Der Rivière Péribonka ist ein Fluss in der Verwaltungsregion Saguenay–Lac-Saint-Jean in der kanadischen Provinz Québec.

Flusslauf Der Rivière Péribonka hat eine Länge von 547 km und entwässert ein Gebiet von 26.936 km². Er mündet im Parc national de la Pointe-Taillon in den Lac Saint-Jean und stellt dessen größten Zufluss dar. Der Ort Péribonka liegt am Nordufer des Lac Saint-Jean an der Mündung des Flusses.

Der Name leitet sich von dem Innu-Wort „pelipaukau“ ab, was so viel bedeutet wie „Fluss, der sich durch den Sand gräbt“ oder „wo es wandernden Sand gibt“.

Geographie Der Rivière Péribonka entspringt ein kurzes Stück westlich der Monts Otish in einem Sumpfgebiet, welches auf Granit und Muskeg des Kanadischen Schilds gelegen ist. Von dort fließt er in südlicher Richtung nach Lamarche und weiter zum nach Westen zum Lac Saint-Jean. Sein Einzugsgebiet umfasst etwa ein Drittel des Einzugsgebiets des Saguenay.

Zuflüsse Die Hauptzuflüsse des Rivière Péribonka sind (in Abstromrichtung): Rivière Péribonka Est Rivière Épervanche Rivière Grande Loutre Rivière Courtois Rivière Michel Rivière Bonnard Rivière Modeste Rivière Cocoumenen Rivière Saint-Onge Lac Péribonka Rivière à la Carpe Rivière Brodeuse Rivière au Serpent Rivière Étienniche Rivière Manouane Rivière Alma Rivière Houlière Rivière Manouaniche Rivière Petite-Manouane Rivière Duhamel Rivière Durfort Rivière Raccourci Rivière Grand Détour Lac Manouane Rivière des Montagnes Blanches Rivière Falconio Rivière Brûlée Rivière Alex Petite rivière Péribonka

Geschichte Früher bewohnten die Innu diese Region und benutzten den Fluss als Transportweg mit dem Kanu. Ab der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde der Fluss auch von Europäern als Zugangsweg zur James Bay genutzt. Die erste Erwähnung des Flusses stammt vom 16. April 1679. Im Oktober dieses Jahres bereiste Louis Joliet den Fluss und bezeichnete ihn als Périboca. Die Schreibweise änderte sich später zu Periboaka, Periboac Schließlich gab Pascal Taché im Jahre 1825 dem Fluss den heutigen Namen Péribonka.Rivière Péribonka, Commission de toponymie du Québec

Während im 17. und 18. Jahrhundert Fallensteller und Händler dem Fluss wenig Aufmerksamkeit schenkten, gewann der Rivière Péribonka im 19. Jahrhundert an Bedeutung, insbesondere für die Holzwirtschaft, so dass 1887 die erste Siedlung an seiner Mündung gegründet wurde.

Im Jahre 1928 überflutete der Rivière Péribonka seine Ufer und mehrere Siedlungen. Zu einer weitreichenden Erschließung des Flusses kam es in den 1940er Jahren, als Alcan, ein führender Aluminiumproduzent, begann, hier Wasserkraftwerke zu bauen. Zwischen 1941 und 1943 entstand der Chute-des-Passes Dam am Südende des Lac Péribonka, welcher sich zu einem riesigen Stausee entwickelte. Zwei weitere Staudämme wurden im Anschluss flussabwärts erstellt: der Chute-du-Diable (1950–1952) und der Chute-à-la-Savane (1951–1953).

Der Klassiker Maria Chapdelaine des französischen Schriftstellers Louis Hémon spielt am Ufer des Rivière Péribonka.

Wasserkraftnutzung Es gibt vier Wasserkraftwerke am Rivière Péribonka, wobei drei davon zur Aluminiumverhüttung von Rio Tinto Alcan gehören, sowie eines zu Hydro-Québec (HQ). In Abstromrichtung sind das: Name Lage Fertig-stellung Leistung[MW] AnzahlTurbinen hydraul. Potential[m] Höhe[m] Kronen-länge[m] Stau-volumen [Mio. m³] BetreiberChute-des-Passes () 1941 854 48 361 Rio Tinto AlcanPéribonka () 2007–2008 405 3 67,6 80 700 HQChute-du-Diable () 1952 240 34 544 1200 Rio Tinto AlcanChute-à-la-Savane () 1951–1953 231 39 1094 600 Rio Tinto Alcan

Das vierte Kraftwerk, das Péribonka-Kraftwerk, liegt unmittelbar oberhalb des Zusammenflusses mit dem Rivière Manouane und wird von Hydro-Québec betrieben. Es wurde am 9. März 2008 fertiggestellt und hat eine Leistung von 405 MW.Hydro-Québec - Hydroelectric Generating Stations Der zugehörige Staudamm hat eine Höhe von 80 m und eine Länge von 700 m. Er staut den Fluss zu einem 32 km² großen Stausee auf.Hydro-Québec - Abgerufen am 26. November 2010

Einzelnachweise

Weblinks

Quebec Studies on power and the Peribonka River

Kategorie:Saguenay–Lac-Saint-Jean