Das Skandinavische Design entstand in den 1950er-Jahren in den drei skandinavischen Ländern Dänemark, Norwegen und Schweden sowie in Finnland. Es ist eine Design-Bewegung, die von schlichter Formalität, Minimalismus, Funktionalität und preisgünstiger Massenproduktion geprägt ist.

Überblick Erste Ansätze einer eigenständigen nordischen Formensprache gehen auf die Rezeption der Arts-and-Crafts-Bewegung um 1900 zurück. 1914 begründete die dänische Zeitschrift Skønvirke einen kunsthandwerklichen Stil als nordische Antwort auf Jugendstil und Art nouveau. Den Durchbruch des Funktionalismus brachte die Stockholmer Ausstellung 1930, die industriell gefertigte Alltagswaren in schlichter, schmuckloser Form zeigte; ihre Programmatik fassten die beteiligten Architekten 1931 in der Streitschrift acceptera zusammen.Per I. Gedin: När Sverige blev modernt. Gregor Paulsson, Vackrare vardagsvara, funktionalismen och Stockholmsutställningen 1930. Albert Bonniers förlag, Stockholm 2018, ISBN 978-91-0-017594-8.

Als Urväter des Skandinavischen Designs nennt man den Finnen Alvar Aalto und den Dänen Arne Jacobsen, Architekten und Industriedesigner, die schon ab den 1930er-Jahren eine eigenständige skandinavische Formensprache der Moderne geschaffen haben. Der Lunning-Preis,Hans Krondahl: Tema Lunning Prize winners – The Lunning Prize / Lunningpriset. Project Runeberg, 2011. (en) der zwischen 1951 und 1970 an herausragende skandinavische Designer verliehen wurde, war ein Instrument, um sowohl skandinavisches Design zu einer anerkannten Ware zu etablieren als auch um das Profil des skandinavischen Designs zu schärfen.

International durchgesetzt wurde der Begriff vor allem durch die Wanderausstellung Design in Scandinavia, die von 1954 bis 1957 durch zahlreiche Städte der USA und Kanadas tourte und so maßgeblich zur Bekanntheit der Bewegung beitrug. Seit 2006 wird die Tradition eines pan-nordischen Design-Awards mit dem Forum AID Awardcf. :en:Forum AID Award, engl. Wikipedia wieder aufgenommen.

Die Idee, dass schöne und funktionale alltägliche Objekte nicht nur für Wohlhabende erschwinglich sein sollen, sondern für alle zugänglich gemacht werden, ist ein zentrales Thema in der Moderne und im Funktionalismus, wurde aber besonders intensiv im skandinavischen Design der Nachkriegszeit realisiert. Über Architekten wie Alvar Aalto, Arne Jacobsen oder Verner Panton und insbesondere die Firma IKEA wurde das Design so bekannt, dass man sogar von Skandinavischem Wohnen als Gesamtstil der Innenarchitektur und Wohnkultur spricht.vergl. Elizabeth Wilhide: Skandinavisch wohnen. Callwey, München 2009, ISBN 978-3-7667-1780-1.

Der ideologische Hintergrund war die Entstehung einer bestimmten skandinavischen Form der Sozialdemokratie in den 1950er-Jahren sowie die zunehmende Verfügbarkeit von preisgünstigen Materialien und Methoden der Massenproduktion. Skandinavisches Design greift häufig auf in Form gepresstes Holz, Plastik, eloxiertes oder lackiertes Aluminium oder gepressten Stahl zurück.

Das Konzept des skandinavischen Designs ist Gegenstand vieler wissenschaftlicher Debatten, Ausstellungen und Marketing-Programme. Viele der demokratischen Designideale, die ein zentrales Thema der Bewegung waren, haben überlebt und können in der zeitgenössischen Designarbeit von skandinavischen und internationalen Designern wiedergefunden werden.

Bekannte Produzenten und Handelsunternehmen für skandinavisches Design sind: Arabia (Finnland) Bang & Olufsen (Dänemark) BoConcept (Dänemark) Design House Stockholm (Schweden) Ekovaruhuset Organic Fashion Electrolux (Schweden) Elfa (Schweden) Flexa Furniture (Dänemark) Flying Tiger (Dänemark) Georg Jensen (Dänemark) Iittala (Finnland) IKEA (Schweden) Kvadrat (Dänemark) Kvänum (Schweden) Marimekko (Finnland) Ordning & Reda (Schweden) Orrefors Kosta Boda AB Royal Copenhagen (Dänemark)

Literatur Charlotte Fiell, Peter Fiell: Scandinavian Design. Taschenverlag 2002, ISBN 3-8228-5882-X. Skandinavisches design. Übersetzt von Annette Wiethüchter Verlag Taschen, 2003, ISBN 3-8228-5716-5. Skandinavisches Design. In: Franco Bertoni: Minimalistisches Design. Springer, 2004, ISBN 3-7643-6533-1, Kapitel 64. Erik Møller: 34 Scandinavian Designers. Kopenhagen, 1967. Periodika: Form – Magazine for Nordic Architecture and Design. (se, en), Mandelgren Magazine AB, formmagazine.com

Weblinks

Svenska Form (svenskform.se) scandinaviandesign.com

Einzelnachweise

Kategorie:Designstil Kategorie:Skandinavische Kultur Kategorie:Möbelstil