leipzig.de/ in Leipzig. Die Preisträger wählt eine Fachjury aus Vertretern regionaler Denkmalschutzbehörden und des Handwerks aus.
Der Denkmalpflegepreis wurde am 25. November 2022 zum 14. Mal vergeben. Er wird für die ersten drei Platzierungen verliehen; die Platzierungen vier, fünf und sechs erhalten eine Anerkennungsurkunde.
Denkmalpflegepreis 2022 1. Preis: Baufirma Gruner GmbH, Leipzig: Komplettsanierung eines historischen Vierseithofes in Eula, Ortsteil von BornaHolger Zürch: Erster Preisträger beim Denkmalpflegepreis 2022: Handwerksmeister rettet alten Bauernhof in Eula, Leipziger Internet Zeitung 2. Preis: Restauratorin und Malermeisterin Sandra Haselbach, Krostitz: Restaurierung einer bauzeitlichen Deckenbemalung von 1864 in LeipzigHolger Zürch: Zweiter Preis beim Denkmalpflegepreis 2022: Eine seltene Deckenausmalung in historischer Villa, Leipziger Internet Zeitung 3. Preis: Wolfgang Herzog GmbH, Leipzig: Wiederherstellung der Dachkuppeln nach historischer Vorlage in Leipzig-LeutzschHolger Zürch: Dritter Preis beim Denkmalpflegepreis 2022: Villendach in Leipzig-Leutzsch wieder elegant, Leipziger Internet Zeitung Anerkennung: Posamentiererin Simone Howe, Taucha: Rekonstruktion und Erneuerung der Posamenten an einem Tête-à-tête von 1877Holger Zürch: Posamenten-Manufaktur Simone Howe: Filigran verschlungene Meisterwerke aus Taucha, Leipziger Internet Zeitung Anerkennung: malerwerkstätten.com, Leipzig: Restaurierung und Rekonstruktion von Farbfassungen in der Durchfahrt und den Treppenhäusern, Wurzner Straße 143/143b, LeipzigHolger Zürch: Anerkennung beim Denkmalpflegepreis für in neuer Schönheit erstrahlende Treppenhäuser, Leipziger Internet Zeitung Sonderpreis: Restaurator und Maurermeister Bernd Bubnick, Trebsen: Verdienste in der DenkmalpflegeHolger Zürch: Historische Grotte in Böhlen-Großdeuben: Zweiter Frühling für besonderes Gartenversteck, Leipziger Internet ZeitungGlanzleistungen der Denkmalpflege – Holger Zürch hat die ausgezeichneten Unternehmen und deren Sanierungsobjekte im Porträt festgehaltenDenkmalpflegepreise 2022, abgerufen am 28. November 2022
Denkmalpflegepreis 2018 1. Preis: Malerfachbetrieb Wolf-Christian Heindorf, Leipzig: Rekonstruktion von Treppenhaus / historischen Stuckdecken in der Georg-Schumann-Str. 203 in Leipzig 2. Preis: Stuck-Lowe GmbH, Großpösna: Natursteinrestaurierung und Klinkerarbeiten am Stadtpalais „Hugo Wolff“, Täubchenweg 1, Leipzig 3. Preis: Forßbohm & Söhne Bauunternehmen GmbH, Markkleeberg: Komplett-Instandsetzung des Mehrfamilienhauses Hahnemannstraße 7 in Leipzig, abgerufen am 14. November 2022
Geschichte mini|hochkant|Hauptportal mit Darstellungen druckhandwerklicher Berufe mini|Reales Foto zum realen Jubiläum: 2018 feierte die Handwerkskammer zu Leipzig ihr 150-jähriges Bestehen Die Geschichte der Handwerkskammer zu Leipzig reicht in das 19. Jahrhundert zurück: Das Sächsische Gewerbegesetz von 1861 verfügte die Bildung von Handels- und Gewerbekammern, in Leipzig fand am 2. August 1862 die konstituierende Sitzung der Handels- und Gewerbekammer Leipzig statt. In dieser waren – anders als heute – alle Gewerbetreibenden organisiert: Industrieunternehmen, Großhändler, Handwerker und Kleingewerbetreibende; Groß- und Kleingewerbe waren in den Kammern in zwei separate Abteilungen getrennt.
Diese gemeinsame Interessenvertretung in einer Kammer erwies sich für beide Gruppen als ungenügend. 1868 entstand in Leipzig die erste sächsische Gewerbekammer, die Vorgängerin der heutigen Handwerkskammer. Ähnlich wie in den Hansestädten Hamburg, Bremen und Lübeck hatte Leipzig damit relativ früh eine Kammer, die schwerpunktmäßig für das Handwerk zuständig war. Dies begründete sich aus Leipzigs herausragender Stellung als Handelsmetropole.
1897 wurde im damaligen Deutschen Kaiserreich das Handwerksgesetz erlassen, es trat am 1. April 1900 in Kraft. Es beinhaltete unter anderem die Bildung von öffentlich-rechtlichen Körperschaften zur Vertretung des Handwerks – die Handwerkskammern. So gründeten sich überall im Deutschen Reich Handwerkskammern; doch Bremen, Hamburg, Lübeck und Sachsen betrauten ihre Gewerbekammern mit den Funktionen einer Handwerkskammer.
Am 25. August 2010 zog Leipzigs Kammer von der Gottschedstraße 22i in die Lessingstraße 7.
In dem Gesetz war die Vertretung des Handwerks seitens der Handwerkskammern als öffentlich-rechtliche Körperschaften gesetzlich festgeschrieben. Die Handwerkskammern wurden als Träger der allgemeinen berufsständischen und öffentlich-rechtlichen Selbstverwaltung im Handwerk verankert.