mini|hochkant=1.35|Kirche Hermsdorf Hermsdorf/Erzgeb. (früher auch Hermsdorf bei Frauenstein) ist eine Gemeinde im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge in Sachsen (Deutschland). Sie ist Teil der Verwaltungsgemeinschaft Altenberg. Die Abkürzung „Erzgeb.“ steht für „Erzgebirge“.

Geographie Die Gemeinde Hermsdorf mit den Ortsteilen Seyde und Neuhermsdorf liegt zwischen Altenberg und Frauenstein am Kamm des Osterzgebirges an der Grenze zu Tschechien.

Geschichte Um 1300 ließen fränkische Siedler sich in der Gegend inmitten des ehemals das gesamte Erzgebirge bedeckenden Urwaldes nieder, um den Holzreichtum zu nutzen. So prägten die Forst- und Landwirtschaft, der Handel mit dem nahegelegenen Böhmen und der Bergbau das Leben in der Gemeinde zwischen den Quellgebieten der Wilden Weißeritz und der Gimmlitz. Den Namen erhielt Hermsdorf von seinem Lokator Hermann. Aus dem ursprünglichen Namen „Hermannstorff“ bildete sich über „Hermeßtorff“, „Hermsdorff“ schließlich die heutige Schreibweise heraus.

August Schumann nennt 1817 im Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen Hermsdorf betreffend u. a:

Am 1. März 1994 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Seyde eingemeindet.Gebietsänderungen ab 1. Januar 1994 bis 31. Dezember 1994 auf der Internetpräsenz des Statistischen Landesamtes des Freistaats Sachsen, S. 20 (PDF; 64 kB), abgerufen am 22. März 2010

Hermsdorf war bis 2015 staatlich anerkannter Erholungsort.Bekanntmachung des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Arbeit über die Änderung der Liste der Sächsischen Kur- und Erholungsorte gemäß § 3 Abs. 5 Sächsisches Kurortegesetz (SächsKurG) vom 25. Oktober 2006 (SächsABl. S. 1012) auf: revosax.sachsen.de2015 kein Erholungsort mehr, siehe Bekanntmachung des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr über die Änderung der Liste der Kur- und Erholungsorte gemäß § 3 Abs. 5 des Sächsischen Kurortegesetzes vom 5. Februar 2015 (SächsABl. S. 256) auf: revosax.sachsen.de

Wappen Die gekreuzten Werkzeuge des Bergmannes, Schlägel und Eisen, weisen auf die lange Bergbautradition des Ortes hin. Der Zweig mit den Beeren der Eberesche („Vogelbeeren“, erzgebirgisch der „Vugelbeerbaam“) verweist auf die Lage im Erzgebirge, wo die Eberesche ein viel gesehener Baum ist.

Entwicklung der Einwohnerzahl Jahr Einwohner 1551 54 besessene Mann, 149 Inwohner 1748/64 53 besessene Mann, 27 Häusler 1834 907 1871 1054 1890 1072 1910 1012 1925 1000 1939 1047 1946 1440 1950 1424 1964 1156 Jahr Einwohner 1990 972 1995 1154 2000 1092 2005 1008 2010 912 2015 815 2020 765

Politik

Gemeinderat mini|Alte Zinnbrücke oberhalb der Herklotzmühle bei Seyde mini|Königlich-sächsischer Ganzmeilenstein vom Postkurs Alte Freiberg-Teplitzer Poststraße vor dem Gasthaus Buschhaus Seit der Gemeinderatswahl am 9. Juni 2024 verteilen sich die 10 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen: Unabhängige Bürgerbewegung (UBB): 6 Sitze Fremdenverkehrsverein Hermsdorf/Erzgeb. (FVV): 4 Sitze +letzte GemeinderatswahlenListe202420192014Sitzein %Sitzein %Sitzein %Unabhängige Bürgerbewegung652,3651,9549,5Fremdenverkehrsverein Hermsdorf/Erzgeb.447,7337,9436,0CDU––110,2114,4Wahlbeteiligung78,2 %74,2 %66,7 %

Bürgermeister Bürgermeister ist seit 2014 Andreas Liebscher (FVV). +letzte BürgermeisterwahlenWahlBürgermeisterVorschlagWahlergebnis (in %)2025 Karsten Friedrich Friedrich 56,12021Andreas LiebscherFVV97,3201487,22010Hans-Peter ZönnchenUBB78,4200395,32001Christian Ritter66,61994Ritter95,7

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kirche Hermsdorf Bauern- und Heimatmuseum Hermsdorf Sägewerksmuseum Herklotzmühle Seyde Alte Zinnbrücke Seyde Altes Zollhaus Neuhermsdorf Gedenkstein am ehemaligen Jugend- und Sportlerheim für 13 unbekannte KZ-Häftlinge, die bei einem Todesmarsch im April 1945 von SS-Männern ermordet wurden Königlich-sächsische Ganzmeilensteine am Gasthaus Buschhaus Hermsdorf und am Becherbachweg/Stempelsternweg sowie ehem. Halbmeilenstein als Fragment eines Chaussee- bzw. Straßenwärtersteines an der Zinnbrücke bei Seyde (ehem. Postkurse Altenberg-Sayda und Altenberg-Frauenstein sowie Alte Freiberg-Teplitzer Poststraße) alternativtext=Hier befand sich die von den Hussiten zerstörte Pilgerkirche. Foto März 2026|mini|Rastplatz an der Wüsten Kirche. Links der Stein, der an die Abtragung der Reste der Kirche erinnert. Foto März 2026alternativtext=Diese Tafel gibt Informationen zur Geschichte der wüst gefallenen Kirche. Foto März 2026.|mini|Infotafel zur Wüsten Kirche. Foto März 2026Wüste Kirche. Ca. 3 km westlich von Hermsdorf und ca. 6 km östlich von Frauenstein, am Abzweig nach Schönfeld, befand sich eine Pilgerkirche auf dem Heiligen Weg vom Kloster Osek nach Meißen. Diese Pilgerkirche wurde von den Hussiten zerstört. Heute befindet sich dort ein Rastplatz für Fuß- und Radwanderer, eine Informationstafel und ein Stein, der an die Abtragung der Reste der zerstörten Kirche erinnert. Dieser Platz wird Wüste Kirche genannt.

Naturschutz

Sport Hermsdorf ist ein Wintersportort mit gespurten Langlaufloipen und einem kleinen Skihang mit Snowboardparcours.

Verkehr Der Bahnhof Hermsdorf-Rehefeld lag an der Bahnstrecke Nossen–Moldau und bestand bis 1972. Hier sollte die Pöbeltalbahn abzweigen. Diese Bahnstrecke ist aber nie realisiert worden.

Persönlichkeiten Emil Börner (1884–1967), Mundartdichter Justus Strelow (* 1996), Biathlet, in Hermsdorf aufgewachsen

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Kategorie:Ort im Erzgebirge Kategorie:Waldhufendorf Kategorie:Ehemaliger staatlich anerkannter Erholungsort in Sachsen