Die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) ist eine 1987 in Deutschland gegründete Organisation der Skeptikerbewegung mit Sitz in Roßdorf (bei Darmstadt). Die GWUP ist ein in Deutschland eingetragener Verein und als gemeinnützig anerkannt. Die mehr als 2100 Mitglieder (2021) sind, nach eigenen Angaben, Wissenschaftler oder wissenschaftlich interessierte Laien. Einmal jährlich veranstaltet die GWUP eine Konferenz mit wechselnden Themenschwerpunkten. Vorsitzender der GWUP ist André Sebastiani.

Ziele und Themen Die GWUP sieht ihre Hauptaufgabe in der kritischen Betrachtung von Theorien und Behauptungen aus Bereichen wie Verschwörungstheorien, Parawissenschaften, Esoterik, Aberglaube und Alternativmedizin. Sie strebt Aufklärung im Sinne der Volksbildung und des Verbraucherschutzes an. Die GWUP stellt die Bedeutung wissenschaftlichen Vorgehens und kritischen Denkens für gesellschaftliche Herausforderungen heraus. Neben einer theoretischen Auseinandersetzung werden auch einzelne Personen wie Wünschelrutengänger, Telekinetiker, „Energetisierer“, alternative Heilkundler und Astrologen kritisiert und ihre Fähigkeiten empirisch überprüft.

Erklärtes Ziel ist die Förderung der Wissenschaften einschließlich ihrer Methoden. Wissenschaftliche Methoden sollen verbreitet, verständlich gemacht und auf Parawissenschaften, Pseudowissenschaften sowie verwandte Überzeugungssysteme angewendet werden. Dies umfasst auch die Information der Öffentlichkeit über den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand hinsichtlich parawissenschaftlicher Behauptungen.

Themengebiete, mit denen sich die GWUP verstärkt beschäftigt, sind Gesundheit, Komplementär- und Alternativmedizin, dabei insbesondere Homöopathie. Kritische Beachtung sei im Gesundheitsbereich besonders angebracht, weil durch Glaube an nicht nachgewiesene Zusammenhänge wirkungsvollere Therapien unterblieben.Eva Stanzl: Wissen versus Glauben. In: WienerZeitung.at, 30. Mai 2011, abgerufen am 27. Juli 2011. Hinzu kommt die Auseinandersetzung mit Okkultismus, Spiritismus, Esoterik oder Ideologien, wie sie z. B. der Anthroposophie zugrunde liegen; des Weiteren werden Themen aus den Bereichen Glaube bzw. Aberglaube sowie Kreationismus betrachtet, wobei Religion selbst kein Thema ist.Religion selbst ist kein Thema für die GWUP. Im Rahmen eines jährlichen Prognosechecks stehen Astrologie, Prophezeiungen und Vorhersagen im Fokus. Weitere Themenfelder sind Verschwörungstheorien, Paratechnologien, Alternative Medizin, Psychotechniken, Prä-Astronautik, UFOs, aber auch einzelne Fragestellungen etwa zum Turiner Grabtuch, NLP, Heilpraktiker.

In Deutschland engagiert sich die Gesellschaft auch schulpolitisch. So protestierte sie 2012 gegen einen Schulversuch in Hamburg, bei dem Elemente aus der Waldorfpädagogik eingesetzt werden sollten.Offener Brief des GWUP Wissenschaftsrates, Waldorf in Hamburg: Esoterik und „abstruse Ideen“, zusammenfassender Blogeintrag von Bernd Harder 26. November 2013, jeweils GWUP Webseite Der offene Brief des GWUP Wissenschaftsrates forderte, 2016 startete die von der GWUP unterstützte Initiative Informationsnetzwerk Homöopathie (INH), in der sich Homöopathie-Kritiker organisieren.

Nach einer Debatte über die künftige Ausrichtung beschloss die Mitgliederversammlung der GWUP 2024, das Themenspektrum der GWUP auf alle Themen auszuweiten, die eine wissenschaftlich-kritische Diskussion erlauben; neben Fakten und Mythen künftig auch gesellschaftliche Kontroversen.Eine kurze Geschichte der deutschen Skeptiker Eintrag auf der Website der GWUP. Der Humanistische Pressedienst schrieb in einem Artikel aus Anlass des Auftritts Ahmad Mansours auf der SkepKon 2026 von einer „neuen GWUP“ und dem Hinzukommen neuer Konfliktfelder von denen Islamismus, Migration, Frauenrechte sowie Wissenschaft und offene Gesellschaft in der Podiumsdiskussion behandelt wurden.Aufklärung unter Polizeischutz – Ahmad Mansour auf der "SkepKon"-Bühne war ein Meilenstein in der GWUP-Geschichte – Warum dieser Vormittag zur neuen GWUP passt.

Organisation mini|hochkant|Sitz der GWUP in Roßdorf bei Darmstadt

Der Verein wurde 1987 in Bonn gegründet.GWUP-Geschichte, Website der GWUP, abgerufen am 27. Juni 2016. Er ist ein in Deutschland wegen der Förderung der Volksbildung als gemeinnützig anerkannter eingetragener Verein mit Hauptsitz in Roßdorf bei Darmstadt. Die GWUP ist laut eigenen Angaben die älteste und größte Skeptiker-Organisation im deutschsprachigen Raum und versteht sich als Teil der internationalen Skeptikerbewegung. Als Vorläuferorganisationen nennt die GWUP die informelle Arbeitsgemeinschaft der Skeptiker zur Untersuchung von Pseudowissenschaften und Okkultem (ASUPO) und die 1903 gegründete Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung des Kurpfuschertums.War die GWUP die erste deutsche Skeptiker-Organisation Eintrag auf der Website der GWUP

Der wissenschaftliche Beirat, als „Wissenschaftsrat“ bezeichnet, berät den Verein und ist interdisziplinär besetzt. Er soll die wissenschaftlichen Standards der Vereinsarbeit sicherstellen. Dazu wird ein Vertreter des Wissenschaftsrats in den GWUP-Vorstand entsandt. Es besteht kein Zusammenhang mit dem Wissenschaftsrat.

In Roßdorf unterhält die GWUP das Zentrum für Wissenschaft und kritisches Denken, das hauptberuflich von Martin Mahner geleitet wird. Dort werden unter anderem Anfragen von Journalisten und Interessierten beantwortet. Es wurde 1999 gegründet.Das Zentrum für Wissenschaft und kritisches Denken der GWUP. In: Skeptiker (4/2002) Etwa 200 Personen werden pro Jahr individuell beraten. In Roßdorf befindet sich auch eine Präsenzbibliothek.

In Deutschland und Österreich gibt es mehrere Regionalgruppen der GWUP. Sie haben ihren Sitz in Berlin, Essen (für die Metropolregion Rhein-Ruhr), Hamburg, München, Stuttgart, Würzburg, Wien und Untersberg (für die Region Salzburg/Freilassing).Regionalgruppen der GWUP Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften, abgerufen am 26. Juli 2011. Die Wiener Regionalgruppe tritt in der Öffentlichkeit als Gesellschaft für kritisches Denken auf.Website der Gesellschaft für kritisches Denken

Bernd Harder war langjähriges Vorstandsmitglied, war Pressesprecher und Verantwortlicher für den Blog der GWUP.https://www.gwup.org/who-is-who/865-harder-bernd

Struktur Vorstand die Vorstandsmitglieder 2026 waren:

Wissenschaftsrat der GWUP Im Wissenschaftsrat sind 2026 folgende Mitglieder:

Weitere Mitglieder des Wissenschaftsrats waren in der Vergangenheit:

„Fellows“ der GWUP (Auswahl) Die „Fellows“ stellen eine Auswahl an Persönlichkeiten der Skeptikerbewegung dar, die die GWUP in der Zeitschrift Skeptiker nennt:

Weitere aktive und ehemalige bekannte Mitglieder (Auswahl)

Aktivitäten „SkepKon“ (Konferenz) Seit 1989 veranstaltet die GWUP jährlich eine Konferenz, deren Ziel es unter anderem ist, Ergebnisse aus der Vereinsarbeit der Öffentlichkeit bekannt zu machen. 2011 stand diese Konferenz unter dem Motto Fakt und Fiktion und fand im Juli im Naturhistorischen Museum und der Technischen Universität in Wien statt.Veranstaltungsarchiv der GWUP, abgerufen am 12. Juli 2011. 2012 veranstaltete die GWUP vom 18. bis 20. Mai den 6th World Skeptics Congress in Berlin. 2013 fand die Konferenz in Köln erstmals unter dem Namen SkepKon statt. 2014 fand die SkepKon in München, 2015 in Frankfurt und 2016 in Hamburg statt. 2017 tagte die SkepKon in Berlin. Köln war 2018 der Veranstaltungsort. Zum zweiten Mal konnte die Vortragsreihe Skeptical stattfinden. Redner waren unter anderem Lydia Benecke, Natalie Grams, Nikil Mukerji und Uwe Kanning. 2019 referierten auf der SkepKon in Augsburg unter anderem Gerd Antes, Florian Aigner und Norbert Aust. Beim Skeptical traten Tommy Krappweis und Methodisch inkorrekt! auf.

Das „Goldene Brett vorm Kopf“

Im Rahmen des Publikumstages der GWUP-Konferenz 2011 in Wien wurde auch erstmals der jährliche satirische Negativpreis das Goldene Brett vorm Kopf verliehen. Ab der zweiten Vergabe 2012 gibt es neben einem Preisträger auch einen Preis für das Lebenswerk. Zu jedem Preis gibt es eine Laudatio.Wegen der Covid19-Pandemie fand diese am 15. Dezember 2020 nicht als Präsenzveranstaltung statt. In beiden Kategorien werden sowohl Einzelpersonen als auch Organisationen, Unternehmen oder Produkte ausgezeichnet, darunter etwa der Kopp Verlag, Demeter (Anbauverband) oder Hevert-Arzneimittel sowie Persönlichkeiten wie Peter Fitzek, Harald Walach und Sucharit Bhakdi.

„Psi-Test“ mini|Zentrum für Wissenschaft und kritisches Denken der GWUP

Die GWUP führt seit 2004 jährlich sogenannte Psi-Tests zur Überprüfung paranormaler Fähigkeiten durch. Zunächst wurden die Tests in Abstimmung mit James Randi im Rahmen der One Million Dollar Paranormal ChallengeCorinna Sachs: wdr.de, 12. Oktober 2004. durchgeführt, später eigenständig. Für den Nachweis paranormaler Fähigkeiten ist ein Preisgeld von 10.000 Euro ausgeschrieben. Bisher (Stand 2017) hat noch niemand das Preisgeld gewonnen. Der Testablauf wird im Vorhinein zwischen Kandidat und der GWUP vereinbart. Bis 2010 nahmen rund 30 Kandidaten, meist Pendler und Wünschelrutengeher, an den Psi-Tests teil. Bei keinem der Tests konnte ein Erfolg erzielt werden.Ralf Nestler: Die Macht der Strahlen. In: Die Zeit, Nr. 34/2009. Die Psi-Tests finden im Biozentrum der Universität Würzburg statt. Auch 2013 konnte keiner der Probanden einen Nachweis seiner paranormalen Fähigkeiten erbringen. Dieser Test wurde von dem Journalisten und Psychologen Sebastian Bartoschek mit Mikrofon und Kamera begleitet.Podcast Hoaxilla 2014 berichteten die Berliner Morgenpost, Welt.de und das ZDFheute-nacht vom 23. Juli 2014 über die Tests. 2015 berichtet die ARD.Der Wasser-Flüsterer – Ein Wünschelruten-Gänger muss sich beweisen – SWR Fernsehen RP 2016 wurden die Tests vom Bayerischen Rundfunk begleitet. 2017 berichteten Der Tagesspiegel und der Deutschlandfunk über die Psi-Tests. 2018 berichtete der humanistische Pressedienst. 2020 waren sie Thema einer Prüfungsfrage der Reife- und Diplomprüfung an berufsbildenden höheren Schulen in Österreich.

Carl-Sagan-Preis für Journalisten Der Preis soll einen Beitrag honorieren, der aus kritischer und wissenschaftlicher Sicht über ein Thema aus dem Bereich der Parawissenschaften informiert oder die Konsequenzen von parawissenschaftlich basierten Entscheidungen für das Individuum/die Gesellschaft aufzeigt. Teilnahmeberechtigt sind Journalisten und Wissenschaftskommunikatoren.

Liste der Preisträger 2008: Der Physiker und Ex-Fernsehmoderator Joachim Bublath erhielt den Preis für sein journalistisches Lebenswerk. 2017: Die Wissenschaftsjournalisten Hristio Boytchev und Claudia Ruby wurden für ihre Arbeiten zu pseudomedizinischen Krebsbehandlern (Krebs: Das Geschäft mit der Angst) ausgezeichnet. 2019: Das Journalistenteam Nicola Kuhrt und Hinnerk Feldwisch-Drentrup von MedWatch erhielt den Preis für ihr Engagement gegen unseriöse Heilverfahren im Internet.

„Prognosecheck“ Seit dem Jahr 2002 wird jährlich eine von Michael Kunkel, Mathematiker und Consultant in einer Versicherungsfirma, erstellte Rückschau auf die astrologischen Prognosen des vergangenen Jahres veröffentlicht.Wahrsager sind Unwahrsager – außer Paul. In: Badische Zeitung, 16. Dezember 2010. Die Prognosen werden gesammelt und auf einer Website veröffentlicht. Sie stammen überwiegend aus dem Internet (ca. 70 %), des Weiteren aus Zeitungen, Zeitschriften und aus Büchern. Im Jahre 2010 wurden ca. 110 Prognosetexte und Webseiten von über 60 Wahrsagern und Astrologen ausgewertet.GWUP Wahrsager Prognosecheck 2010, aufgerufen am 9. März 2017. Im Jahr 2014 berichtete die Süddeutsche Zeitung. 2015 berichtete die FAZ und der Kölner Stadtanzeiger. 2016 berichtete die ZEIT. 2018 berichtet die Berliner Morgenpost.

Homöopathie / Aktion „10:23“