miniatur|Pieter-Dirk Uys Pieter-Dirk Uys (* 28. September 1945 in Kapstadt) ist ein südafrikanischer Satiriker, Komiker, Autor und Sozialaktivist, der in seiner Rolle der Evita Bezuidenhout als Travestie-Künstler bekannt wurde.
Leben Pieter-Dirk Uys ist Sohn des Afrikaaners Hannes Uys und der in Berlin geborenen Jüdin Helga Bassel. Sein Vater war Organist in Gemeinden der Niederländisch-reformierten Kirche, aber auch Mitglied in der Zensurbehörde, die unter anderem Theaterstücke prüfte und gelegentlich bannte.Megan Lewis: Performing whitely in the postcolony: Afrikaners in South African theatrical and public life. University of Iowa Press, Iowa City 2016, ISBN 978-1-60938-447-0, S. 104 f. Auszüge bei books.google.de Seine Mutter war bereits vor ihrer Emigration aus Deutschland im Jahr 1936 als Konzertpianistin bekannt gewesen. In Südafrika lernte sie Hannes Uys kennen. 1945 wurde Pieter-Dirk Uys geboren, 1948 seine Schwester Tessa Uys. Sie wurde ebenfalls Pianistin.Interview mit Tessa Uys bei aviva-berlin.de, abgerufen am 12. September 2018
Pieter-Dirk Uys wuchs in den Traditionen der konservativen Afrikaaner auf. Er studierte Schauspielkunst an der University of Cape Town und erwarb einen Bachelor of Arts.Nicole John: Up close with Pieter-Dirk Uys. news24.com vom 31. Januar 2017 (englisch), abgerufen am 12. September 2018 Er zog nach London, um Bühnenerfahrung zu sammeln. 1969 starb seine Mutter durch Suizid. Uys entwickelte 1978 die Kunstfigur Evita Bezuidenhout, eine Dragqueen, die heftige Kritik am Apartheid-System, aber auch an weißen Liberalen übte und ihn bekannt machte. Damit trat er gelegentlich auch im südafrikanischen Fernsehen auf. Er war besonders in den 1970er und 1980er Jahren dem Market Theatre in Johannesburg und dem Kapstädter Space Theatre verbunden.Lebenslauf auf Uys’ Website bei pdu.co.za (englisch), abgerufen am 12. September 2018 Er gilt als „praktisch einziger Komiker, der das notorisch humorlose [Apartheid-]Regime parodieren konnte“.Pieter-Dirk Uys: I don’t do jokes, I tell the truth. independent.co.uk (englisch), abgerufen am 12. September 2018 Zur Zeit der Apartheid wurden mehrere seiner Stücke von der Zensurbehörde gebannt.
Nach den ersten freien Wahlen 1994 startete seine Fernsehserie Funigalore. Im Rahmen der Sendung interviewte er im November 1994 in seiner Rolle als Evita Präsident Nelson Mandela. Er tritt auch in Europa, besonders im Vereinigten Königreich, und Nordamerika auf.
Er schrieb zahlreiche Bücher, darunter rund 25 Theaterstücke.
Uys lebt in Darling, Südafrika, wo er seit 1996 im ehemaligen Bahnhof das Kabarett-Theater und Restaurant Evita se Perron betreibt.Evita Se Perron bei westcoastway.co.za (englisch), abgerufen am 12. September 2018 Der Name ist eine Anspielung auf Eva „Evita“ Perón, aus dem Afrikaans übersetzt aber auch „Evitas Bahnsteig“. Wöchentlich tritt Uys auf dem YouTube-Kanal EvitaSePerron unter dem Titel Evita’s Free Speech auf.EvitaSePerron bei youtube.com, abgerufen am 12. September 2018 Seit dem Jahr 2000 geht Uys als Evita an Schulen, um auf die Gefahren durch AIDS aufmerksam zu machen. Dabei erreichte er bisher rund 1,5 Millionen Schüler. Für sein Engagement gegen AIDS erhielt er mehrere Ehrendoktorwürden. Er gehört dem Board of Directors der Desmond Tutu HIV Foundation an.
Bibliografie
1983: Farce about Uys. Jonathan Ball und Ad. Donker Publishers, ISBN 0-86850-077-1. 1983: Selle ou storie: A play. Donker, ISBN 0-86852-027-6. 1989: Paradise Is Closing Down and Other Plays. Penguin Books, ISBN 0-14-048228-8. 1993: Negerküsse. A satirical nightmare. Dölling und Galitz, ISBN 3-926174-72-2. 1994: A part hate a part love: The legend of Evita Bezuidenhout. Hond, ISBN 1-874969-08-6. 1995: Funigalore: Evita’s Real-Life Adventures in Wonderland. The Penguin Group, ISBN 0-14-025313-0. 1997: The Essential Evita Bezuidenhout. The Essential Series. David Philip Publishers, ISBN 0-86486-349-7. 2001: Trekking to Teema. Compress, ISBN 1-919833-10-2. 2003: Elections & Erections: A Memoir of Fear and Fun. Zebra Press, ISBN 1-86872-665-7.
Filme (Auswahl)
1985: Skating on thin Uys, Comedy über P. W. Botha 2007: Darling! The Pieter–Dirk Uys Story, Dokumentation von Julian Shaw 2016: Nobody’s Died Laughing, Dokumentation von Willem Oelofsen
Preise und Auszeichnungen (Auswahl)
2000: Living Legacy 2000 Award in San Diego, für Mrs Evita Bezuidenhout 2000: Preis für das Lebenswerk von der Cape Tercentenary FoundationArchives Award (englisch), abgerufen am 12. September 2018 2001: Truth and Reconciliation Award 2011: TMSA Naledi Lifetime Achiever Award 2011: Special Teddy Award bei der Berlinale 2012: Deutscher Afrika-Preis 2018: Hertzogprys für Drama
Ehrendoktorwürden Rhodes University, 1997 University of Cape Town, 2003 University of the Western Cape, 2003 University of the Witwatersrand, 2004 University of KwaZulu-Natal, 2014
Weblinks
Offizielle Website von Pieter-Dirk Uys (englisch) Evita se Perron (englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Travestiekünstler Kategorie:Satire Kategorie:Komiker Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (Englisch) Kategorie:Literatur (Südafrika) Kategorie:Drama Kategorie:Autobiografie Kategorie:Ehrendoktor der Rhodes-Universität Kategorie:Ehrendoktor der Universität Kapstadt Kategorie:Südafrikaner Kategorie:Geboren 1945 Kategorie:Mann