La Chapelle-Faucher (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Norden des Départements Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Nontron und zum Gemeindeverband Communauté de communes Dronne et Belle. Die Einwohner werden Chapellois und Chapelloises bezeichnet.
Geografie
La Chapelle-Faucher liegt etwa 19 Kilometer südsüdöstlich von Nontron und etwa 21 Kilometer nordnordöstlich von Périgueux in der Région naturelle des Périgord central, im touristisch benannten Landesteil des Périgord vert.
La Chapelle-Faucher wird von folgenden Nachbargemeinden umgeben:
Neben dem Ortskern setzt sich die Gemeinde aus folgenden Lieu-dits, Weilern, Gehöften und Schlössern zusammen: Barat, Bois du Juge, Bos Maury, Château Boslaurent, Château de Lasfond, Croix de la Garenne, Dore, Faureille, La Croix, La Forêt, La Guyaunie, La Mothe (bzw. Lamot(h)e), La Rolphie, La Sizardie, Las Fons (auch Las Font oder Lasfond), Laurendie, Le Franc Naud, Le Petit Merle, Les Giroux, Les Grandes Vignes, Les Nègreries, Les Pelades, Merle, Petit(-)Jumilhac (bzw. Jumilhac-le-Petit), Pierre Brune, Puydouillou, Puymartin, Puyroudier, Rochecaille, Rochevideau, Saint-Georges, Tana und Tierchateau.
Der topographisch niedrigste Punkt im Gemeindegebiet mit Höhe befindet sich beim Lieu-dit La Croix an der Côle, die hier das Gemeindegebiet verlässt. Die höchste Stelle mit liegt beim Lieu-dit Tana an der Grenze zur Nachbargemeinde Saint-Pierre-de-Côle im Nordosten. Das Zentrum der Gemeinde liegt oberhalb der Côle auf etwa Höhe.
Bodenbedeckung mini|Bodenbedeckung in der Gemeinde La Chapelle-Faucher Die Bodenbedeckung der Gemeinde La Chapelle-Faucher schlüsselt sich im Jahr 2018 gemäß der europäischen Datenbank CORINE Land Cover (CLC) wie folgt auf:
Wälder – 48,9 % heterogene landwirtschaftliche Nutzung – 36,2 % Strauch- und/oder Kräutervegetation – 7,5 % Kulturboden – 4,7 % Grünland – 1,5 % Bebauung – 1,3 %.
Die forstwirtschaftliche Nutzung steht im Vordergrund. Der Anteil der forstwirtschaftlichen Nutzflächen (Wälder und Buschwerk) ist seit 1990 mit 56,4 % gleich geblieben.
Klima La Chapelle-Faucher besitzt ein abgeschwächtes ozeanisches Klima mit gemäßigtem Sommer (Cfb nach Köppen und Geiger), das sich durch folgende Parameter auszeichnet:
Klimaparameter im Zeitraum 1971–2000 Jahresmittel: 12,1 °C Anzahl der Tage unter −5 °C: 3,0 Anzahl der Tage oberhalb 30 °C: 7,2 Maximum im Tages-Temperaturunterschied: 14,9 °C Jahresniederschlag: 951 mm Niederschlagstage im Januar: 12,8 Niederschlagstage im Juli: 7,3
Durch den Klimawandel zeichnen sich Erhöhungen im Jahresmittel ab, die sich bereits auch bemerkbar machen. So ist beispielsweise an der 62 Kilometer entfernten Wetterstation in Bergerac das langjährige Jahresmittel von 13,2 °C für 1971–2000 über 13,1 °C für 1981–2010 auf 13,3 °C für 1991–2020 angestiegen – ein Zuwachs um 0,1 °C innerhalb von 20 Jahren.
Hydrographie mini|Hydrographische Karte von La Chapelle-Faucher
Das Gemeindegebiet von La-Chapelle-Faucher wird in etwa mittig in Ost-West-Richtung von der Côle durchflossen. Die Nordgrenze zu Villars wird von einem ebenfalls nach Westen ausgerichteten Trockental gebildet, das linksseitig beim Weiler Lardailler (Gemeinde Champagnac-de-Belair) in den Trincou mündet. Zur Côle hin öffnen nur Trockentäler, die alle mehr oder weniger Nord-Süd orientiert sind: rechtsseitig ein Trockental, das die Ostgrenze zu Saint-Pierre-de-Côle bildet, sowie ein kleines Trockental beim Lieu-dit Rochecaille; linksseitig die Trockentäler bei den Weilern Saint-Georges, Pierre Brune und Rochevideau.
Die Côle und ihre Seitenarme bilden Teil des Flusssystems Isle-Dronne.
Die Gesamtlänge des Entwässerungsnetzes in der Gemeinde La-Chapelle-Faucher beträgt 5,5 Kilometer.
Geologie mini|Geologische Karte von La Chapelle-Faucher mini|Felswand und Höhlen von Rochecaille, vorgeschichtliche Fundstätte. Die Felswand zeigt den Übergang von Turonium zu Coniacium mit einem beträchtlichen Einfallen nach Nordost.
Das Gemeindegebiet von La Chapelle-Faucher liegt in seiner Integralität auf flach liegenden (maximaler Einfallswinkel bis 10°) Sedimenten des nördlichen Aquitanischen Beckens.
Die Schichtenfolge beginnt mit den knolligen bis plattigen Kreidekalken des Ligériens (Unterturon – Formation c3a). Sie stehen an der linken Talseite der Côle an und folgen außerdem den bei Saint-Georges, Pierre Brune und Rochevideau mündenden Trockentälern nach Süden. Darüber folgen Rudistenkalke des Angoumiens (Formationen c3b und c3c). Sie finden sich beidseitig der Côle, beidseitig der drei Trockentäler im Süden, entlang des rechtsseitigen Trockentals an der Ostgrenze und ebenfalls an den Hängen des Trockentals an der Nordgrenze. Über das Angoumien legen sich harte Fossilkalke des Coniaciums (Formation c4), zu sehen vorwiegend im Ortskern, entlang dem kleinen rechtsseitigen Trockental bei Rochecaille und an der Südgrenze. Höchstes aufgeschlossenes Schichtglied der Oberkreide ist das Untersanton am Höhenrücken nördlich des Ortskerns (Formation c5a); es besteht aus grauen, plattigen, glaukonitführenden Kalken.
Auf dem Höhenrücken nördlich des Ortskerns finden sich vereinzelte Vorkommen von alten, teils verfestigten Flussschottern, die möglicherweise bis ins Eozän (Formation HF bei Petit-Jumilhac) oder ins Pliozän (Formation FS bei Faureille und beim Château Boslaurent) hinaufreichen. Ein recht großer Teil der Hanglagen oberhalb der Oberkreidesedimente wird von Kolluvium verhüllt, das aus den tertiären Flussschottern hervorgegangen ist und im Pleistozän umgelagert wurde (Formation CF). Vergleichbares, aber wesentlich feinkörnigeres Material, findet sich auf den drei Höhenrücken im Süden (Formation AC bzw. C).
Würmeiszeitlicher Kalkhangschutt (Formation GP) verfüllt das Trockental an der Nordgrenze, das kleine Trockental bei Rochecaille und mehrere Stellen beidseitig der Côle. Risseiszeitliche Niederterrassen aus Geröllen in sandig-toniger Matrix wurden an mehreren Stellen im Côletal abgelagert (Formation Fw). Ältere mindelzeitliche Mittelterrassen (Formation Fv) finden sich ebenfalls im Tal der Côle, rechtsseitig nördlich von Merle und linksseitig südlich von Rochecaille. Die rezente Flussniederung der Côle (Formation K) ist durchgehend 500 Meter breit und der Fluss mäandriert mit einer Wellenlänge von 1500 Metern.
Bei Rochevideau südwestlich des Ortskerns von La Chapelle-Faucher zieht der Ausläufer der Südost-streichenden Mareuil-Störung ins Côletal herein. Die Störung hat generell ein Anheben des südwestlichen Schichtverbandes bewirkt. Der bis hierher recht einheitliche Störungsverlauf löst sich jedoch im Gemeindegebiet in mehrere kleinere Störungen auf, die sehr unterschiedlichen Richtungen folgen (NNW, NO, ONO und OSO), aber nur minimale Versetzungen aufweisen. Diese Zerrüttung des Schichtverbandes macht sich auch in sehr stark streuenden Streichrichtungen und Einfallswinkeln bemerkbar. So beträgt normalerweise das regionale Einfallen 6 bis maximal 10° nach Südwest. Durch die Zerrüttung können aber Einfallswerte bis zu 20° in die entgegengesetzte Richtung (nach Nordost) erzielt werden – zu sehen bei Rochecaille.
Erwähnenswert ist die Karstifikation des Ensembles Turon-Coniac, zu erkennen an Höhlenbildungen, an den vielen Trockentälern und dem Wasserverlust der Côle im Bereich der Gemeinde Saint-Pierre-de-Côle. Diese verlorengegangenen Sickerwässer treten im Gemeindegebiet von La Chapelle-Faucher wieder zutage (Quelle bei Las Fons).
Natürliche und technologische Risiken mini|Risikokarte des Quellungs/Schrumpfungsverhältnisses von Tonmineralen in Böden für La Chapelle-Faucher
Naturrisiken manifestieren sich in La Chapelle-Faucher als Überschwemmungen und den mit ihnen assoziierten Schlammströmen und Hangrutschungen im Tal der Côle Dürren Stürme Bodensetzungen.
Aufgrund der Schäden, die durch Überschwemmungen und Schlammlawinen in den Jahren 1982, 1983, 1988, 1999, 2021 und 2022 verursacht wurden, wurde für die Gemeinde der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugende Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Dazu gehören u. a. die Ausweisung von Zonen, die nicht oder nur nach Genehmigung bebaut werden dürfen, die Instandhaltung des Wasserlaufs, um Hindernisse zu begrenzen, und die Schaffung von Regenrückhaltebecken.
Im nahezu gesamten Gemeindegebiet, ausgenommen ein Bereich rund um das Zentrum, besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.
Ein herausragendes Wintersturmereignis war das Sturmtief Martin im Dezember 1999, das enorme Schäden an den Wäldern und auch an der Infrastruktur hinterließ. Die Zerstörungen in den Wäldern sind selbst im Jahr 2022 noch zu erkennen.
Wie die Risikokarte zeigt, ist La Chapelle-Faucher von der Gefahr durch Bodensetzungen betroffen, die Gefahren konzentrieren sich hierbei mit großer Stärke (in Rot) auf Böden des Kolluviums nördlich und südlich der Côle, mit mittlerer Stärke (in Gelb) auch auf die Alluvialböden im Tal der Côle. Die Dürreperioden in den Jahren 1989, 1992, 2005 und 2011 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Zentralmassivs sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt.
Ein technologisches Risiko besteht durch den Verlauf einer Erdgasleitung im Südosten des Gemeindegebiets. Obwohl diese Anlagen sicher sind, kann es in sehr seltenen Fällen zu einem Bruch oder einem Leck kommen. Dies könnte dann eine Umweltverschmutzung oder ein Unfallereignis (Explosion, Brand, giftige Wolke usw.) zur Folge haben.
Etymologie und Geschichte mini|Burg La Chapelle-Faucher Der Name von La Chapelle-Faucher erschien im 13. Jahrhundert in der latinisierte Form Ecclesia Fulcherii. Ein Jahrhundert später wurde Ecclesia durch Capella ersetzt (1380), Die beiden Wörter wurden oft synonym verwendet. Das zweite Element des Gemeindenamens kommt sehr wahrscheinlich vom Namen einer ursprünglich germanischen Person °Falc-Hari (). Bei dem Teil La Chapelle des Ortsnamens handelt es sich um die Französisierung des okzitanischen capèla, abgeleitet aus dem spätlateinischen cappa (), dann Mantel, verwendet dann für die Bezeichnung des Mantels vom heiligen Martin von Tours, aufbewahrt als Reliquie am Hof der fränkischen Könige. So bezog sich das Wort auf den Ort der Aufbewahrung der königlichen Reliquien, dann auf eine Kirche in einem privaten Anwesen. Im Altfranzösischen behielt es diese Bedeutung und wurde auch für eine Kirche verwendet, die keinen Titel einer Pfarrgemeinde trägt.
Der Name der ehemaligen Gemeinde, Jumilhac, wurde im 13. Jahrhundert in der Form Jumilhacum erstmals erwähnt. Er kommt vom Namen einer gallorömischen Person Gemellius, dem das Suffix -acum als Eignertitel angehängt wurde (somit Gemelliacum, Anwesen des Gemellius). Der Name ist abgeleitet von Geminus, der als Spitzname () vorkommt.Tanet, Hordé, Seiten 100–101, 184