mini|Huntesperrwerk bei Elsfleth Sperrwerke sind wasserbauliche Ingenieurbauwerke, die zur Gruppe der Querbauwerke gehören. Mit beweglichen Verschlussorganen in den Sperrwerksöffnungen wird der Wasserstand oberhalb des Standortes gesteuert und der natürliche Abfluss im Gewässer beeinflusst. Bei drohender Gefahr von extremen Wasserständen kann eine vollständige Abriegelung erfolgen, um das oberhalb der Sperrstelle liegende Binnenland vor Überflutungen zu schützten. Dort sollte ein ausreichend großes Stauraumvolumen vorhanden sein, damit der weiter laufende Oberwasserzufluß zwischengespeichert werden kann. In verschiedenen Ausführungsformen und Größen werden Sperrwerke hauptsächlich zum Hochwasserschutz und als Staustufen errichtet. Für Schiffsverkehr muss eine Schleuse neben dem Sperrwerk vorhanden sein.

Sperrwerksarten Sturmflutsperrwerke

Zum Schutz vor Sturmflut aus dem offenen Meer sind in Europa vielerorts große Sturmflutsperrwerke errichtet worden. Hauptsächlich liegen diese in der Hauptdeichlinie an den Flussmündungen der Tideflüsse, wo aufgrund der Gezeiten der Wasserstand stark schwankt. Die bisweilen auch als Tidesperrwerk bezeichneten Bauwerke werden erst ab einem kritischen Tide-Wasserstand oder bei drohender Sturmflut geschlossen. Ansonsten bleiben sie im geöffneten Zustand und lassen den Gezeitenstrom ungehindert passieren.

Tidesperrwerke mini|Tidesperrwerk Bremerhaven mini|Leysiel Tidesperrwerke sind streng genommen nur die weiter im Oberlauf der Tideflüsse befindlichen Sperrwerke, die den Tidebereich abgrenzen. Daher werden Flussabschnitte zwischen Mündung und Sperrwerk manchmal mit dem Wort „Tide“ verbunden, wie dies bei der Tideems oder Tideeider in Verwendung ist. Bei der Elbe wird der Bereich als Unterelbe bezeichnet und bei der Weser ist dies eher ungebräuchlich, weil ein Naturschutzgebiet diesen Namen trägt. Durch die Tidesperrwerke können sich die Gezeiten im oberhalb liegenden Flussabschnitt nicht weiter auswirken und sperren dadurch die Tide aus. In Deutschland betrifft dies im Wesentlichen folgende Stauanlagen: Staustufe Geesthacht in der Elbe Bremer Weserwehr Tidesperrwerk Bremerhaven in der Geeste Sperrwerk Leysiel für die Leybucht Schleuse Herbrum für die Ems Wehranlage und Schleuse Nordfeld in der Eider

in den Niederlanden: im Abschlussdeich des IJsselmeers: Lorentzsluizen Stevinsluizen Haringvlietdamm

Hochwassersperrwerke mini|Jeetzel-Sperrwerk Auch wenn die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) die Sperrwerke nur an Tideflüssen definiert haben Sperrwerke an den Flüssen im Binnenland eine vergleichbare Wichtigkeit. Durch lang anhaltende Niederschläge kann extremes Hochwasser entstehen, das sich unter Umständen bis weit in die Nebenläufe auswirkt und dort Städte, Häfen und das Umland unter Wasser setzt. Um diese Bereiche zu schützen, müssen die Auswirkungen des Hochwassers durch den Bau von Sperrwerken oder Sperrtoren begrenzt werden. Da der Hauptlauf des Gewässers häufig nicht bebaut werden kann, werden bei Erfordernis Hochwassersperrwerke an den Einmündungen der Nebenflüsse angeordnet. Beispiele:

Rhein Sperrtor Marientor in Duisburg Hochwasser-Sperrtor Rheinhafen Karlsruhe Sperrtor am Ginsheimer Altrhein Kanalsperrwerk Ladenburg am Neckarkanal Hafenschleuse Mannheim Elbe Hochwassersperrtor Artlenburg Sperrwerk Jeetzelmündung Hitzacker Niedrigwasserschleuse Magdeburg

Weitere Sperrwerke Neben den genannten Sperrwerksarten sind auch Sperrwerke an den Schifffahrtskanäle notwendig. Sie werden als Sicherheitstor bezeichnet und werden bei Beschädigung von Dammstrecken geschlossen, um das Auslaufen einer gesamten Kanalhaltung und dadurch ausgelöste Überschwemmungen zu verhindern.

An der Küste bildet eine Seeschleuse oder Hafenschleuse ein Sperrwerk zum Hochwasserschutz, weshalb die Bauwerke als Sperrschleusen oder Schutzschleusen bezeichnet werden. Dabei bestehen sie manchmal nur aus einem Schleusenhaupt, um allein die Sperrfunktion auszufüllen.

Auch die Siele an der Küste wirken als Sperrwerk, da sie den Zustrom bei auflaufender Flut absperren und dadurch das Binnenland vor dem Salzwasser schützen. Analog dazu wirken auch die Schöpfwerke als Sperrwerk, da sie das anfallende Regenwasser abführen, damit es keinen Rückstau im Binnenland gibt.

Literatur Hans-Gustav Olshausen, VDI-Gesellschaft Bautechnik (Hrsg.): VDI-Lexikon Bauingenieurwesen. Zweite überarbeitete und erweiterte Auflage. VDI-Gesellschaft Bautechnik, Heidelberg 1997, ISBN 3-642-48098-5.

Weblinks Tidesperrwerk Bremerhaven Die Sperrwerke des NLWKN (Niedersachsen) Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Tönning: Bauwerke mit: Eidersperrwerk Schleuse und Wehranlage Nordfeld Rijkswaterstaat: Stormvloedkeringen (auf Niederländisch) mit Karte aller Bauwerke in Gewässern, darin die Logos: SLUIS (Schleuse), DAM (Damm), KERING (Sperrwerk), STUW (Wehr)

Einzelnachweise

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