Dsmitryj Aljaksandrawitsch Sawadski (russisch Дми́трий Алекса́ндрович Зава́дский / wiss. Transliteration Dmitrij Aleksandrovič Zavadskij, Dsmitryj Aljaksandrawitsch Sawadski, / Dzmitryj Aljaksandravič Zavadski, * 28. August 1972 in Minsk; † 7. Juli 2000 ebenda) war ein belarussischer Kameramann.

Leben Sawadski arbeitete für den Sender ORT (Obschtschestwennoje Rossijskoje Telewidenije, ab 2002 Perwy kanal) und galt als oppositioneller Journalist. Von 1994 bis 1997 war er persönlicher Kameramann von Aljaksandr Lukaschenka. , Народная Воля, 20. Juni 2008 (russ.)

Am 7. Juli 2000 fuhr Dsmitryj Sawadski zum Flughafen in Minsk, wo er sich mit dem ORT-Journalisten Pawel Grigorjewitsch Scheremet treffen wollte. Sein Auto wurde auf dem Flughafengelände gefunden, er selbst war unauffindbar.Bericht der belarussischen Staatsanwaltschaft: Прокуратура Белоруссии вновь открыла „дело Завадского“ и планирует довести его до конца, newsru.com, 23. Juni 2005, abgerufen am 24. Juli 2020 (russ.) Das Verschwindenlassen von Regierungsgegnern in Belarus, außer Sawadski konkret der drei weiteren regierungskritischen Gegner Lukaschenkas Juryj Sacharanka, Wiktar Hantschar und Anatol Krassouski, verursachte im Ausland großes Aufsehen.„Belarus: Without trace: Uncovering the fate of Belarus’ ‚Disappeared‘“, Amnesty International, 31. August 2002, abgerufen am 24. Juli 2020 (engl.)

2002 wurden die mutmaßlichen Täter Waleri Ignatowitsch, Maxim Malik, Alexei Guse sowie Sergei Sawuschkin, ehemalige Beamte einer Spezialeinheit der Polizei, unter anderem wegen gemeinschaftlicher Entführung und Mord in fünf weiteren Fällen angeklagt. Ignatowitsch und Malik wurden vom obersten Gerichtshof für schuldig befunden und zu lebenslanger Haft in einer Strafkolonie verurteilt. Die anderen Angeklagten wurden zu Haftstrafen von 10 bis 25 Jahren verurteilt. (russ., abgerufen am 23. Juli 2011) Obwohl es kein Geständnis der beiden gab, sah es das Gericht als gegeben an, dass Ignatovitsch und Malik sich für ein vorher gesendetes Enthüllungsvideo des Journalisten an ihm rächen wollten. Am 27. November 2003 wurde Sawadski vom Bezirksgericht Minsk offiziell für tot erklärt.

Weblinks Dmitri Sawadski Foundation (engl./russ.) Mehrere Berichte auf newsru.com (russ.)

Einzelnachweise

Kategorie:Amtlich für tot erklärte Person (21. Jahrhundert) Kategorie:Opfer eines ungeklärten Tötungsdelikts Kategorie:Kriminalfall 2000 Kategorie:Kameramann Kategorie:Belarusse Kategorie:Geboren 1972 Kategorie:Gestorben 2000 Kategorie:Mann