mini|rechts|Das Kreisgebiet 1905
Der preußische Kreis Oststernberg in der Provinz Brandenburg bestand von 1873 bis 1945. Das ehemalige Kreisgebiet liegt heute im Wesentlichen im Powiat Sulęciński der polnischen Woiwodschaft Lebus. Der Kreis umfasste zuletzt die vier Städte Königswalde, Sonnenburg, Sternberg (Neumark) und Zielenzig, 73 weitere Gemeinden und zwei Forst-Gutsbezirke.
Verwaltungsgeschichte Der Kreis entstand 1873 bei der Aufspaltung des Kreises Sternberg in die Kreise Oststernberg und Weststernberg. Das Landratsamt des neuen Kreises Oststernberg war in der Stadt Zielenzig.
Zum 30. September 1928 fand im Kreis Oststernberg entsprechend der Entwicklung im übrigen Freistaat Preußen eine Gebietsreform statt, bei der alle Gutsbezirke bis auf zwei aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden.Amtsblatt der Regierung zu Frankfurt (Oder), Sonderausgabe vom 21. September 1928 (S. 244).
Ende Januar 1945 eroberte die Rote Armee das Kreisgebiet und unterstellte es am 2. Februar einem Kriegskommandanten.
Am 25. Juli 1945 wurde die Verwaltung der Volksrepublik Polen, die bereits seit dem 23. Mai 1945 durch einen Kreisbevollmächtigten vor Ort vertreten war, übergeben.Siehe Jacek Cieluch: Tätigkeit der sowjetischen Kriegskommandantur in Zielenzig/Sulecin im Jahre 1945. In: Oststernberger Heimatbrief, Heimatkreis Oststernberg e. V., Ausgabe 3/2014 vom 20. Dezember 2014, S. 17. Im August 1945 begann die Vertreibung der einheimischen Bevölkerung und die die Besiedlung mit Polen, deren Mehrzahl aus den vormals polnischen Gebieten der nun sowjetischen Ukraine kam.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1871 48.476 Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Brandenburg und ihre Bevölkerung 1871. Berlin 1873. PDF 1890 50.449 1900 47.910 1910 44.238 1925 43.890 1933 41.963 1939 40.595
Landräte 1873–1880 Wilhelm Noack 1880–1889 Julius Karney 1889–1899 Friedrich von Bockelberg-Vollard (1851–1919) 1899–1907 Friedrich von Mickwitz 1907–1919 Friedrich von Bockelberg-Vollard (II. Amtsperiode) 1919–1931 Karl Lindenberg (1883–1945) 1931–1933 Walther Kühn, DVP (1892–1962) 1933–1937 Werner Schmuck, NSDAP (1899–1940) (vertretungsweise) 1937–1942 Karl Adolf Pott (1906–1943) 1942–1945 Karl Kiejak
Kommunalverfassung Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 sowie der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 wurde zum 1. April 1935 das Führerprinzip auf Gemeindeebene durchgesetzt.
Verkehr Den Kreis Oststernberg durchzog seit 1870 die Strecke Posen–Frankfurt (Oder) der Märkisch-Posener Eisenbahn-Gesellschaft, deren einzige Station hier die Stadt Sternberg war >122.c<.
Erst 20 Jahre später erschloss die Preußische Staatsbahn das übrige Kreisgebiet. Von Reppen führte 1890 eine Bahn nach der Kreisstadt Zielenzig und 1892 weiter nach Meseritz in der Provinz Posen >116.k<. In Zielenzig zweigte 1912 die Verbindung nach Landsberg an der Warthe ab >116.h<. Außerdem berührte ab 1909 die Strecke Topper–Meseritz einige Gemeinden im Südosten des Kreises >116.m<.
Im Norden des Kreises führte die Kleinbahn Küstrin–Hammer, an der auch der Kreis finanziell beteiligt war, am Warthebruch entlang. Sie hatte 1896 die Stadt Sonnenburg erreicht und war 1906 bis Kriescht und schließlich 1915 bis zum Bahnhof Hammer an der Linie Zielenzig–Landsberg verlängert worden >115.h<.
Anmerkung: Die Zeichen in >< beziehen sich auf das Deutsche Kursbuch 1939.
Städte und Gemeinden
Stand 1945 Albrechtsbruch Alt Limmritz Arensdorf Beatenwalde Beaulieu Breesen Brenkenhofsfleiß Burschen Ceylon (Kolonie) Dammbusch Freiberg Gartow Glauschdorf Gleißen Grabow Grochow Groß Friedrich Grunow b. Wutschdorf Hammer HampshireHampshire (GenWiki) Heinersdorf Herzogswalde JamaicaJamaica (GenWiki) Kemnath Költschen Königswalde, Stadt Koritten KorsikaKorsika (GenWiki) Kriescht Lagow Langenfeld Langenpfuhl Louisa Malkendorf Malsow Malta Mauskow Meekow Neu Dresden Neu Lagow Neu Limmritz Neudorf Neuwalde Ögnitz Osterwalde Ostrow PensylvanienPensylvanien (GenWiki) Petersdorf Priebrow Rauden Reichen Reitzenstein Sankt Johannes SaratogaSaratoga (GenWiki) Schartowsthal Scheiblersburg Schermeisel Schönow Schönwalde Schwarzsee Seeren Selchow Sonnenburg, Stadt Sophienwalde Spiegelberg Sternberg Nm., Stadt Streitwalde Stuttgardt SumatraSumatra (GenWiki) Tauerzig Tempel Trebow Waldowstrenk Wallwitz Wandern Woxfelde Zielenzig, Stadt Zum Kreis gehörten außerdem die Gutsbezirke Forst Königswalde und Forst Nesselkappe.
Vor 1945 aufgelöste Gemeinden Altona, 1928 zu Reitzenstein Groß Kirschbaum, 1939 aufgelöst Lindow, 1939 aufgelöst Maryland, 1928 zu Neu Dresden
Literatur Königliches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung. Teil II: Provinz Brandenburg. Kreis Oststernberg (Zielenzig). Berlin 1873, S. 160–165. Gustav Neumann: Geographie des Preußischen Staates. 2. Auflage, Band 2, Berlin 1874, S. 99–100, Ziffer 8. Topographisch-statistisches Handbuch des Regierungs-Bezirks Frankfurt a. O. Verlag von Gustav Harnecker u. Co., Frankfurt a. O. 1867, S. 253–282. Topographisch-statistische Uebersicht des Regierungs-Bezirks Frankfurt a. d. O. Gustav Harnecker’s Buchhandlung, Frankfurt a. O. 1844, S. 214–236. Karl Kletke: Regestae Historiae Neomarchicae. Die Urkunden zur Geschichte der Neumark und des Landes Sternberg. Teil 1. In: Märkische Forschungen. Band 10, Berlin 1867. (Digitalisat) Teil 2. In: Märkische Forschungen. Band 12, Berlin 1868. (Digitalisat) Walter Kupsch: Die natürlichen und sozialen Verhältnisse der Landwirtschaft und ihr Einfluss auf die Bevölkerungsbewegung im Kreise Oststernberg. Dissertation zur Erlangung der Würde eines Doktors der Landwirtschaft, Berlin (Landwirtschaftliche Hochschule zu Berlin) 1926. Wilhelm Riehl, Just Scheu (Hrsg.): Berlin und die Mark Brandenburg mit dem Markgrafenthum Nieder-Lausitz in ihrer Geschichte und in ihrem gegenwärtigen Bestande. Berlin 1861, S. 477–507. Eduard Ludwig Wedekind: Sternbergische Kreis-Chronik. Geschichte der Städte, Flecken, Dörfer, Kolonien, Schlösser etc. dieses Landestheiles von der frühesten Vergangenheit bis auf die Gegenwart. Zielenzig 1855. (Digitalisat) Unvergessene Heimat. Kreis Oststernberg/Neumark. Bilder aus vergangenen Tagen. Ein historischer Rückblick, Hrsg. Heimatkreis Oststernberg e. V., Westkreuz Verlag, Berlin 2003. ISBN 3-92959253-3.
Heinz W. Linke: Chroniken der Ordensdörfer Burschen, Seeren, Langenpfuhl und Tempel, Kreis Oststernberg, Regierungsbezirk Frankfurt/Oder. Heimatbuch des Kreises Oststernberg. Verlag BoD, Norderstedt 2009, ISBN 978-3-8370-5301-2.
Weblinks Landkreis Oststernberg, Verwaltungsgeschichte und Landratsliste, In: Territorial.de (Rolf Jehke), Stand 16. Juli 2013. Der Landkreis Oststernberg.
Einzelnachweise
Oststernberg Kategorie:Powiat Sulęciński Oststernberg Kategorie:Aufgelöst 1945