Pfedelbach ist eine Gemeinde im Hohenlohekreis im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs, 2 km südlich von Öhringen. Sie gehört zur Region Heilbronn-Franken und zur äußeren Metropolregion Stuttgart.

Die Gemeinde wurde im 11. Jahrhundert erstmals erwähnt und hat rund 9.250 Einwohner (Stand 2024). Durch sie verläuft der Obergermanisch-Raetische Limes, der seit 2005 auf der Welterbeliste der UNESCO steht.

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Geographie mini|340px|Pfedelbach aus nördlicher Sicht, im Hintergrund der Höhenzug des Mainhardter Waldes Geographische Lage Pfedelbach liegt im Süden des Hohenlohekreises, der im Zuge der Kreisreform 1973 neu gebildet wurde. Die Gemeinde liegt im Übergangsbereich zwischen der Hohenloher Ebene im Norden, Teil des Naturraums Hohenloher-Haller Ebene, und der Waldenburger Berge und des Mainhardter Waldes im Süden, die zum Naturraum Schwäbisch-Fränkische WaldbergeNaturräume Baden-Württembergs. Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Stuttgart 2009. gehören. Das namengebende und bevölkerungsreichste Dorf liegt noch im Vorland der Berge, mit Abstand westlich und südlich des Laufs der Ohrn, deren Lauf bei Öhringen-Cappel von Norden nach Westen abknickt. Durchs Dorf zieht nördlich der namengebende Pfedelbach, der die Ohrn schon jenseits auf Öhringer Gemarkung als Schleifbach erreicht; er entsteht als Auslauf des Buchhorner Sees.

Das Gemeindegebiet zieht sich vom Stufenrand als anfangs sehr breiter Schlauch südöstlich in die Berge hinein bis Untersteinbach und reicht dabei im Nordosten bis an die obere rechte Hangkante der stellenweise über zwei Kilometer breiten Talbucht der Ohrn, „Steinbacher Tal“ genannt, südwestlich über die Oberseite des trennenden Bergrücken der beiden Täler bis an den Hangabfall zur linksseitig der Ohrn parallel laufenden Brettach. Von Untersteinbach aus verengt sich der Schlauch stark und folgt nun dem Ohrnlauf weiter aufwärts auf den beiden Hangkanten bis jenseits von Schuppach, wo die Besiedlung endet, die erschließende Straße das Tal verlässt und dann der Klingenwald den Talboden bedeckt.

Die südlichen Teile von Pfedelbach gehören seit 1979 zum Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald.

Geologie Pfedelbach liegt zwischen ( an der Ohrn beim Tannhof kurz vor Cappel) und ( beim Kanzleibückele in Schuppach), am südlichen Rand einer mächtigen Muschelkalkplatte, die sich vom Kochertal bis zum Rande des Keuperberglandes hinzieht. Am Südende der Markung erhebt sich der Stufenrand der Keuperwaldberge, der vorgelagerte Höhenzug des Mainhardter Waldes. Über der Muschelkalkplatte lagert eine 5 bis 20 Meter dicke Schicht Lettenkohle, darüber eine stellenweise recht starke Lösslehmdecke, die einen sehr fruchtbaren Ackerboden abgibt. Sie bilden die Grundlagen für Wein- und Obstbau. Die Schattenseite der Keuperhänge ist für den Ackerbau wenig geeignet und zumeist bewaldet. Nach Süden steigt das Gelände über einen Hangfuß aus Gipskeuper steil im Schilfsandstein, der eine Terrasse erzeugt, und den Bunten Mergeln bis zum Kieselsandstein an. Dieser bildet auf dem Frauenberg und dem Charlottenberg die Deckschicht. In den Höhen um Gleichen bildet der Stubensandstein das höchste Stockwerk. Auf eine tonige Beschaffenheit des Untergrundes weisen teilweise verlandende Seen auf der Hochebene hin. Der Gipskeuper ist arm an Quellen.

Flächennutzung Die Gemarkungsfläche beträgt einschließlich aller Ortsteile 41,3 km², die sich wie in nebenstehender Tabelle zusammensetzen.

Über 50 Prozent der Fläche wird landwirtschaftlich genutzt. Daneben haben Wälder einen erheblichen Anteil an der Flächennutzung. Sie bedecken ca. 33 Prozent des Gemeindegebietes.

Nachbargemeinden Pfedelbach grenzt an die Städte und Gemeinden Öhringen, Waldenburg, Michelfeld, Mainhardt und Bretzfeld. Michelfeld und Mainhardt gehören zum Landkreis Schwäbisch Hall, die restlichen zum Hohenlohekreis. Mit der Großen Kreisstadt Öhringen und der Gemeinde Zweiflingen bildet Pfedelbach eine Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft.

Klima Hohenlohe ist Teil der warmgemäßigten mitteleuropäischen Klimazone mit noch überwiegend maritimer Prägung. Die auf kleiner Skala wechselnde Topographie, insbesondere zwischen Tal- und Höhenlagen, bewirkt auch von Ort zu Ort stark variierendes Klima. Das Lokalklima Pfedelbachs vermittelt zwischen dem milderen des Neckarbeckens, dem etwas raueren der Hohenloher Ebene und dem Mittelgebirgsklima, das in den Schwäbisch-Fränkischen Waldbergen vorherrscht. Pfedelbach hat eine mittlere Jahrestemperatur von 8,7 °C. Die Monatsmittel der Monate Januar und Juli liegen auf den Keuperhöhen um etwa ein bis zwei Grad niedriger. Diese Temperaturunterschiede werden besonders im Winter deutlich, wenn auf den Höhen noch Schnee liegt, er jedoch in der Ebene schon längst weggetaut ist. Die mittlere Jahresniederschlagssumme liegt in Pfedelbach bei 734 mm, in den höher gelegenen Gebieten der Keuperwaldberge fallen bis zu 1000 mm und teilweise darüber.

Flächenaufteilung

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Pfedelbach.

Gemeindegliederung Zu Pfedelbach gehören die ehemals selbstständigen Gemeinden Harsberg, Oberohrn, Untersteinbach und Windischenbach.Landesarchivdirektion Baden-Württemberg (Hrsg.): Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band 4: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1, S. 237–241.

50px|Wappen Harsberg Zur ehemaligen Gemeinde Harsberg gehört das Dorf Harsberg, die Weiler Altrenzen, Baierbach, Beingasse, Heuholz, Oberhöfen, Renzen und Unterhöfen und die Höfe Braunenberg, Eichhornshof, Gänsberg, Hasenberg, Herbenberg, Rohrmühle, Schmidsberg (oder eher Schmidshof)Schmidshof im Historischen Ortslexikon bei LEO BW Auf einer der dort gebotenen alten Karten liegt weniger als 200 Meter westlich von Beingasse der Schmidshof am linken Hangfuß des Ohrntals, ebenso auf der amtlichen Topographischen Karte. Ein Ort des Namens Schmidsberg ist auf der Topographischen Karte im gesamten Gebiet der Altgemeinde Harsberg nicht zu finden. und Strohberg sowie die abgegangenen Ortschaften Beckinger Hof und Weihen.80px|Historischer Dorfarrest in Harsberg (2008)50px|Wappen Oberohrn Zur ehemaligen Gemeinde Oberohrn gehören das Dorf Oberohrn, die Höfe Lerchenhof (früher Lerchen)Lerchenhof im Historischen Ortslexikon bei LEO BW und Stegmühle, das Haus Tannhof sowie die abgegangene Ortschaft Sonnenberg.80px|Die „Gofmannskelter“ aus Oberohrn im Freilandmuseum Wackershofen (2020)50px|Wappen Pfedelbach Zur Gemeinde Pfedelbach in den Grenzen vom 31. Dezember 1970 gehören das Dorf Pfedelbach, die Weiler Buchhorn, Gleichen,Gleichen im Historischen Ortslexikon bei LEO BW Griet, Heuberg, Hinterespig, Obergleichen, Untergleichen und Vorderespig, der Wohnplatz JägerhofJägerhof im Historischen Ortslexikon bei LEO BW und das Gehöft Charlottenberg sowie die abgegangenen Ortschaften Bunzhof, Bergeheim, Buch in der Ohrn und Oberweiler.80px|Blick auf Pfedelbach von Norden (2012)50px|Wappen Wappen Untersteinbach Zur ehemaligen Gemeinde Untersteinbach gehören das Dorf Untersteinbach, die Weiler Bühl, Floßholz, Mittelsteinbach, Ohnholz und Schuppach, der Wohnplatz Fleinersmühle,Fleinersmühle im Historischen Ortslexikon bei LEO BW die Höfe Heimathof (früher Heimaten), Kohlhof und Simonsberg sowie die abgegangenen Ortschaften Beytenmühle, Renkenmühle und Rottenland.80px|Historische „Pfarrbrücke“ über die Ohrn in Untersteinbach (2008)50px|Wappen Windischenbach Zur ehemaligen Gemeinde Windischenbach gehören das Dorf Windischenbach, der Weiler Stöckig und die Höfe Burghof, Klingenhof, Lindelberg und Weißlensberg und das Haus Golberghöfe.80px|Rathaus in Windischenbach(2008) mini|Die Pfedelbacher Ortsteile Mit Ausnahme des namengebenden Zentralortes Pfedelbach ist das Gemeindegebiet in fünf Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung gegliedert, mit je eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher, namentlich sind das Harsberg, Heuberg/Buchhorn/Gleichen, Oberohrn, Untersteinbach und Windischenbach.

Harsberg Harsberg liegt im Ohrntal, südlich des Hauptorts Pfedelbach, und gehört seit 1971 zur Gemeinde.

Heuberg/Buchhorn/Gleichen Die aus mehreren Weilern bestehende Ortschaft Heuberg/Buchhorn/Gleichen wurde erst im Jahre 1989 durch Änderung der Hauptsatzung der Gemeinde begründet.

Oberohrn Oberohrn liegt im Ohrntal. Es gehört seit dem 1. Januar 1971 zur Gemeinde.

Untersteinbach Der Ortsteil Untersteinbach gehört seit dem 1. Januar 1972 zur Gemeinde. Untersteinbach liegt im Ohrntal und ist staatlich anerkannter Erholungsort.

Windischenbach Der Ortsteil Windischenbach liegt westlich des Hauptortes und ist seit dem 1. Juli 1971 Teil der Gemeinde.

Impressionen aus den Ortschaften

Bevölkerungszahlen Pfedelbach: 4700 Einwohner Harsberg mit Griet und Espig: 623 Einwohner Heuberg/Buchhorn/Gleichen: 944 Einwohner Stand: 31. Dezember 2024Jahresbericht 2024. (PDF; 4,2 MB) Gemeinde Pfedelbach; abgerufen am 12. Juli 2025. Oberohrn: 343 Einwohner Untersteinbach: 1460 Einwohner Windischenbach: 1183 Einwohner

Geschichte mini|Das 1956 erbaute Pfedelbacher Rathaus, 2006 renoviert und erweitert mini|hochkant|Sonnenuhr von Roland Bäuchle auf dem Platz vor dem Pfedelbacher Rathaus, 3.20 Uhr, nachmittags

Chronologischer Überblick um 150 n. Chr. Bau der „Jüngeren Odenwaldlinie“ des Limes, eines römischen Grenzbefestigungswerks. 1037 erste urkundliche Erwähnung als Pfadelbach im Öhringer StiftungsbriefHohenlohekreis: Pfedelbach: Geschichte. Online auf www.hohenlohekreis.de, abgerufen am 26. Oktober 2014. 1270 werden die Herren von Phedelbach erwähnt 1371 Phfedlbach und seit dem 15. Jahrhundert Pfedelbach 1419 vermählte sich Reitza von Pfedelbach, die letzte der Familie, mit Zeisolf von Adelsheim, womit das Geschlecht der Herren von Pfedelbach ausgestorben ist. 1472 Götz von Adelsheim verkaufte seinen Besitz an die Grafen Gottfried, Friedrich und Kraft von Hohenlohe. Pfedelbach kommt in den Besitz der Grafen von Hohenlohe 1565 erhält Pfedelbach eine eigene Pfarrstelle 1572 Bau des Schlosses 1663 Pfedelbach erhält das Recht, zwei Jahrmärkte abzuhalten. 1710 Den evangelischen Pfedelbachern wird Glaubensfreiheit gewährt, während die Hohenloher Grafen (ab 1744 Fürsten) katholisch werden 1773 Hinrichtung der Räuberbande des Wirtes Weiß 1806 Pfedelbach fällt an das Königreich Württemberg 1855–1865 Pfedelbach steht unter Staatsaufsicht 1958 Einweihung des damaligen Rathauses, das ab 2005 umgebaut und durch einen im Juli 2006 eingeweihten Neubau ergänzt wurde 2017 Einweihung der Gemeinde- und Festhalle Nobelgusch

Die vorrömische Zeit Vom Öhringer Stadtpfarrer Richard Kallee wurden Ringwälle und Grabhügel ausfindig gemacht, die auf eine Besiedlung in vorrömischer Zeit hinweisen. In Pfedelbach wurden außerdem zwei bronzene Armreife gefunden. In Untersteinbach wurden 19 Ösenringbarren aus der Frühbronzezeit gefunden.

Die römische Zeit Um 159 n. Chr. verlagerten die Römer ihre Grenze vom Neckar-Odenwald-Limes (Ältere Odenwaldlinie) etwa 30 km in östliche Richtung. Die neue Limeslinie führte, von Öhringen kommend, zwischen Pfedelbach und Oberohrn quer durch Baierbach und an Gleichen vorbei nach Mainhardt. Das rechtsrheinische Hinterland und der Limes wurden spätestens 259/60 n. Chr. aufgegeben (Limesfall).

Öhringer Stiftungsbrief Im Öhringer Stiftungsbrief von 1037 wird Phadelbach erstmals erwähnt.

Die Herrschaft Gleichen mit Burg