Wilhelm Otto Sens (* 14. April 1898 in Dessau; † 7. April 1970 in HannoverSterberegister des Standesamtes Hannover Nr. 2771/1970.) war ein deutscher Gestapobeamter, SS-Führer und Leiter des Einsatzkommandos 1 der Einsatzgruppe II in Polen.

Leben Sens nahm nach dem Schulbesuch am Ersten Weltkrieg als Angehöriger der Kaiserlichen Marine teil. Nach Kriegsende trat er der III. Marine-Brigade (Von Loewenfeld) bei und war an den Kämpfen in Oberschlesien und dem Ruhrgebiet beteiligt. Nach dem gescheiterten Kapp-Putsch führte er das elterliche Geschäft in Dessau. Klaus-Michael Mallmann, Jochen Böhler und Jürgen Matthäus: Einsatzgruppen in Polen: Darstellung und Dokumentation. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Stuttgart 2008, S. 27

Zum 1. August 1930 trat er der NSDAP (Mitgliedsnummer 278.102)Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/41340796 und 1931 der SS (SS-Nummer 23.662) bei. In der SS wurde Sens im April 1944 zum SS-Standartenführer befördert.Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich, Frankfurt am Main 2007, S. 579Otto Sens auf www.dws-xip.pl

Nach der Machtübertragung an die NSDAP wurde er im Februar 1934 Leiter der Anhaltischen Politischen Polizei, aus der die Staatspolizeistelle Dessau entstand.

Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges war Sens Führer des Einsatzkommandos 1 der Einsatzgruppe II, die bis November 1939 polnische Intellektuelle und Juden ermordete.Israel Gutman (Hrsg.): Enzyklopädie des Holocaust - Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden, Piper Verlag, München/Zürich 1998, 3 Bände, ISBN 3-492-22700-7, Bd. 1, S. 395; Bd. 2 S. 393Einsatzkommandos in Polen

Danach war er dem Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD (BdS) in Krakau für das gesamte Generalgouvernement unterstellt. Von Oktober 1940 bis Mitte 1941 leitete Sens die Staatspolizeistelle Kattowitz. Anschließend leitete er die Staatspolizeistelle Koblenz.

Nach Kriegsende lebte Sens in Hannover. Er wurde juristisch nicht belangt.Klaus-Michael Mallmann, Jochen Böhler und Jürgen Matthäus: Einsatzgruppen in Polen: Darstellung und Dokumentation. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Stuttgart 2008, S. 107

Literatur Klaus-Michael Mallmann, Jochen Böhler und Jürgen Matthäus: Einsatzgruppen in Polen: Darstellung und Dokumentation. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-534-21353-5. (Band 12 der Veröffentlichungen der Forschungsstelle Ludwigsburg der Universität Stuttgart.) Alexander B. Rossino: Hitler strikes Poland – Blitzkrieg, Ideology and Atrocity, Kansas City 2003, ISBN 0700612343.

Alexander Sperk: Anhalt im Spiegel der Lageberichte der Geheimen Staatspolizei und des Staatsministers zu Beginn des Nationalsozialismus, in: Mitteilungen des Vereins für Anhaltische Landeskunde, 14. Jg. 2005, S. 226–244, Alexander Sperk: Staatspolizeistellenleiter, Einsatzkommandoführer, Offizier im Sicherheitsdienst der SS – die Karriere des Otto Sens aus Dessau, in: Dessauer Kalender 2014, S. 68–87, Alexander Sperk: Die Geheime Staatspolizei in Anhalt. Personal, Lageberichte, Verfolgte. Wissenschaftliche Reihe der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt, Bd. 5, Halle (Saale) 2021, ISBN 978-3-96311-373-4, S. 72–87.

Einzelnachweise

Kategorie:Gestapo-Personal Kategorie:Person der Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD Kategorie:Person (deutsche Besetzung Polens 1939–1945) Kategorie:SS-Mitglied Kategorie:SD-Personal Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:Freikorps-Mitglied Kategorie:Militärperson (Kaiserliche Marine) Kategorie:Person (Dessau-Roßlau) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1898 Kategorie:Gestorben 1970 Kategorie:Mann