Fritz Traskowski (* 29. Juli 1909; † 6. August 1987 in Halle (Saale)) war ein deutscher kommunistischer Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, Häftling im KZ Lichtenburg, VVN-Funktionär und Funktionär der Nationalen Front der DDR.
Leben Traskowski trat mit 21 Jahren in die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) ein und engagierte sich gegen den aufkommenden Nationalsozialismus. Er wurde Politischer Leiter des KPD-Unterbezirks Heldrungen. Nach der Machtergreifung der NSDAP leistete er in der Illegalität Widerstand gegen das NS-Regime, wurde verhaftet und kam in das KZ Lichtenburg. In einem Erinnerungsbericht als Zeitzeuge schilderte er, wie er mit 500 anderen Gefangenen in Marschkolonnen ab Dommitzsch über Prettin bis auf die Lichtenburg gebracht wurde.Dietmar Schulze: (PDF; 2,1 MB) Abgerufen am 23. Juli 2011. Später äußerte er zu seinen KZ-Erfahrungen:Rolf Helm, Karl-Heinz Leidigkeit: Gegen Faschismus und Krieg. Die KPD im Bezirk Halle-Merseburg 1933-1945, Halle 1983, S. 115
Im Zweiten Weltkrieg wurde Traskowski zur Strafdivision 999 einberufen.
Als die NS-Herrschaft beseitigt war, gehörte er als Mitglied zur wieder gegründeten KPD und wurde mit der Zwangsvereinigung von SPD und KPD 1946 Mitglied der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED). Seit 1947 war er Landessekretär des VVN-Landesverbandes Sachsen-Anhalt. Von 1952 bis 1953 war er Vorsitzender des VVN Bezirksverbands Halle (Saale). Danach übte er die Funktion des Ersten Sekretärs des Bezirksausschusses Halle der Nationalen Front aus und war Mitglied des Bezirkskomitees der antifaschistischen Widerstandskämpfer.
Fritz Traskowski war verheiratet mit Ehefrau Kläre, geborene Jahns.
Ehrungen 1979 Vaterländischer Verdienstorden in GoldNeues Deutschland, 2. Mai 1979 1984 Vaterländischer Verdienstorden (Ehrenspange)Neues Deutschland, 4. Oktober 1984 Am 15. August 1989 wurde die Jugendbrigade Vorfertigung aus dem Mansfeldkombinat für einige Monate nach Traskowski benannt, wie das SED-Organ Freiheit berichtete. Die Jugendlichen hatten enge Kontakte zur Frau des KPD-Funktionärs gepflegt.http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/XPage&atype=ksArtikel&aid=1246046536155&template=Druckfassung&si=994341334665 Abgerufen am 23. Juli 2011 (nicht mehr abrufbar; auch unter archive.org nicht) Die 1989 eröffnete Schule in der halleschen Erich-Kästner-Straße 34 wurde nach Traskowski benannt. Nach der Wende wurde sie in Grundschule Thomas Mann umbenannt und später (nach der Fusionierung mit einer anderen Schule) abgerissen. – Späterer Name siehe Amtlicher Stadtplan der Stadt Halle, 1. Auflage, Halle 2000, Seite 22. – Abriss siehe
Veröffentlichungen Zur Geschichte der Arbeiterbewegung im Kreis Artern / H. 1. Biographien, Erinnerungsberichte, Dokumente
Literatur Rolf Helm, Karl-Heinz Leidigkeit: Gegen Faschismus und Krieg. Die KPD im Bezirk Halle-Merseburg 1933-1945, Halle 1983, S. 115 Elke Reuter, Detlef Hansel: Das kurze Leben der VVN von 1947 bis 1953: Die Geschichte der Verfolgten des Nazi-Regimes in der SBZ und DDR. Berlin 1997, ISBN 3-929161-97-4, S. 583
Einzelnachweise
Kategorie:Person (Widerstand gegen den Nationalsozialismus) Kategorie:KZ-Häftling Kategorie:Opfer der NS-Justiz Kategorie:KPD-Funktionär Kategorie:SED-Mitglied Kategorie:Mitglied der VVN-BdA Kategorie:Person (Nationale Front der DDR) Kategorie:Träger des Vaterländischen Verdienstordens (Ehrenspange) Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1909 Kategorie:Gestorben 1987 Kategorie:Mann