Heinz Schmid-Lossberg (* 1. Januar 1905 in Posen als Max Albert Erich Heinz Schmidnach Heiratsregister Nr. 673/1934 des Standesamts Berlin-Schöneberg II; † nach 1977) war ein deutscher Geschäftsmann und Wirtschaftsführer. Er wurde bekannt als Inhaber von Führungspositionen in der deutschen Wirtschaft während des Zweiten Weltkriegs und in der Nachkriegszeit.

Leben und Wirken Nach dem Schulbesuch absolvierte Schmid-Lossberg eine Banklehre. 1935 nahm der als Schmid geborene den Familiennamen Schmid-Lossberg an.Folgebeurkundung an Heiratsregister Nr. 673/1934 des Standesamts Berlin-Schöneberg II

Schmid-Lossberg beantragte am 22. Dezember 1937 die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 5.919.134),Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/38110611 er gehörte auch der NSV und der DAF an. Zudem wurde er später mit dem Kriegsverdienstkreuz I. Klasse ausgezeichnet.Barbara Hopmann: Von der Montan zur Industrieverwaltungsgesellschaft (IVG), 1916–1951, Franz Steiner, Stuttgart 1996, ISBN 978-3-515-06993-9, S. 42

Während des Zweiten Weltkriegs war Schmid-Lossberg Wehrwirtschaftsführer, Direktor der Berliner GmbH für Luftfahrtbedarf und Geschäftsführer der Rüstungskontor GmbH im Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion. Ferner gehörte Schmid-Lossberg dem Beirat der für die Montage der V2-Raketen zuständigen Mittelwerk GmbH an, in dem er das Rüstungsministerium vertrat. Zudem gehörte er von 1943 bis 1945 dem Aufsichtsrat der Verwertchemie an.

Ab Mitte Februar 1943 gehörte Schmid-Lossberg der Geschäftsführung der Montan an und war auf Betreiben der Amerikaner vom 1. Dezember 1945 bis Januar 1946 kommissarischer Leiter der Montan.Barbara Hopmann: Von der Montan zur Industrieverwaltungsgesellschaft (IVG), 1916–1951, Franz Steiner, Stuttgart 1996, ISBN 978-3-515-06993-9, S. 46, 154f

Nach Kriegsende wurde Schmid-Lossberg von den Alliierten verhaftet. Er sagte als Zeuge bei den Nürnberger Prozessen aus.

In der Bundesrepublik trat Schmid-Lossberg 1955 in die Berliner Handels-Gesellschaft ein, deren Generalbevollmächtigter er wurde. Mit Vollendung seines 68. Lebensjahres schied er am 1. Januar 1973 aus dem Kreis der Geschäftsinhaber der Handels-Gesellschaft aus. Ferner war er Vorstandsmitglied der Berliner Handelsbank AG sowie Aufsichtsratsvorsitzender der Frankfurter Kreditbank GmbH und der Berliner AG für Vermögensverwaltung.

Die DDR-Publizistik führte Schmid-Lossberg im sogenannten Braunbuch der DDR öffentlich als ein prominentes Beispiel für die Kontinuität der Wirtschaftseliten der NS-Zeit in der Bundesrepublik ins Feld.

Literatur Norbert Podewin (Hrsg.): Braunbuch. Kriegs- und Naziverbrecher in der Bundesrepublik und in Berlin (West). Edition Berolina, Berlin 2012. Jens-Christian Wagner (Hrsg.): Konzentrationslager Mittelbau-Dora 1943–1945. Begleitband zur ständigen Ausstellung in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora. Wallstein-Verlag, Göttingen 2007, ISBN 978-3-8353-0118-4.

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Einzelnachweise

Kategorie:Zeuge in den Nürnberger Prozessen Kategorie:Wehrwirtschaftsführer Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1905 Kategorie:Gestorben im 20. oder 21. Jahrhundert Kategorie:Mann Kategorie:Person (V-Waffen-Programm)