mini|Titelblatt der russischen Ausgabe von 1865 Weiße Nächte () (auch Helle NächteInsel-Verlag 1924Piper 1991) ist eine Novelle des russischen Schriftstellers Fjodor Dostojewski, die erstmals 1848 unter dem Originaltitel (russ. für Weiße Nächte. Ein gefühlvoller Roman (Aus den Memoiren eines Träumers)) erschien. Sie handelt von einem Außenseiter, der einer jungen Frau begegnet, in die er sich verliebt und mit der er sich an vier Abenden trifft.
Handlung Ein junger Mann trifft eines Nachts in Sankt Petersburg ein weinendes 17-jähriges Mädchen namens Nastenka. Voller Mitleid spricht er sie an, woraus eine Freundschaft und im Laufe der folgenden Nächte eine zarte Liebe entsteht.
Sie treffen sich jede Nacht am selben Ort zur gleichen Zeit und sprechen über ihr bisheriges Leben. Er erzählt ihr von seinem einsamen Leben als Träumer, sie ihm von einer bis jetzt unerfüllten Liebe zu einem ehemaligen Untermieter ihrer Großmutter, mit dem sie damals weglaufen wollte. Allerdings reiste dieser für ein Jahr nach Moskau und wollte zuerst Geld verdienen, um ihr ein angenehmes Leben als seine Frau bieten zu können. Noch immer wartet sie voller Sehnsucht auf dessen versprochene Rückkehr.
Der junge Mann und Nastenka lernen sich in der Zwischenzeit immer besser kennen und schließlich lieben. Doch während seine Liebe immer stärker wird, steht sie vor der Entscheidung zwischen den beiden Männern.
Der Roman endet mit der Rückkehr von Nastenkas Verehrer, für den sie sich schließlich entscheidet. Anschließend schickt sie dem Erzähler einen Brief und bittet darin um Verständnis. Der Enttäuschte sieht sich einem trostlosen, einsamen Leben entgegengehen, hegt aber dennoch keinen Groll gegen Nastenka.
Adaptionen Verfilmungen 1934: Peterburgskaja notsch (Frz. La Nuit de Saint-Petersbourg/Nuits blanches), Grigori Lwowitsch Roschal und Wera Pawlowna Strojewa, UdSSREncyclocine.com abgerufen am 7. September 2026.Petersburg night auf , abgerufen am 13. November 2014. 1957: Weiße Nächte (Le notti bianche), Luchino Visconti, Italien 1959: Belyje Notschi (Белые ночи), Iwan Alexandrowitsch Pyrjew, UdSSR 1962: Le notti bianche, Vittorio Cottafavi, TV, Italien 1964: Helle Nächte, Wilhelm Semmelroth, TV, Deutschland 1971: Vier Nächte eines Träumers (Quatre Nuits d’un Rêveur), Robert Bresson, Frankreich 1973: Noites Brancas, Zbigniew Ziembinski, TV, Brasilien 1975: L’Assassin musicien, Benoît Jacquot, Frankreich 1992: Belyje Notschi, Leonid Kvinikhidze, Russland 2001: Belye Noci, CZ 2005: White Nights, Alain Silver, USA 2007: Saawariya, Sanjay Leela Bhansali, Indien 2009: Le notti bianche, Christian Patanè, Italien (Kurzfilm) 2009: The Seducer, John C. Koch, USA 2011: Venice Shore Nights, Timothy Welch, USA 2016: Белые ночи (Weiße Nächte), Tatjana Woronetzkaja + Andreij Bogatirew, Russland
Oper 1929: Weiße Nächte (Eric Paul Stekel)
Trivia Das Werk findet in Jacqueline Harpmans dystopischem Roman Ich, die ich die Männer nicht kannte Erwähnung. Die Hauptfigur findet, nach einer Wanderung durch eine verwüstete Welt, eine Ausgabe des Buches in einer unterirdischen Behausung, in der sie wohnen bleibt.Anna Weiß: Feminismus? More like Existenzialismus. In Spiegel-Bestseller - Das Kulturmagazin, Sommer 2026, S. 5.
Literatur Fjodor Dostojewskij: Weiße Nächte. Aus den Erinnerungen eines Träumers. In deutscher Übersetzung von A. Eliasberg. Mit Original-Holzschnitten von K. Rössing, Orchis-Verlag, München 1923. Fjodor Dostojewski: Weiße Nächte. Ein empfindsamer Roman (Aus den Erinnerungen eines Träumers). Übersetzt von Hermann Röhl. Anaconda, Köln 2007, ISBN 978-3-86647-181-8. Fjordor Dostojewski: Weiße Nächte. Eine Liebesgeschichte. Aus dem Russischen von Hermann Röhl. Insel-Verlag, Leipzig 1924. Neuausgabe Insel Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-458-19537-5.
Weblinks
Quellen
Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Werk von Fjodor Michailowitsch Dostojewski Kategorie:Literatur (19. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Russisch) Kategorie:Novelle