mini|Das Kreisgebiet 1905 Der preußische Kreis Crossen (Oder), ursprünglich Kreis Crossen, bestand von 1816 bis 1945 in der Provinz Brandenburg. Namensgebend war Crossen (Oder), der Sitz des Landratsamts. Der Landkreis umfasste zuletzt auch die Städte Bobersberg und Sommerfeld (Nd. Lausitz) sowie 92 weitere Gemeinden und zwei Forst-Gutsbezirke. Das ehemalige Kreisgebiet liegt heute im Wesentlichen im Powiat Krośnieński in der polnischen Woiwodschaft Lebus.

Verwaltungsgeschichte 1742 wurde der Krossener Kreis aus dem bisherigen schlesischen Herzogtum Crossen gebildet und der brandenburgischen Neumark eingegliedert.

1816 kam er in den neu gebildeten Regierungsbezirk Frankfurt der Provinz Brandenburg und trat seine Exklaven Baudach und Gablenz an den niederlausitzischen Kreis Sorau ab.

Zum 30. September 1928 fand im Kreis Crossen (Oder) entsprechend der Entwicklung im übrigen Freistaat Preußen eine Gebietsreform statt, bei der nahezu alle Gutsbezirke aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden. Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 sowie der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 wurde zum 1. April 1935 das Führerprinzip auf Gemeindeebene durchgesetzt.

Nach Kriegsende 1945 wurde das Kreisgebiet von der Sowjetunion unter die Verwaltung der Volksrepublik Polen gestellt. In der Folgezeit begann die allmähliche Zuwanderung von Polen. Die deutsche Bevölkerung wurde von den örtlichen polnischen Verwaltungsbehörden vertrieben.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1750 21.161 1796 32.615 1816 29.894 1840 47.281 Topographisch-statistische Übersicht des Regierungsbezirks Frankfurt a. d. O., Harnecker, Frankfurt a. d. O. 1844, S. 30. (Digitalisat) 1871 60.527 Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Brandenburg und ihre Bevölkerung 1871. Berlin 1873. (PDF-Digitalisat) 1890 60.508 1900 59.407 1910 59.668 1925 60.699 1933 59.067 1939 59.158

Landräte mini|Landrat in Crossen – Siegelmarke 1723–1742 Alexander Rudolf von Rothenburg 1742–1751 Samuel Friedrich von Winning 1751–1763 Leopold Maximilian von Schlegel 1763–1769 Ernst Ludwig von Gloger 1769–1791 Johann Ernst von Oppell 1791–1828 Ernst Wilhelm Rudolph von Troschke 1828–1859 August von Rheinbaben (1785–1859) 1859–1889 Wilhelm von Rheinbaben (1813–1891) S. 126 S. 691 1889–1901 Gustav von Blomberg (1854–1919) 1902–1918 Wolf von Gottberg (1865–1938) 1918–1919 Josef Schoenkaes (* 1883) 1919–1933 Hans von Abel (1878–1937) 1933–1945 Erich Krüger

Kommunalverfassung Der Kreis Crossen (Oder) gliederte sich in Städte, Landgemeinden sowie – bis zu deren nahezu vollständiger Auflösung im Jahre 1928 – Gutsbezirke. Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 gab es ab dem 1. Januar 1934 eine einheitliche Kommunalverfassung für alle preußischen Gemeinden. Mit Einführung der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 trat zum 1. April 1935 im Deutschen Reich eine einheitliche Kommunalverfassung in Kraft, wonach die bisherigen Landgemeinden nun als Gemeinden bezeichnet wurden. Diese waren zu Amtsbezirken zusammengefasst.

Verkehr Schon früh durchzogen wichtige Eisenbahnlinien das Kreisgebiet. So wurde der Abschnitt Guben – Sommerfeld – Sagan der Niederschlesisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft bereits 1846 eröffnet >121.0<.

Im Jahre 1870 folgte die Märkisch-Posener Eisenbahn-Gesellschaft mit ihren Strecken Guben – Crossen – Bentschen und Frankfurt – Topper – Bentschen >122.b+c<.

Die Breslau-Schweidnitz-Freiburger Eisenbahn-Gesellschaft schloss 1874 mit der Teilstrecke Küstrin – Grünberg die erste Epoche des Bahnbaus ab >122.0<, ohne dass innerhalb des Kreises Querverbindungen entstanden wären. Eine solche stellte erst 1913/14 die Preußische Staatsbahn zwischen Crossen und Sommerfeld her >122.d<. Dieser Bahnhof war schon Knotenpunkt geworden, als 1897 die Lausitzer Eisenbahn-Gesellschaft ihre Strecke nach Teuplitz – Muskau eröffnet hatte >154.d<.

Die Staatsbahnstrecke Topper – Meseritz wurde von der Preußischen Staatsbahn 1909 in Betrieb genommen.

Städte und Gemeinden Stand 1945

Vor 1939 aufgelöste Gemeinden Alt Beutnitz und Neu Beutnitz, 1929 zur Gemeinde Beutnitz zusammengeschlossen Evengrund, 1929 zu Pleiskehammer Murzig, 1929 zu Kähmen

Namensänderungen Am 28. Juli 1934 erhielt die Stadt Sommerfeld die Zusatzbezeichnung „(Nd. Lausitz)“.

Die folgenden Namensänderungen gab es 1937: Deutsch Nettkow → Straßburg (Oder) Deutsch Sagar → Boberhöh Dobersaul → Schönrode (Mark) Dubrow → Eichenhagen Skyren → Teichwalde Wendisch Sagar → Bobertal

Literatur Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Band 3: Die Neumark Brandenburg enthaltend. Verlag Friedrich Maurer, Berlin 1809, S. 296–323.; Ortsregister für alle drei Bände, ebenda, Berlin 1809, S. 357–390. Topographisch-statistische Uebersicht des Regierungs-Bezirks Frankfurt a. d. Oder. Aus amtlichen Quellen zusammengestellt. Gustav Harnecker, Frankfurt a. d. O. 1844, S. 47–63. Heinrich Berghaus: Landbuch der Mark Brandenburg und des Markgrafthums Nieder-Lausitz, Band 3, Adolph Müller, Brandenburg 1856, S. 734–756. Berlin und die Mark Brandenburg mit dem Markgrafenthum Nieder-Lausitz in ihrer Geschichte und in ihrem gegenwärtigen Bestande. Hrsg. W. Riehl und J. Scheu, Berlin 1861, S. 522–543. Topographisch-statistisches Handbuch des Regierungs-Bezirks Frankfurt a. O. Verlag von Gustav Harnecker u. Co., Frankfurt a. O. 1867, S. 50–58. Königliches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung. Teil II: Provinz Brandenburg, Berlin 1873, S. 178–185. Gustav Neumann: Geographie des Preußischen Staates. 2. Auflage. Band 2, Berlin 1874, S. 101–102, Ziffer 10. Ernst Seyfert: Güter-Adreßbuch für die Provinz Brandenburg. 1914. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band VII, 2. Auflage, Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1914, S. 264–271. Wilhelm Jung: Die Kunstdenkmäler des Kreises Crossen. In: Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg. Band 6-6, Hrsg. Brandenburgischer Provinzialverband-Gesamt-Schriftleitung Erich Blunck, Meissenbach Riffarth & Co.-Komm. Buchhandlung Voss, Berlin 1921. Internet Archive. Ernst Seyfert, Hans Wehner: Landwirtschaftliches Adreßbuch der Rittergüter, Güter und Höfe der Provinz Brandenburg. 1929. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band VII, 4. Auflage, Niekammer’s Adreßbüchern GmbH, Leipzig 1929, S. 198–203.

Weblinks

Deutsche Verwaltungsgeschichte 1871–1990, sehr detailliert Landkreis Crossen Verwaltungsgeschichte und Landratsliste, In: Territorial (Rolf Jehke), Stand 16. Juli 2013. Der Landkreis Crossen RBB Brandenburger Landschleicher

Einzelnachweise

Crossen Kategorie:Neumark (Brandenburg) Kategorie:Powiat Krośnieński (Woiwodschaft Lebus) Crossen Kategorie:Aufgelöst 1945