Untere Mühle (fränkisch umgangssprachlich: Schbohza-milE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 183. Dort folgendermaßen transkribiert: „schbōtsəmíl“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Rügland im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Untere Mühle liegt in der Gemarkung Unternbibert.
Geografie Der Weiler liegt an der Bibert und dem Stockheimer Bach, der dort als rechter Zufluss in die Bibert mündet. 1 km südwestlich erhebt sich der Rüglander Berg (). Die Kreisstraße AN 24 führt nach Unternbibert (0,7 km westlich) bzw. nach Frickendorf zur Staatsstraße 2255 (1,3 km östlich).
Geschichte In der sogenannten Biberturkunde aus dem Jahr 810 wurde bezeugt, dass ein Graf Eckibert das Dorf „Piparodi“ (Unternbibert) mit allem Zubehör, darunter auch eine Mühle, dem Regensburger Bischof Adalwin übertrug. Nach Elisabeth Fechter ist damit wahrscheinlich die Untere Mühle gemeint, womit sie die älteste bezeugte Mühle im Landkreis Ansbach wäre. Seit 1478 ist der Name „under mülen“ bezeugt.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 183. Ende des 18. Jahrhunderts wurde sie auch „Görchsenmühle“ genannt. Der umgangssprachliche Name „Schbōtsəmíl“ leitet sich von den Besitzern, den Gebrüdern Spatze, ab, die die Mühle in neuerer Zeit (Anfang 20. Jahrhundert?) erworben hatten.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehörte die Untere Mühle zur Realgemeinde Unternbibert. Die Mühle hatte das brandenburg-ansbachische Vogtamt Unternbibert als Grundherrn. Unter der preußischen Verwaltung (1792–1806) des Fürstentums Ansbach erhielt die Untere Mühle die Hausnummer 34 des Ortes Unternbibert.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 919. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1001.
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde die Untere Mühle dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Unternbibert und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Unternbibert zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde diese am 1. Januar 1977 nach Rügland eingemeindet.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 3 7 13 9 13 12 20 10 11 13HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und von 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 1 1 2 2 2 2 2 3Quelle
Religion Untere Mühle ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Bartholomäus (Unternbibert) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Dionysius (Virnsberg) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Rügland) Kategorie:Weiler im Landkreis Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 810 Kategorie:Ort an der Bibert