mini|Cleve Moler, 2022 Cleve Barry Moler (* 17. August 1939 in Salt Lake City, Utah;Biographische Daten nach American Men and Women of Science, Thomson Gale 2005 † 20. Mai 2026) war ein US-amerikanischer Mathematiker und Informatiker, der sich mit numerischer linearer Algebra beschäftigte. Er war an der Entwicklung von LINPACK und EISPACK beteiligt und ist der Entwickler von MATLAB.
Cleve Moler studierte am Caltech (Bachelor 1961) und wurde 1965 an der Stanford University bei George E. Forsythe promoviert (Finite Difference Methods for the Eigenvalues of Laplace's Operator).Mathematics Genealogy Project Danach war er in Stanford Instructor für Informatik und 1965/66 als Post-Doktorand an der ETH Zürich. 1966 wurde er Assistant Professor und dann Associate Professor an der University of Michigan, war 1970/71 Visiting Associate Professor an der Stanford University und ab 1972 Associate Professor sowie ab 1974 Professor der University of New Mexico. Von 1980 bis 1984 stand er dort der Fakultät für Informatik vor.
Moler war Ko-Autor der in den 1970er Jahren am Argonne National Laboratory entwickelten Fortran-Programmbibliotheken zur numerischen linearen Algebra EISPACK und LINPACK. Um diese seinen Studenten an der University of Mexico leichter zugänglich zu machen (ohne Verwendung von Fortran), entwickelte er MATLAB. 1984 gründete er mit Jack Little und Steve Bangert MathWorks zur Vermarktung von MATLAB. Ab 1996 war er Chefwissenschaftler und Chairman von Mathworks in Natick (Massachusetts). Davor war er 1984 bis 1996 Manager bei Intel Scientific Computing. Er arbeitete auch für die Ardent Computer Corporation. Zu seinen Doktoranden zählten Jack Dongarra und Charles Van Loan.
Moler war Fellow der Association for Computing Machinery, Mitglied der National Academy of Engineering (1997) und Vizepräsident sowie von 2007 bis 2009 Präsident der SIAM. Er war Ehrendoktor der Universität Linköping, der University of Waterloo (2001) und der Technischen Universität Dänemarks (2004). Für 2014 wurde ihm die John-von-Neumann-Medaille zugesprochen. 2010 erhielt er den Hans-Schneider-Preis, 2017 wurde er Fellow des Computer History Museum. 2011 erhielt er den Sidney Fernbach Award. 2026 wurde Moler zum Mitglied der National Academy of Sciences gewählt.
Schriften mit George E. Forsythe, Michael A. Malcolm Computer methods for mathematical computations, Prentice-Hall Series in Automatic Computation, Prentice-Hall, Englewood Cliffs, N.J., 1977 Numerical computing with MATLAB, SIAM 2004
Weblinks Biographie bei MathWorks Oral History Interview bei der SIAM 2004 Cleve B. Moler in der Datenbank zbMATH
Einzelnachweise
Kategorie:Mathematiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Informatiker Kategorie:Hochschullehrer (Albuquerque) Kategorie:Ehrendoktor Dänemarks Technischer Universität Kategorie:Ehrendoktor der University of Waterloo Kategorie:Ehrendoktor der Universität Linköping Kategorie:Mitglied der National Academy of Engineering Kategorie:Mitglied der National Academy of Sciences Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1939 Kategorie:Gestorben 2026 Kategorie:Mann