Lerchenbergsmühle (fränkisch: LärchemilE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 124. Dort folgendermaßen transkribiert: „lęrchemíl“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Oberdachstetten im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Lerchenbergsmühle liegt in der Gemarkung Oberdachstetten.
Geografie Die Einöde liegt an der Fränkischen Rezat. 0,75 km nordöstlich erhebt sich der Lerchenberg (), im Norden liegt der Buck. Ein Anliegerweg führt nach Oberdachstetten (0,2 km südwestlich).
Geschichte Der Platz wurde im 13. Jahrhundert vom Deutschen Orden gerodet und als Grundholde angelegt.R. Krusche: Am Ursprung der Rezat. Historisches von und um Oberdachstetten, S. 193. 1294 wurde dieser erstmals als „das Holz Lerchenberch“ in einer Schenkungsurkunde erwähnt, in der Burggraf Friedrich III. von Nürnberg das Schloss Virnsberg samt Besitzungen dem Deutschen Orden überließ. Ob sich der Ortsname vom Baum Lärche oder vom Singvogel Lerche ableitet, ist unklar.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 124.
1568 bat ein Kunz Sturm den Deutschen Orden um Erlaubnis zum Kauf des Gebäudes „Lergenmühle“.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehörte der Lerchenbergsmühle zur Realgemeinde Oberdachstetten. Die Mühle hatte das Obervogteiamt Virnsberg des Deutschen Ordens als Grundherrn.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 894. Bis zum Jahre 1795 noch Lehen des Deutschen Ordens, wurde sie in diesem Jahre durch Preußen gewaltsam in die Markgrafschaft Ansbach-Bayreuth einverleibt. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1004. Unter der preußischen Verwaltung erhielt die Lerchenbergmühle die Hausnummer 65 des Ortes Oberdachstetten. 1806 kam sie dann an Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Lerchenbergsmühle dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Oberdachstetten und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Oberdachstetten zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3863: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Leutershausen 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 964.
In den Jahren 1978/79 wurde die Mühle von Grund auf erneuert und renoviert. Als ehemalige Besitzersnamen sind neben Sturm noch Horn, Müller, Frühwirth, Aßmann und Wittig bekannt. Seit 1864 war die Familie Hahn im Besitz der Mühle. Die Tochter Marie Hahn heiratete später Georg Schmidt aus Steinach. Die Enkelin Hildegard der beiden, heiratete Johann Bodächtel und führte als Müllersgesellin, nach dem Tod des Vaters (1946) die Mühle bis 1988 weiter. Ab da ist es nur noch ein reines landwirtschaftliches Anwesen.
Baudenkmal Ehemalige Mühle, zweigeschossiger Krüppelwalmbau, Fachwerkgiebel, mit Krüppelwalm, das laut Bezeichnung 1765 renoviert wurde
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2006 2015 2019Einwohner 11 9 9 6 5 5 15 9 5 8 3 5 7HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1970 als Wohngebäude. 1 1 1 2 2 2 2 1 Quelle
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Bartholomäus (Oberdachstetten) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Dionysius (Virnsberg) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Oberdachstetten) Kategorie:Einzelsiedlung im Landkreis Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1294 Kategorie:Ort an der Fränkischen Rezat