Die Ritterherrschaft Freyberg-Eisenberg zu Hopferau entstand 1467, als die Herrschaft Freyberg-Eisenberg unter den Söhnen des Peter von Freyberg-Eisenberg zu Eisenberg geteilt wurde. Dem Sohn Wilhelm fiel dabei der mehr westliche Teil um die väterliche Burg Eisenberg zu, während der andere Sohn Sigmund Güter erhielt, die mehrheitlich eher östlich in der Herrschaft lagen.
Umfang der Herrschaft mini|Schloss Hopferau Der Teilungsbrief von 1467Stadtarchiv Füssen Registratur Hopferau 2. Teil, Nr. 9 listet auf, welche Bauerngüter dem Sigmund zugesprochen wurden: Lüben [Lieben]: 2 Güter Baungarten [Baumgarten]: 1 Gut Zell: 2 Güter Au Hopferau: 3 Güter, 1 Mühle, 1 Sölde Haimen [Heimen]: 5 Güter, 3 Sölden Brandegg: 1 Gut Im Düll [Unter- und Oberdill]: 3 Güter Hopfen: 1 Gut Wizner [Weizern]: 2 Güter zu den Schradi [Schraden]: 1 Gut Lechen [Lehern]: 2 Güter Arlazau [Hinterberg]: 1 Gut Zwÿselberg [Zwieselberg]: 2 Güter Attlesee: 3 Güter, 1 "Speicher" zu Weizern Segger Pfarr zum Weg [Weg, Gde. Seeg]: 1 Gut Albisried: 4 Güter Lengenwang: 4 Güter, 3 Sölden Baltarazried [Balteratsried]: 2 Güter, 1 Mühle, 1/2 Einöde (in Humartzried) Zum Hopferauer Besitz des Sigmund zählten demnach 40 größere Bauerngüter, fünf Sölden und zwei Mühlen, aus denen Bestandsgelder an die Grundherrschaft abzuführen waren. Einkünfte bezog sie auch aus fünf Fischwässern, dem Segger See, dem Schleÿsee, der Grazach, dem Bechlin das hinab rint für Albisried in den Kippach und aus der Kippach selbst. Außerdem gehörten dem Sigmund noch eine ganze Reihe von Eigenleuten (Leibeigene), die ihm eine Leibsteuer zu zahlen hatten. mini|400px|Grafische Darstellung der Linie Freyberg-Eisenberg zu Hopferau mit Seitenlinien
Inhaber Sigmund von Freyberg-Eisenberg zu Hopferau Der erste Inhaber der neu entstandenen Herrschaft nannte sich "Sigmund von Freyberg-Eisenberg zu Hopferau", weil er das zentral gelegene Hopferau als Verwaltungszentrum auswählte. Vermutlich kurz nach der Teilung 1467 heiratete Sigmund die Dorothea von Thumb von Neuburg. 1468 wird er als "Ritter" bezeichnet.Ludwig Baumann, Geschichte des Allgäus, Bd. 2, S. 583 Angeblich war er auch bei den Turnieren in Heidelberg (1481), in Stuttgart (1484) und in Ansbach (1485) dabei.Familienchronik, S. 64
Sigmund muss eine bedeutende Persönlichkeit gewesen sein. 1474 war er bei der pompösen Hochzeit des Grafen und späteren Herzogs Eberhard von Württemberg dabei.Hauptstaatsarchiv Stuttgart A 602 Nr. 373 d 1481 wird Sigmund als Präsident des Hofgerichtes in Tübingen genannt und 1484 war er württembergischer Pfleger in Schorndorf. Im Alter wählte er offenbar Hopferau zu seinem Hauptwohnsitz aus. Dort hatte er ein neues Schloss erbauen lassen und eine Kirche, für die 1504 die bischöfliche Konzession und Konsekration erfolgt ist.Stadtarchiv Füssen Registratur Hopferau 1. Teil, Nr. 3 fol. 11 Von Hopferau aus dürfte er 1497/1498 noch das Amt eines Pflegers in Schongau ausgeübt haben.Urkunden im Archiv Isny Nr. 449 (1497) und Ludwig Baumann, Geschichte des Allgäus, Bd. 2, S. 583 (1498) Schon zuvor hatte er in Kaufbeuren ein Haus am Markt in seinen Besitz gebracht. Es dürfte von seinem Vetter Heinrich von Freyberg-Eisenberg zu Hohenfreyberg stammen, der dort mit seiner Frau Klara Honold gelebt hatte und bald vor 1480 gestorben war.Richard Dertsch, Die Urkunden der Stadt Kaufbeuren, Nr. 1232 Zusammen mit seinem Neffen Peter von Freyberg-Eisenberg zu Eisenberg war Sigmund auch Inhaber der Herrschaft Asch, wo beide 1489–1499 als Gerichts- und Patronatsherren genannt werden.Richard Dertsch, Die Urkunden der Stadt Kaufbeuren, Nr. 1438, 1579, 1580 und 1590 Kurz vor seinem Ableben, vermutlich am Ende des Jahres 1504, veräußerte Sigmund seine Kaufbeurer Behausung an König Maximilian I. Sigmund und seine Frau fanden ihre letzte Ruhestätte im Kloster Stams, wohin schon seine Großeltern Jahrtage gestiftet hattenStiftsarchiv Stams, Additiones XXVI,59 und auch begraben lagen.
Von Sigmunds Kindern heiratete die Amalie den Ulrich von Schlandersberg und die Veronika den Balthasar von Schellenberg zu Sulzberg.Christian Behrer (Hrsg.), Burg Sulzberg, Brack Verlag Altusried 1995, S. 25 Den Sohn Philipp, der wegen seiner Meisterschaft im Spiel den Beinamen "der Spieler" erhielt, zog es zum Kriegsdienst. Nach der Auflösung der Liga von Cambrai ließ er sich als Oberst von den Franzosen anwerben. In der Schlacht von Ravenna verlor er 1512 sein Leben. Dasselbe Schicksal erlitt sein Bruder Hans-Sigmund, der als Malteserritter ebenfalls an dieser Schlacht teilnahm. Ein dritter Bruder Friedrich war zunächst für den geistlichen Stand ausersehen. Er heiratete dann aber die Helena von Sengen,Sengen oder Seengen? die ihm die Hälfte der Herrschaft Kißlegg mit in die Ehe brachte. 1525 erwarb er von seiner Schwester Veronika Burg und Herrschaft Sulzberg, verkaufte aber diesen Besitz bereits ein Jahr danach an das Fürststift Kempten.Eduard Zimmermann, Kempter Wappen und Zeichen in: Allgäuer Geschichtsfreund Nr. 60/61 (1960/61), S. 119 Sigmunds Sohn Kaspar schließlich übernahm die Herrschaft Hopferau und machte Sigmund zum Stammvater der neuen Linie Freyberg-Eisenberg zu Hopferau.Alle Angaben aus der Familienchronik
Kaspar von Freyberg-Eisenberg zu Hopferau mini|Epitaph für Kaspar von Freyberg-Eisenberg zu Hopferau in der St.-Anna-Kapelle in Füssen Kaspar dürfte zwischen 1470 und 1480 zur Welt gekommen sein. Nach dem Tod des Vaters übernahm er die Herrschaft Hopferau. Als es wegen der Bezahlung des vom Vater verkauften "Kaiserhauses" in Kaufbeuren Probleme gab, handelte Kaspar 1505 einen neuen Zahlungsmodus aus, auch im Namen seiner Brüder, wie aus einem Schreiben der Innsbrucker Hofkammer hervorgeht.Tiroler Landesarchiv Innsbruck, Kammerkopialbücher, Reihe Missiven, Bd. 26, fol 50'-51' (Abdruck in Helmut Lausser, Die Gulden für das Kaiserhaus in: Kaufbeurer Geschichtsblätter Band 16 Nr. 6 (2003), S. 206)
Durch seine Eheschließung mit AgatheUrk. Staatsarchiv Sigmaringen Dep. 38 T 1 Nr. 1404 - Nicht Apollonia! (Familienchronik) von Stadion kam Kaspar auch in den Besitz der Herrschaft Altheim und auch sonst besaß er Rechtstitel außerhalb seiner Herrschaft Hopferau. So hatte er von seinem Vater her einen Anteil am Schloss Eisenberg,Stadtarchiv Füssen Registratur Hopferau 2. Teil, Nr. 14 den er 1532 an die Söhne Peters von Freyberg-Eisenberg zu Eisenberg verkaufte,Helmut Lausser, Kaufbeurer Geschichtsblätter Bd. 16, S. 217 und 1544 schloss er einen Vertrag mit Hans Dietrich zu Hohenegg wegen der Rechtsprechung in der Vogtei Sulzberg.Gerhard Immler: Staatsarchiv Augsburg Fürststift Kempten Archiv Bd. II Nr. 7112
Nach der Familienchronik war Kaspar fürstlich-augsburgischer Pfleger zu Rötenberg, war also im Dienst des Augsburger Bischofs. Für die von seinem Vater errichtete Schlosskapelle stiftete er ein Kapital in Höhe von 65 fl, aus deren Ertrag ein Kaplan in Hopferau angestellt werden sollte.Stadtarchiv Füssen Registratur Hopferau 1. Teil, Nr. 23
Später scheint Kaspar seine religiöse Überzeugung geändert zu haben. So wird berichtet, dass er ein überzeugter Lutheraner gewesen sei, der in den Dienst Herzog Ulrichs von Württemberg trat und sich 1537 als Oberrat zu Blaubeuren findet.Helmut Lausser, Kaufbeurer Geschichtsblätter Bd. 16, S. 217 Seine letzte Ruhestätte fand Kaspar allerdings in der St.-Anna-Kapelle im Kloster St. Mang in Füssen. Das Epitaph verzeichnet als Sterbedatum den 13. März 1547.
mini|Epitaph für den Fürstpropst von Ellwangen Christoph von Freyberg-Eisenberg zu Hopferau, gest. 1584 Aus der Ehe mit Agathe von Stadion hatte Kaspar die Söhne Konrad, Christoph und Hans Sigmund, von seiner zweiten Frau Katharina von Reichberg die Söhne Paul und Hans sowie die Tochter Katharina (oder Barbara). 1548 haben alle Nachkommen eine Erbteilungsvertrag abgeschlossen.Stadtarchiv Füssen Registratur Hopferau 1. Teil, Nr. 8 fol. 32 Danach wurden die Kinder aus zweiter Ehe mit 8000 fl ausgelöst. Da diese Summe nicht gleich zur Verfügung stand, verpflichtete sich Hans Sigmund, der Hopferau und den halben Teil von Asch erhielt, den Zins in Höhe von 400 fl zu bezahlen. Der Bruder Konrad bekam das Schloss Altheim samt Zugehörde. Weil er kinderlos starb, fiel sein Besitz wieder an die Hopferauer zurück. Der dritte Bruder Christoph war Domherr zu Augsburg und später Fürstpropst von Ellwangen. Er hatte bereits ein "Benefizium" erhalten und verzichtete deshalb – außer im Notfall – auf seinen Drittteil. Er starb im Jahre 1584. An ihn erinnert ein Epitaph in der Pfarrkirche von Hopferau. Es trägt unten die Inschrift:
ANNO DOMINI MDLXXXIIII DEN XII MARTII STARB DER HOCHWIERIG FVRS VND HERR HERR CHRISTOFF VON FREYBERG VO EYSENBERG XIIARLAG PROBST VND HERR ZV ELWAGE GEWESTE AUCH DASELBSTN BE GRABE DESSE FVRT GNADE VND ALLEN CHRISTGLAUBIGEN SELEN GOT GNEDIG VND BARMHERZIG SEIN WOLLE AMEN
Hans Sigmund von Freyberg-Eisenberg zu Hopferau mini|Epitaph für Hans Sigmund von Freyberg-Eisenberg zu Hopferau in der St.-Anna-Kapelle in Füssen Bereits ein Jahr nach dem Tod des Vaters tritt Hans Sigmund als Herr in Hopferau auf. 1548 löst das Kloster St. Mang in Füssen den Hof in Niederried (bei Weißensee) wieder an sich, den es zuvor an den Vater Kaspar versetzt hatte.Stadtarchiv Füssen, Registratur Hopferau 2. Teil, Bd. 2, Nr. 20
Probleme bereiteten den Freybergern immer wieder die Bischöfe von Augsburg, die landesherrliche Rechte in den freybergischen Herrschaften für das Hochstift Augsburg beanspruchten. 1558 konnte Hans Sigmund einen Vertrag abschließen, in dem die niedere und hohe Gerichtsbarkeit in seiner Herrschaft geregelt wurde.Stadtarchiv Füssen, Registratur Hopferau 2. Teil, Bd. 2, Nr. 22
Wie sein Vater und Großvater ist Hans Sigmund in württembergische Dienste getreten. 1562 war er Rat von Herzog Christoph von Württemberg. 1564 schlichtete er in Dillingen einen Streit zwischen schwäbischen Adeligen wegen einer Beleidigung.Staatsarchiv Ludwigsburg PL 12 I U 105 Die weiteren urkundlichen Belege deuten an, dass sich Hans Sigmund vermehrt um die Verwaltung seiner Hopferauer Besitzung gekümmert hat. Um die ungezügelte Vermehrung von Bauerngütern zu verhindern und ihre Existenzgrundlage zu sichern, schloss Sigmund 1566 mit benachbarten Grundherren (Hochstift Augsburg, Herrschaften Freyberg-Eisenberg und Hohenfreyberg sowie Herrschaft Hohenegg) einen Vertrag, wonach u. a. in Lengenwang "auf ewige Zeiten" kein neues Bauerngut entstehen dürfe.Stadtarchiv Füssen, Registratur Hopferau 2. Teil Bd. 2, Nr. 24 1567 ist er dann fürstlich-augsburgischer Rat und Pfleger zu Rettenberg. Das Amt hat er mindestens bis 1583 bekleidet.
Wie die Hochgerichtsbarkeit stand den Augsburger Bischöfen auch das Jagdrecht in den freyberger Herrschaften zu. 1568 gelang es aber Hans Sigmund, vom Hochstift Augsburg ein Mitjagdrecht in seinem Jagdbezirk zu bekommen.
Hans Sigmund starb im Jahre 1589 und hinterließ seiner Witwe Sybille von Knöringen sechs Söhne: Friedrich, Hans Walther, Konrad Sigmund, Johann Christoph, Wilhelm und Philipp. Friedrich ehelichte 1582 die Anna von Humpis von Waltrams und bekleidete bis mindestens 1591 das Amt eines Stadtvogtes in Markdorf.Regesten Allmendingen, Nr. 178 In diesem Jahr verlosten er und seine Brüder Hans Walther und Philipp das Erbe, das ihnen nach dem Tod des Vaters und des kinderlosen Onkels Konrad von Freyberg (in Altheim) zugefallen war. Friedrich erhielt dabei das auf 43.305 fl veranschlagte Gut AltheimRegesten Allmendingen, Nr. 200 und nannte sich nun von Freyberg-Eisenberg zu Altheim. Friedrichs Schwiegervater Hans Konrad von Humpis von Waltrams vermachte nach dem Tod seines einzigen Sohnes den Kindern seiner Tochter Anna und des Schwiegersohnes Friedrich einen beträchtlichen Besitz. Der älteste Sohn Konrad Sigmund (von Freyberg-Eisenberg zu Altheim) erhielt Schloss und Herrschaft Wellendingen, der mittlere Kaspar Ferdinand den Sitz Worndorf und Hans Friedrich als jüngster Sohn eine Behausung in Radolfzell sowie Schuldverschreibungen.