Horst Reiner Bourmer (* 17. August 1920 in Koblenz; † 20. Mai 2001 in Köln) war ein deutscher Chirurg und ärztlicher Standespolitiker. Er war unter anderem Vorsitzender des Hartmannbundes (1972–1989) und Präsident der Ärztekammer Nordrhein (1981–1993).

Werdegang Geboren in Koblenz als Sohn eines Veterinärmediziners besuchte Horst Reiner Bourmer die Schule in Frankfurt/Main und Köln. Nach dem Abitur 1938 trat er als Sanitätsoffiziersanwärter in die Kriegsmarine ein und wurde unter anderem an der Militärärztlichen Akademie in Kiel und Tübingen ausgebildet. Unterbrochen durch Kriegseinsätze studierte er Medizin in Berlin, Kiel, Köln, Heidelberg und Tübingen. Er legte 1944 das Staatsexamen ab, war danach als Marinesanitätsoffizier im Marinelazarett und als U-Boot-Arzt eingesetzt und geriet in britische Kriegsgefangenschaft.

Bourmer wurde 1946 zum Dr. med. promoviert. Er war dann klinisch tätig an der II. Medizinischen Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf, am Landeskrankenhaus Sanderbusch/Oldenburg, an der Chirurgischen Universitätsklinik Köln-Lindenthal und an der II. Chirurgischen Universitätsklinik der Städtischen Krankenanstalten Köln-Merheim mit Weiterbildung zum Arzt für Chirurgie, Urologie und Anästhesie. Von 1957 bis 1961 arbeitete er in Köln-Merheim als Oberarzt, ehe er im Jahre 1961 zum Chefarzt des Städtischen Krankenhauses Köln-Worringen berufen wurde, wo er bis Ende 1981 tätig war.

Daneben stand er in den Gremien und Verbänden der ärztlichen Selbstverwaltung in leitender Position. Von 1961 bis 1968 war er 2. Vorsitzender des Marburger Bundes, von 1972 bis 1989 Vorsitzender des Hartmannbundes, von 1973 bis 1978 auch Vizepräsident der Bundesärztekammer, von 1978 bis 1990 Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Ärzteverbände und von 1981 bis 1993 Präsident der Ärztekammer Nordrhein.

Familie Bourmer war ab 1946 verheiratet mit der Internistin Almuth Bourmer geborene Meyer-Abich (1921–2016). Aus der Ehe gingen drei Töchter hervor, darunter die Kölner Zahnärztin Sibylle Bourmer (1949–2023) und die Physiotherapeutin Sylvia Pirnay, die von 1975 bis 1981 im Städtischen Krankenhaus Köln-Worringen tätig war und dort 1981 eine eigene Praxis eröffnete. Er starb 2001 im Alter von 80 Jahren nach langer Krankheit in seinem Haus in Köln-Pesch. Die Familiengrabstätte befindet sich auf dem Kölner Melaten-Friedhof.

Ehrungen 1971: Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland 1982: Großes Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland 1986: Großes Verdienstkreuz mit Stern der Bundesrepublik Deutschland 1991: Großes Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband der Bundesrepublik Deutschland 1994: Paracelsus-Medaille der Deutschen Ärzteschaft 1997: Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen Ehrenvorsitzender des Hartmannbundes Ehrenpräsident der Ärztekammer Nordrhein Ehrenpräsident des Stiftungsrates des Deutschen Herzzentrums Berlin Die Hartmannbund-Stiftung „Ärzte helfen Ärzten“ benannte nach ihm den Horst-Bourmer-Preis, mit dem herausragende Leistungen von Kindern aus bedürftigen Arztfamilien in Schule, Ausbildung und Studium ausgezeichnet werden.

Literatur Lothar Klaes (Hrsg.), Hansheinz Kreuter: Horst Bourmer – ein Arzt und politischer Mensch im 20. Jahrhundert. Festschrift und Biographie zur Vollendung des 80. Lebensjahres. Deutscher Ärzte-Verlag, Köln 2000, ISBN 3-7691-7984-6.

Weblinks

Einzelnachweise Norbert Jachertz: Streiter für den freien Beruf. In: Deutsches Ärzteblatt. Band 98, Heft 21, 2001 (aerzteblatt.de). H.-J. Maurer: Horst R. Bourmer: Ergänzung. In: Deutsches Ärzteblatt. Band 98, Heft 27, 2001 (aerzteblatt.de). Die Träger der Paracelsus-Medaille der deutschen Ärzteschaft 1994. In: Deutsches Ärzteblatt. Band 91, Heft 20, 1994, S. A-1462 (aerzteblatt.de). Bundesverdienstkreuz für zukünftigen Kammerpräsidenten Dr. Horst Bourmer. In: Rheinisches Ärzteblatt. April 2021 (aekno.de). Traueranzeige Dr. Sibylle Bourmer-Wiesener. In: Kölner Stadt-Anzeiger, 28. Oktober 2023 (wirtrauern.de).

„Horst Bourmer Preis“ für bedürftige Arztkinder. In: Ärzte Zeitung. 14. April 2009 (aerztezeitung.de).

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