Gornau/Erzgeb. ist eine Gemeinde im Erzgebirgskreis des Freistaats Sachsen. Die Abkürzung „Erzgeb.“ steht für „Erzgebirge“.

Geografie Die Gemeinde Gornau liegt auf einer Hochfläche westlich der Zschopau und östlich des Bergrückens Dittersdorfer Höhe (554 m). Der höchste Punkt des Ortes ist die Götzhöhe mit 493 m zwischen den Ortsteilen, der tiefste Punkt ist das Zschopautal mit 290 m im Ortsteil Witzschdorf. Der Ortsteil Gornau ist ein Waldhufendorf, das west-östlich ausgerichtet auf der Hochfläche liegt. Der Ortsteil Dittmannsdorf, ebenfalls ein Waldhufendorf, liegt nördlich von Gornau im Tal des Dittmannsdorfer Baches. Der Ortsteil Witzschdorf liegt nordöstlich von Gornau, am steilen Westhang des Zschopautales.

Nachbargemeinden Im Westen grenzt die Stadt Chemnitz mit dem Stadtteil Kleinolbersdorf-Altenhain, im Norden und Nordosten Augustusburg mit den Stadtteilen Kunnersdorf und Hennersdorf, im Osten Grünhainichen und Zschopau und im Süden und Südwesten Amtsberg an die Gemeinde.

Gliederung Neben Gornau gibt es noch die folgenden Ortsteile: Dittmannsdorf Witzschdorf

Geschichte mini|Gemeindeamt Gornau/Erzgeb. Gornau wurde 1403 nachweislich erstmals urkundlich als Garne im Kanzleiregister des Markgrafens Wilhelm I. über eine ausgestellte Urkunde erwähntLt. Ernst Eichler, Hans Walther (Hrsg.): Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen, Berlin 2001, Band I, S. 335, ISBN 3-05-003728-8 und Karlheinz Blaschke (Hrsg.): Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen, Neuausgabe, Leipzig 2006, S. 295, ISBN 3-937209-15-8 wurde Gornau erstmals 1445 erwähnt.: Der Markgraf von Meißen Wilhelm I. der Einäugige belehnt Barbara von Wiczscherstorff, die Ehefrau von Caspar von Wiczscherstorff mit Leibgedinge in Gornau und Kunnersdorf im Amt Schellenberg. Mit der Reformation 1539 gehört Gornau zur Parochie Zschopau. Der Ort war Amtsdorf des Amtes Augustusburg (vormals Schellenberg). 1673 wird erstmals ein Lehrer Christoph Merbeth erwähnt. 1738 erwirbt die Gemeinde Gornau, das schon von Merbeth als Schulhaus genutzte Wohnhaus. Am 21. November 1841 wird ein neues Schulgebäude eingeweiht. 1891 wird der gemeindeeigene Friedhof mit Trauerhalle eingeweiht. Ein größeres Schulgebäude wird im Oktober 1897 eingeweiht. An die zentrale Elektrizitätsversorgung wird Gornau 1907 angeschlossen. 1926 werden die kommunale Wasserleitung und die kommunale Gasleitung gebaut. Auf dem Friedhof wird im August 1929 eine neuerbaute Kirche als Bethaus eröffnet. Das Schwimmbad wird 1932 eingeweiht. Im Rahmen von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen werden 1934 Fußwege und Beschleusungen hergestellt.

1938 hatte Gornau 2690 Einwohner.Adreßbuch für die Amtsgerichtsbezirke Augustusburg, Wolkenstein, Zschopau 1938 Der Ort hatte eine große Ortsgruppe der NSDAP.

Die im Ort ansässigen Strumpffabriken wurden 1946 als Reparationsleistungen demontiert. 1962 wird Gornau eigenständige Kirchgemeinde. Am 1. März 1994 werden Dittmannsdorf und Witzschdorf eingemeindet. Die Ortsumgehung der Bundesstraße 174 wird 1995 fertiggestellt. Mit der Stadt Zschopau besteht seit dem 1. Juli 2000 eine Verwaltungsgemeinschaft.

Urkundlich belegte Namensformen

1445 Gorne, Gorn 1449 zcur Gorne 1457 Gornaw 1529 Gorn 1551 Gornna 1572 Gorna 1592 zum Aldenhain vnd der Gornau

Einwohnerentwicklung Folgende Einwohnerzahlen beziehen sich auf den 31. Dezember des voranstehenden Jahres mit Gebietsstand Januar 2008: 1982 bis 1988 1982: 3.920 1983: 3.879 1984: 3.796 1985: 3.730 1986: 3.696 1987: 3.654 1988: 3.6161989 bis 1995 1989: 3.560 1990: 3.439 1991: 3.424 1992: 3.426 1993: 3.483 1994: 3.608 1995: 3.8051996 bis 2002 1996: 3.977 1997: 4.054 1998: 4.080 1999: 4.079 2000: 4.134 2001: 4.110 2002: 4.1032003 bis 2010 2003: 4.103 2004: 4.099 2005: 4.086 2006: 4.039 2007: 4.099 2009: 3.942 2010: 3.8932011 bis 2013 2011: 3.803 2012: 3.775 2013: 3.7552018 bis 2019 2018: 3.817 2019: 3.767 Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

Politik Gemeinderat

Seit der Gemeinderatswahl am 9. Juni 2024 verteilen sich die 14 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen: CDU: 8 Sitze Bund Freier Wähler Gornau: 5 Sitze SPD: 1 Sitz +letzte GemeinderatswahlenListe202420192014Sitzein %Sitzein %Sitzein %CDU855,6850,3855,3Bund Freier Wähler Gornau537,8537,7426,9SPD16,616,518,1Grüne–––5,6––Linke––––19,8Wahlbeteiligung72,0 %69,6 %58,7 %

Bürgermeister Juni 1990: Michael Demmler (kommissarisch) 1990–1996: Rolf Hänel (parteilos) 1996–1997: Manfred Zähler (kommissarisch) 1997–2001: Gerhard Olschewski (parteilos) 2001–2015: Johanna Vogler (CDU) seit 2015: Nico Wollnitzke (CDU) +letzte BürgermeisterwahlenWahlBürgermeisterVorschlagWahlergebnis (in %)2022Nico WollnitzkeCDU97,7201555,12008Johanna Vogler76,4200199,01997?1994Rolf HänelCDU82,2

Wappen In Silber vor einem grünen Berg auf einer auf einem Globus mit blauen Meeren und silbernen Kontinenten rollenden geflügelten silbernen Kugel eine naturfarbene Fortuna, mit beiden Händen auf der linken Seite ein goldenes Füllhorn haltend, aus dem zwölf rote Blüten fallen.

Gemeindepartnerschaften Gornau ist 1990 mit der niedersächsischen Samtgemeinde Apensen und der französischen Gemeinde Ploërmel eine freundschaftliche Partnerschaft eingegangen, die 2003 vertraglich gefestigt wurde.

Kultur und Sehenswürdigkeiten siehe auch: Liste der Kulturdenkmale in Gornau/Erzgeb.

Gebäude, Einrichtungen und Sehenswürdigkeiten Distanzsäule von 1833 als Zeitzeuge der regen Handelstätigkeit vergangener Zeiten Evangelisch-lutherische Kirchen in Gornau / Dittmannsdorf / Witzschdorf Evangelisch-methodistische Kirche zu Witzschdorf Büchereien Gornau und Witzschdorf Seniorenzentrum Gornau Medizinisches Versorgungszentrum MVZ Gornau

Naturschutz

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Die Zschopautalbahn hat im Ortsteil Witzschdorf einen Haltepunkt.

Durch den Ort führt die Bundesstraße 180. Die B 174 führt seit Fertigstellung der Ortsumgehung im Jahr 1995 südlich an Gornau vorbei.

Bildung Grundschule Gornau Kita Kunterbunt Gornau Kita Pusteblume Witzschdorf Kita Zwergenland Dittmannsdorf

Sport und Erholung Gornau besitzt einen Fußballplatz und ein Sommer-Schwimmbad (Freibad), welches nach grundlegender Renovierung 2011 wieder eröffnet wurde.

Persönlichkeiten Eckhard Börner (* 1951 in Colmnitz), Politiker (CDU), ehemaliger Bürgermeister von Witzschdorf, MdL Harald Sturm (* 1956 in Witzschdorf), ehemaliger Endurosportler und viermaliger Europameister

Regelmäßige Veranstaltungen Badfest im Freibad Höhenfeuer Kirmes Pyramidenanschieben und erzgebirgischer Weihnachtsmarkt "Klein Tiroler Theaterherbst" – Theateraufführungen der Laienspielgruppe Dittmannsdorf/Witzschdorf e.V. Weinfest des Kultur- und Jugendverein Dittmannsdorf e.V. Kinder- und Vereinsfest Faschingsveranstaltungen in allen drei Ortsteilen Krimidinner der Laienspielgruppe im Gasthof Witzschdorf

Vereinsleben (Auszug) Gornau mit seinen drei Gemeinden verfügt über ein reges Vereinsleben, dass sich in eingetragenen Vereinen oder Interessengemeinschaften organisiert. Anglerverein Witzschdorf e. V. Enduro- und Mountainbikeclub Witzschdorf e. V. Feuerwehrkapelle Frauentreff Gornau Förderverein der Gemeindefeuerwehr Gornau e. V. Gartenfreunde "Am Schwarzen Holz" Gornau e. V. Gartenverein „Eisenstraße“ Gornau e. V. Gartenverein „Heiterer Blick“ e. V. Dittmannsdorf Gartenverein „Zschopautal“ Witzschdorf e. V. Heimatverein Dittmannsdorf e. V. Jugendclub Tirol e. V. Klöppelfrauen Gornau Kultur- und Jugendverein Dittmannsdorf e. V. Laienspielgruppe Dittmannsdorf/Witzschdorf e. V. Pyramidenbauer Gornau Judoclub Gornau e. V. Kirchenchor/Posaunenchor Rassegeflügelzuchtverein Gornau e. V. Rassekaninchenzüchterverein S 181 Gornau e. V. Sportgemeinschaft Dittmannsdorf e. V. Sportverein 1990 Tirol Dittmannsdorf/Witzschdorf e. V. Sportverein Germania Gornau e. V. Sportverein Witzschdorf e. V. Witzschdorfer Karnevalsverein

Literatur

Weblinks

Website von Gornau

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Erzgebirgskreis Kategorie:Ersterwähnung 1403