mini|Glückwünsche für Teilnehmer der Jugendweihe am 30. März 1958 im Berliner Theater der Freundschaft Max Friedemann, genannt Mäcki (* 13. Februar 1905 in Orsoy; † 10. November 1986) war ein deutsch-jüdischer kommunistischer Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, Interbrigadist, Kämpfer in der Résistance, Mitglied der Deutschen Wirtschaftskommission (DWK), Betriebsleiter des VEB Stahl- und Walzwerke Riesa und Handelsrat der DDR in Peking.
Leben Friedemann entstammte der Familie des Kaufhausbesitzers Simon Friedemann und seiner Frau Emma. Er war eines von sieben Kindern. Die meisten Mitglieder der Familie Friedemann wurden Opfer der Shoa, auch sein Zwillingsbruder Kurt.
Max Friedemann trat in der Zeit der Weimarer Republik in die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) ein und arbeitete in der Internationalen Roten Hilfe (IRH) mit. Zusammen mit seiner Ehefrau Golda, die beide jüdischen Glaubens und beide Kommunisten waren, hat er Deutschland 1934 verlassen. Mit einem Umweg über Dänemark landeten sie in Spanien. Hier schloss sich Friedemann dem Kampf zur Verteidigung der spanischen Republik an und organisierte zu Beginn des Spanischen Bürgerkrieges im Juli 1936 in Barcelona die Thälmann-Gruppe.
Nach der Katalonienoffensive flohen die Eheleute am 11. Februar 1939 nach Frankreich, wo sie festgenommen und in mehreren Lagern interniert wurden. Als sie aus dem Lager Gurs fliehen konnten, trat Max der Résistance bei und kämpfte dort im Rang eines Commandant. Nach der Befreiung von Paris trat er der „Bewegung Freies Deutschland im Westen“ (gleich: CALPO – Comité „Allemagne libre“ pour l’Ouest) bei.
Als die NS-Herrschaft beseitigt war, kehrten die Friedemanns 1946 nach Deutschland zurück. Sie hatten sich bewusst dafür entschieden, ihr künftiges Leben im Ostteil Deutschlands aufzubauen: „Alles zu tun, damit sich die Geschichte nicht wiederholt“, sei immer das Anliegen seines Vaters gewesen, sagt André Friedemann, ihr 1944 in Carcassonne geborener Sohn 2010 in einem Interview. Friedemann trat in die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) ein und wurde Leiter der Presseabteilung bei der Deutschen Wirtschaftskommission. Später wurde er mit der Leitung des Stahl- und Walzwerkes Riesa beauftragt.http://www.aus-der-ddr.de/lexikon/held_der_arbeit-lid_1000001418.html?ex Abgerufen am 17. Juli 2011. Seine letzte staatliche Funktion war die eines Handelsrates in der Volksrepublik China.
Seine Erfahrungen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus brachte er seit Februar 1953 ein in die geschichtspolitische Arbeit als Mitglied des Komitees der Antifaschistischen Widerstandskämpfer.
Ehrungen 1951 „Held der Arbeit“ 1965 Vaterländischer Verdienstorden in SilberNeues Deutschland, 25. März 1965, S. 2 1974 Vaterländischer Verdienstorden in GoldNeue Zeit, 4. Oktober 1974, S. 2 1980 Karl-Marx-OrdenBerliner Zeitung, 7. März 1980, S. 4 1985 Stern der Völkerfreundschaft in GoldNeues Deutschland, 1. März 1985, S. 2
Literatur Dora Schaul (Hrsg.): Resistance. Erinnerungen deutscher Antifaschisten. ISBN 978-3-320-00601-3 Elke Reuter, Detlef Hansel: Das kurze Leben der VVN von 1947 bis 1953: Die Geschichte der Verfolgten des Nazi-Regimes in der SBZ und DDR. Berlin 1997, ISBN 3-929161-97-4, S. 567
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Einzelnachweise
Kategorie:SED-Mitglied Kategorie:Mitglied der Roten Hilfe Kategorie:KPD-Mitglied Kategorie:Interbrigadist Kategorie:Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus Kategorie:Person (Bewegung Freies Deutschland) Kategorie:Résistancekämpfer Kategorie:NS-Opfer Kategorie:Träger des Karl-Marx-Ordens Kategorie:Träger des Vaterländischen Verdienstordens in Gold Kategorie:Träger des Sterns der Völkerfreundschaft Kategorie:Held der Arbeit Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1905 Kategorie:Gestorben 1986 Kategorie:Mann