Das 50-km-Gehen war in der Leichtathletik-Historie die erste Gehstrecke, deren Distanz sich international und national etabliert hat. In der Anfangszeit des Gehsports variierten die Streckenlängen der angebotenen Wettbewerbe immer wieder, aber seit den Olympischen Spielen 1932 war diese Disziplin als längste olympische Gehstrecke – mit Ausnahme von 1976 – fest im Programm, allerdings nur bei den Männern. Das Frauengehen kam erst in den frühen 1980er Jahren mit deutlich kürzeren Distanzen ins offizielle Wettkampfprogramm. Allerdings wurde auch das 50-km-Gehen nach einem Beschluss des Weltleichtathletikverbands für Frauen geöffnet. So durften sie bei der Mannschafts-Weltmeisterschaft in Rom 2017 erstmals an den Start gehen. Im olympischen Programm wurde die Strecke für Frauen noch nicht aufgenommen, in der weiteren Entwicklung ergab sich dann eine neue Situation, als das 50-km-Gehen von 2022 an aus dem Wettkampfangebot der internationalen Meisterschaften und Olympischen Spiele herausgenommen wurde und durch das Gehen über die Distanz von 35 Kilometern abgelöst wurde. Das fand in dieser Form auch Berücksichtigung bei den Deutschen Meisterschaften. Von 2022 bis 2025 wurde die längste Gehstrecke für Frauen und Männer über 35 Kilometer ausgetragen, bevor sie wieder durch eine andere Streckenlänge ersetzt wurde (siehe unten).
Bei den Deutschen Meisterschaften wurde das 50-km-Gehen bis zuletzt, das heißt bis einschließlich 2021, nur bei den Männern ausgetragen. Meisterschaften auf dieser Strecke fanden von 1920 bis 1941, in der Bundesrepublik ab 1949 und in der DDR ab 1951 statt. 1953 traten bei den Meisterschaften in der Bundesrepublik auch Athleten aus der DDR an, Rudolf Korb aus Dresden wurde 1953 Dritter bei den DDR-Meisterschaften und gewann den Titel in der Bundesrepublik. Im Programm der gesamtdeutschen Leichtathletik-Meisterschaften war der Wettbewerb bei den Männern von 1991 bis 2021 fester Bestandteil.
Um die bei Deutschen Meisterschaften ausgetragenen Gehwettbewerbe komplett in den verschiedenen Auflistungen zu den Disziplinen dieser Meisterschaften zu erfassen, ist hier noch eine weitere heute nicht mehr ins Programm gehörende längere Strecke aufgeführt, die Deutsche Meisterschaften von 1906 bis 1912 wurden über 100 Kilometer ausgetragen.
Ab 2026 wurden die Distanzen der Gehwettbwerbe für Frauen und Männer noch einmal in anderer Form vereinheitlicht. Anstatt über 35 bzw. 50 Kilometer gingen die Atheltinnen und Athleten über die Marathon-Distanz von 42,195 Kilometern, die Distanz von zwanzig Kilometern wurden ersetzt durch die Halbmarathon-Distanz von 21,0975 Kilemetern.
Eine Mannschaftswertung im 50-km-Gehen wurde im Jahr 1927 eingeführt, die dann bis 1941 regelmäßiger Bestandteil des Meisterschaftsprogramms war und in der Bundesrepublik ab 1949, als das 50-km-Gehen bei den Deutschen Meisterschaften wieder mit aufgenommen wurde, von Anfang an außer im Jahr 2000, zusätzlich gewertet wurde. Ab 2003 gab es wegen der stark geschrumpften Teilnehmerfelder keine Teamwertungen mehr. In die Wertung kamen dazu die jeweils besten drei Geher eines Teams. Anfangs waren die Platzierungen der Maßstab für die Reihenfolge, ab 1941 dann die Addition der jeweiligen Einzelzeiten.
Deutsche Meisterschaftsrekorde Einzelwertung3:43:44 hJonathan Hilbert (LG Ohra Energie)Frankfurt am Main10. April 2021Mannschaftswertung12:04:53 hLAC Quelle Fürth/München (Denis Franke, Peter Zanner, Michael Lohse)Naumburg6. Juli 1999
Gesamtdeutsche Meister von 1991 bis 2021 (DLV) Das 50-km-Gehen wurde bis 2021 nur für Männer ausgetragen. Jahr Ort Datum Athlet Zeit [h] 2021 Frankfurt am Main 10. AprilJonathan Hilbert (LG Ohra Energie) 3:43:44 2020 Wettbewerb wegen COVID-19-Pandemie ausgefallen 2019 Wettbewerb nicht ausgetragen 2018 Aschersleben 14. OktoberJonathan Hilbert (LG Ohra Energie) 3:51:22 2017 Gleina 14. OktoberNathaniel Seiler (TV Bühlertal) 4:00:43 2016 Andernach 8. OktoberCarl Dohmann (SCL Heel Baden-Baden) 3:47:57 2015 Andernach 10. OktoberCarl Dohmann (SCL Heel Baden-Baden) 3:50:12 2014 Gleina 11. OktoberNils Brembach (SC Potsdam) 3:54:47 2013 Gleina 19. OktoberCarl Dohmann (SCL Heel Baden-Baden) 3:57:58 2012 Gleina 13. OktoberCarsten Schmidt (SCC Berlin) 4:14:32 2011 Naumburg 24. SeptemberCarsten Schmidt (SCC Berlin) 3:54:54 2010 Gleina 18. SeptemberCarsten Schmidt (SCC Berlin) 4:02:51 2009 Zittau 25. AprilHelmut Prieler (SpVgg Niederaichbach) 4:48:44 2008 Gleina 20. SeptemberChristopher Linke (SC Potsdam) 4:03:59 2007 Zittau 21. AprilMaik Berger (SC Potsdam) 3:54:24 2006 Biberach 8. AprilAndré Höhne (SCC Berlin) 3:56:37 2005 Gleina 24. SeptemberFrank Werner (SV Einheit Worbis) 4:12:40 2004 Gleina 2. OktoberDenis Franke (LAC Quelle Fürth/München) 4:36:29 2003 Naumburg 13. AprilAndreas Erm (SC Potsdam) 3:43:53 2002 Naumburg 5. MaiAndreas Erm (TV Friesen Naumburg) 3:45:28 2001 Naumburg 8. AprilDenis Franke (LAC Quelle Fürth/München) 4:37:56 2000 Naumburg 30. AprilDenis Trautmann (LGV Gleina) 3:52:06 1999 Naumburg 6. JuliRobert Ihly (LG Offenburg) 3:51:06 1998 Naumburg 23. MaiRobert Ihly (LG Offenburg) 3:52:39 1997 Naumburg 25. MaiThomas Wallstab (Erfurter LAC) 5:51:44 1996 Naumburg 28. AprilRonald Weigel (LAC Halensee Berlin) 3:51:46 1995 Boppard 25. MaiAxel Noack (OSC Berlin) 3:52:45 1994 Offenburg 1. MaiRonald Weigel (LAC Halensee Berlin) 3:52:56 1993 Kerpen-Horrem 23. MaiHartwig Gauder (TSV Erfurt) 3:52:46 1992 Berlin 19. AprilRonald Weigel (OSC Potsdam) 3:51:37 1991 Naumburg 21. AprilRonald Weigel (OSC Potsdam) 3:45:57
1949 bis 1990: Meister in der Bundesrepublik Deutschland bzw. der Trizone (DLV) / Meister in der DDR bzw. der SBZ (DVfL) Das 50-km-Gehen wurde nur für Männer ausgetragen. Jahr Bundesrepublik Deutschland DDR Ort Datum Athlet Zeit[h] Ort Datum Athlet Zeit[h] 1990 Baunatal 14. Okt.Robert Ihly (LFV Schutterwald) 4:00:23Axel Noack (TSC Berlin)4:13:42 1989 Boppard 22. Okt.Robert Ihly (LFV Schutterwald) 4:05:46Bernd Gummelt (ASK Potsdam)3:53:36 1988 Eschborn 24. AprilAlfons Schwarz (LAC Quelle Fürth) 3:56:14Ronald Weigel (ASK Potsdam)3:42:33 1987 Bremen 11. Okt.Alfons Schwarz (LAC Quelle Fürth) 4:05:12Dietmar Meisch (TSC Berlin)3:48:03 1986 Ichenhausen 20. AprilAlfons Schwarz (LAC Quelle Fürth) 4:01:28Hartwig Gauder (SC Turbine Erfurt)3:43:52 1985 Lippstadt 19. MaiHorst-Joachim Matern (LAC Quelle Fürth) 4:02:39 Leipzig 9.–11. Aug.Ronald Weigel (ASK Potsdam) 3:47:15 1984 Bad Krozingen 15. AprilWalter Schwoche (Eintracht Hildesheim) 3:57:26 Weißwasser 7. Okt.Axel Noack (TSC Berlin) 4:00:41 1983 Bad Kreuznach 17. AprilKarl Degener (VfL Wolfsburg) 4:00:30 Naumburg 1. MaiRonald Weigel (ASK Potsdam) 3:41:31 (DBL) 1982 Ahlen 3. Okt.Karl Degener (VfL Wolfsburg) 4:05:36 Dresden 30. Juni – 3. JuliHartwig Gauder (SC Turbine Erfurt) 3:49:44 1981 Wolfsburg 25. AprilKarl Degener (VfL Wolfsburg) 4:07:40 Berlin 18. JuliUwe Dünkel TSC Berlin 3:45:51 (DBL) 1980 Achern-Önsbach 21. Sept.Heinrich Schubert (Eintracht Bad Kreuznach) 4:07:02Hans-Jürgen Lange (Dynamo Meiningen) 1979 Stuttgart 11. Aug.Hans Binder (LAC Quelle Fürth) 4:03:34 Leipzig 7./8. JuliHartwig Gauder (SC Turbine Erfurt) 4:01:20 1978 Eschborn 1. Okt.Hans Binder (Post-SV Mühldorf) 3:58:54,1Roland Wieser (SC Dynamo Berlin)4:07:39 1977 Mühldorf 9. Okt.Gerhard Weidner (TSV Salzgitter) 4:09:40,0 DresdenRalf Knütter (Vorwärts Cottbus)4:22:42 1976 Rhede 10. Okt.Gerhard Weidner (TSV Salzgitter) 4:07:00 K.-Marx-StadtSteffen Müller (SC Dynamo Berlin)4:04:47 1975 Holzkirchen 13. JuliBernd Kannenberg (LAC Quelle Fürth) 4:01:33,4 ErfurtOlaf Pilarski (SC Dynamo Berlin)4:13:13 1974 Salzgitter 13. Okt.Gerhard Weidner (TSV Salzgitter) 4:00:51,0Winfried Skotnicki (TSC Berlin)4:03:04 1973 Eschborn 16. Sept.Bernd Kannenberg (LAC Quelle Fürth) 4:07:56,2Peter Selzer (SC Dynamo Berlin)4:04:07 1972 Eschborn 17. JuniBernd Kannenberg (LAC Quelle Fürth) 4:07:43,8Karl-Heinz Stadtmüller (TSC Berlin)4:06:00 1971 Achern-Önsbach 11. JuliBernhard Nermerich (Eintracht Frankfurt) 4:05:39,6Christoph Höhne (SC Dynamo Berlin)4:07:25 1970 Eschborn 19. JuliPeter Schuster (Eintracht Frankfurt) 4:06:28,6Christoph Höhne (SC Dynamo Berlin)4:06:00 1969 Eschborn 20. JuliBernhard Nermerich (Eintracht Frankfurt) 4:07:27,2Christoph Höhne (SC Dynamo Berlin)4:19:44 1968 Friedrichsgabe 21. JuliBernhard Nermerich (Eintracht Frankfurt) 4:06:32,4Christoph Höhne (SC Dynamo Berlin)4:11:30 1967 Stuttgart 5. Aug.Bernhard Nermerich (Eintracht Frankfurt) 4:15:57,2Peter Selzer (SC Dynamo Berlin)4:16:59 1966 Friedrichsgabe 17. JuliGerhard Weidner (TSV Salzgitter) 4:22:55,4Peter Selzer (SC Dynamo Berlin)4:19:15 1965 Bietigheim 19. Sept.Karl-Heinz Pape (TSV Salzgitter) 4:27:12,8Christoph Höhne (SC Dynamo Berlin)4:17:50 1964 Karlsruhe 18. JuniBernhard Nermerich (Eintracht Frankfurt) 4:16:19,8Christoph Höhne (SC Dynamo Berlin)4:18:19 1963 Eschborn 27. Okt.Gert Jannsen (Berliner SC) 4:18:40,0Christoph Höhne (SC Dynamo Berlin)4:10:46 1962 Altenrath 30. JuniJulius Müller (Eintracht Frankfurt) 4:36:02,6Helmut Wilke (SC Aufbau Magdeburg)4:30:01 1961 Friedrichsgabe 28. JuliHeinz Mayr (Eintracht Braunschweig) 4:44:20,6Hannes Koch (SC Einheit Berlin)4:33:51 1960 Celle 2. Okt.Claus Biethan (SV Friedrichsgabe) 4:46:58Max Weber (Dynamo Leipzig)4:27:33 1959 Delmenhorst 16. Aug.Claus Bartels (Hamburger SV) 4:44:08Hannes Koch (SC Einheit Berlin)4:35:59 1958 Rottach-Egern 5. Okt.Horst Thomanske (Eintracht Braunschweig) 4:43:52,2Max Weber (Dynamo Leipzig)4:37:59 1957 Stuttgart 6. Okt.Claus Biethan (Hamburger SV) 4:27:48,6Max Weber (Dynamo Leipzig)4:57:23 1956 Bielefeld 30. Sept.Claus Biethan (Hamburger SV) 4:59:49,8Max Weber (Dynamo Leipzig)4:52:51 1955 Dortmund 25. Sept.Wolfgang Döring (Grün-Weiß Essen) 5:12:58,2Max Weber (Dynamo Leipzig)4:46:30 1954 Leverkusen 24. JuliHermann Grittner (ESV Olympia Köln) 5:10:20,2Erich Kunz (Dynamo Leipzig)5:04:50 1953 Nürnberg 23. Aug.Rudolf Korb (BSG Motor Dresden-Ost)An den Wettbewerben im Straßengehen nahmen 1953 auch Athleten aus der DDR teil. 5:07:10Kurt Sakowski (Einheit NO Berlin)4:59:43 1952 Hamburg 8. JuniRudolf Lüttge (Eintracht Braunschweig) 4:38:40Martin Ebert (SV DVP Leipzig)4:56:13 1951 Braunschweig 9. Sept.Rudolf Lüttge (Eintracht Braunschweig) 4:58:06Horst Voigt (Dresden-Niedersedlitz)5:19:23 1950 München 20. Aug.Hermann Grittner (ESV Olympia Köln) 4:52:05 Wettbewerb nicht ausgetragen 1949 Stuttgart 21. Aug.Friedrich Prehn (SV Polizei Hamburg) 4:44:20
Deutsche Meister 1920 bis 1941 (DLV) Das 50-km-Gehen wurde nur für Männer ausgetragen. Jahr Ort Datum Athlet Zeit [h] 1941 Berlin 24. AugustHermann Grittner (Reichsbahn SV Köln) 4:31:13,8 1940 Berlin 18. AugustFritz Bleiweiß (Berliner AK) 4:47:43 1939 Kassel 30. JuliFriedrich Prehn (TSG Leipzig-Lindenau) 4:51:13,5 1938 Erfurt 7. AugustHerbert Dill (Reichsbahn SV Berlin) 4:45:32 1937 Bonn 25. JuliFriedrich Prehn (TSG Leipzig-Lindenau) 4:34:21,2 1936 Berlin 21. JuliFritz Bleiweiß (Berliner AK) 4:48:57 1935 Berlin 3. AugustKarl Hähnel (SV Schwarz-Weiß Erfurt) 5:02:19,3 1934 Frankfurt am Main 12. AugustKarl Hähnel (SV Schwarz-Weiß Erfurt) 4:46:15 1933 Duisburg 1. OktoberPaul Sievert (Reichsbahn-SV Berlin) 4:58:49 1932 Berlin 2. OktoberKarl Hähnel (SV Schwarz-Weiß Erfurt) 4:26:28,2 (DBL) 1931 München 4. OktoberFranz Reichel (SC Bajuwaren München) 4:40:45 1930 Duisburg 5. OktoberKarl Hähnel (SV Schwarz-Weiß Erfurt) 4:57:17 1929 Berlin 14. OktoberKarl Hähnel (SV Schwarz-Weiß Erfurt) 4:54:26,5 1928 Nürnberg 7. OktoberKarl Hähnel (SV Schwarz-Weiß Erfurt) 5:01:21 1927 Erfurt 2. OktoberKarl Hähnel (SV Schwarz-Weiß Erfurt) 4:46:22 1926 Berlin 3. OktoberKarl Hähnel (SV Schwarz-Weiß Erfurt) 4:37:39,5 1925 Düsseldorf 25. OktoberPaul Sievert (Neuköllner Sportfreunde) 4:42:31 1924 München 5. OktoberPaul Sievert (Neuköllner Sportfreunde) 4:34:03 1923 Leipzig 7. OktoberMax Köhler (SC Komet Berlin) 5:11:14,8 1922 Berlin 1. JuliKarl Hähnel (TV Ilversgehofen) 4:41:40,0 1921 München 7. SeptemberHermann Müller (ASC Marathon Berlin) 4:40:14,3 1920 Minden 24. OktoberRichard Schötz (Duisburger SV Viktoria) 5:01:58