mini|Hans-Otto Schmidt, 2017 Hans-Otto Ludwig Schmidt (* 15. Mai 1945 in Bützow; † 21. April 2025 in Berlin-Buch) war ein deutscher Maler.

Leben Hans-Otto Schmidt kam als jüngstes von sechs Kindern des Pastors Otto Schmidt und der Lehrerin Margarete Schmidt, geb. Groth in Bützow in Mecklenburg zur Welt. 1948 zog die Familie nach Kladrum bei Parchim und 1958 nach Ludwigslust. 1961 wurde Hans-Otto Schmidt von der Erweiterten Oberschule verwiesen und begann eine Lehre als Tischler. 1963 trat er ins Kirchliche Proseminar in Naumburg ein. Nach Wehrdienst und Berufstätigkeit als Möbeltischler war er Bühnenhandwerker am Landestheater Halle und nach seinem Umzug nach Berlin 1965 Tischler an verschiedenen Berliner Theatern. In diesem Jahr begann er auch als Autodidakt seine künstlerische Tätigkeit.

1972 erfolgte die Aufnahme in den Verband Bildender Künstler der DDR. Seine Mentoren waren u. a. Konrad Knebel, Harald Metzkes und Otto Niemeyer-Holstein.NORD-OST. Hans-Otto Schmidt im Tucholsky Literaturmuseum; In: Kulturort Brandenburg. Das e-Magazin für kulturelle Entdeckungsreisen, 10. Dezember 2015

Trotz Behinderungen durch die DDR setzte er sich als freischaffender Maler durch. Seit 2001 lebte und arbeitete Hans-Otto Schmidt in Luisenhof / Uckermark.

Rezeption „Der Maler hat sich bereits zu DDR-Zeiten einen Namen gemacht und gilt als Meister der Stille und Weite. Seine Bilder wirken durch kontemplative und magische Ausstrahlung. Seine warmen, meist gedeckten Farben zeigen Landschaften im leuchtenden Licht. Neben Stillleben und Interieurs sind in seinem Werk Stadtlandschaften ein Thema.“

„Schmidts Motive sind die Häuser seines Stadtbezirks und die uckermärkische Landschaft. Im Unterschied zu Konrad Knebel verwendet Hans-Otto Schmidt kaum lineardifferenzierte Binnenstrukturen, ebenso wenig tiefe Perspektiven. Die nüchternen und zumeist menschenleeren Straßen fliehen in die Fläche, Staffage gibt es nicht, die Häuser zeigen keine Reklameinschriften. Ihre Nacktheit weist auf die Kunst des Werner Heldt. Schmidts Kompositionen spannen sich durch klare, jedoch nicht plastisch hervortretende oder graphisch eingekantete Flächen zu einer Festigkeit der Konstruktion, aus der die kühle Zärtlichkeit, der auf wenige Töne reduzierten Farbe kommt. Darin liegt die Spezifik des poetischen Berlin-Bildes von Hans-Otto Schmidt.“Lothar Lang: Berliner Montmartre. Künstler vom Prenzlauer Berg, Rütten & Loening Berlin, 1991, ISBN 3-352-00441-2, Seite 117 ff.

Ausstellungen (Auswahl) 1975 bis 1989: sieben Bezirkskunstausstellungen, Berlin 1976: Leonhardi-Museum, Dresden 1977: Galerie im Stadthaus, Jena 1978: Galerie Junge Kunst („Junge Künstler der DDR“), Frankfurt/Oder 1984: Galerie im Alten Museum, Berlin 1980: Ausstellungszentrum am Fernsehturm („Retrospektive Berlin“), Berlin 1987: Ephraim-Palais („Das Bild der Stadt Berlin von 1945 bis zur Gegenwart“), Berlin 1987/1988: X. Kunstausstellung der DDR, Dresden 1990: Greifengalerie, Greifswald 1992: Galerie am Savignyplatz, Berlin 1999: K.A.P. – Kunstverein auf dem Prenzlauer Berg, Berlin 1995: Galerie am Wasserturm, Berlin und Galerie Leo Coppi, Berlin 2010: Burg Klempenow, Breest-Klempenow 2015: Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum, Rheinsberg 2015: Galerie im Café Canapé, Berlin 2015: Galerie Schmalfuss, Berlin – Skulptur und Malerei mit Hans Scheib, Bildhauer 2016: Kunstgalerie Altes Rathaus, Fürstenwalde – Land, Stadt, Land – Blicke auf Berlin und Brandenburg – Bilder aus der Sammlung des Rundfunk Berlin-Brandenburg, mit Otto Antoine, Ralf Berger, Manfred Besser, Lutz Brandt, Manfred Butzmann, Christo, Klaus Fußmann, Rolf Händler, Thomas Hartmann, Ingo Kühl, Harald Metzkes, Arno Mohr, Kurt Mühlenhaupt, Karl Oppermann, Barbara Raetsch, Frank Rödel, Karin Sakrowski, Herbert Tucholski, Ulla Walter u. a., 2019: Galerie des Kulturvereins Feldberger Land e.V., Feldberg 2020: Galerie in der Kirche St. Johannis zu Lassan, Lassan – Blauer Horizont, Hans Otto Schmidt - Malerei | Hans Scheib – Skulptur 2025: Galerie Sandau, Berlin – Stadt-Land-See | Hommage

Öffentliche Sammlungen und Museen mit Werken Schmidts (mutmaßlich unvollständig) Berlin: Berlinische Galerie Berlin: Neue Nationalgalerie Berlin: Artothek im Deutschen Bundestag (Kollwitzstraße, Öl) Berlin: Stiftung Kunstforum der Berliner Volksbank

Literatur

Schmidt, Hans-Otto. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 837 Schmidt, Hans-Otto. In: Paul Spies und Dominik Bartmann (Hrsg.): Die Schönheit der großen Stadt – Berliner Bilder von Gaertner bis Fetting. Verlag M, Berlin, S. 88, 268 Schmidt, Hans-Otto. In: Deutscher Kunstverlag (Hrsg.): Verschwiegene Kunst: Die internationale Moderne in der DDR. Felice Fey (Autorin), Deutscher Kunstverlag, Berlin, S. 238

Weblinks

Hans-Otto Schmidt, auf atelierlaubbach.de Hans-Otto Schmidt, auf galerie-juergensen.de Hans-Otto Schmidt Werke im Bestand, auf galerie-am-gendarmenmarkt.com Schmidt, Hans-Otto, auf sammlung-online.berlinischegalerie.de Hans-Otto Schmidt, auf galerie-sandau.de

Einzelnachweise

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