mini|Chen Jianghong im April 2012 vor dem Haus der Berliner Festspiele in Berlin Chen Jianghong (; Vorname Jianghong, Nachname Chen, * 1963 in Tianjin, Volksrepublik China) ist ein chinesisch-französischer Maler, Autor und Illustrator. Als Autor und Illustrator wirkte er an 33 Bilderbüchern mit, von denen sieben in deutschsprachiger Übersetzung erschienen sind. Zu seinen bekanntesten Büchern zählen Le cheval magique de Han Gan (2004; dt. Han Gan und das Wunderpferd, 2009) und Mao et moi (2008; dt. An Großvaters Hand – Meine Kindheit in China, 2009). Für seine Bücher wurde Chen mit wichtigen internationalen Preisen im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur ausgezeichnet, darunter dem Prix Sorcières (2004) und dem Deutschen Jugendliteraturpreis (2005). In der Presse wurden seine Bücher unter anderem als „Kunstwerk“ (Die Zeit über Han Gan und das Wunderpferd), „Geniestreich als Bilderbuch“ und „Meisterwerk“ (FAZ über An Großvaters Hand – Meine Kindheit in China) bezeichnet. 2013 erschien in Frankreich sein neues Buch Le petit pêcheur et le squelette, das im 2014 unter dem Titel Der kleine Fischer Tong in Deutschland erschien. Chen lebt in Paris.

Leben und Werk Kindheit, Jugend und junge Jahre Chen wurde in der chinesischen Hafenstadt Tianjin geboren und wuchs mit seinen beiden älteren Schwestern bei seinen Großeltern auf, da beide Eltern berufstätig waren. Die Zeit, in der er aufwuchs, war von der Kulturrevolution geprägt. Chen Jianghongs Familie war relativ arm, so dass er wenig Umgang mit Büchern oder Papier hatte. Er studierte zunächst von 1979 bis 1982 Malerei in Tianjin an der Decorative Art School und schloss sein Studium 1987 an der Zentralen Akademie der Schönen Kunste in Peking ab. Danach reiste er mit der Eisenbahn quer durch Asien und Europa bis nach Paris, wo er seit 1987 als freischaffender Maler im traditionellen chinesischen Stil lebt und arbeitet. 1988 studierte er an der Academy of Fine Arts in Paris.

Karriere in Frankreich Neben seiner Arbeit als Maler ist Chen Jianghong seit 1995 auch Autor und Illustrator verschiedener Bilderbücher. Sein Debüt als Illustrator gab er mit Un cheval blanc n’est pas un cheval – Cinq énigmes chinoises (1995), sein Debüt als Illustrator und gleichzeitig Autor mit La légende du cerf-volant (1997). Bis heute war Chen Jianghong an 33 Bilderbüchern beteiligt – an 11 Büchern als Autor und Illustrator und an 22 Büchern ausschließlich als Illustrator.

Die 11 Bücher, die Chen Jianghong schrieb und illustrierte, sind La légende du cerf-volant (1997), Je ne vais pas pleurer! – Bïn Bïn au marché chinois (1998), Dragon de feu – Le grand père de Dong-Dong lui raconte une histoire (2000), Zhong Kui – La terreur des forces du mal (2001; dt. Zhong Kui – Ein Besuch in der Pekingoper, 2001), Petit Aigle (2003; dt. Junger Adler, 2006), Le cheval magique de Han Gan (2004; dt. Han Gan und das Wunderpferd, 2004), Lian (2004; dt. Lian, 2007), Le Prince Tigre (2005; dt. Der Tigerprinz, 2005), Le démon de la forêt (2006), Mao et moi (2008; dt. An Großvaters Hand – Meine Kindheit in China, 2009) und Le petit pêcheur et le squelette (2013; dt. Der kleine Fischer Tong. 2014).

Die 22 Bücher, die Chen Jianghong nur illustrierte, nicht aber schrieb, sind Un cheval blanc n’est pas un cheval – Cinq énigmes chinoises (1995), La montagne aux trois questions (1998), Oriyou et le pêcheur et autres contes de la Caraïbe (1999), Contes du Liban – La femme-chatte (2000), Batbout et autres contes libanais (2001), Contes de la Nubie – Fana la discrète (2001), Contes du Caire – Ce que j’ai de plus précieux (2001), Le chant du moineau et autres contes égyptiens (2001), La mythologie chinoise (2002), Contes des Santals – La naissance de l’herbe sabbaï (2002), Archimède – Recette pour être un génie (2002), Hassan le brave – Et autres contes libanais (2002), Hatchiko, chien de Tokyo (2003), Contes de la mer Caspienne – Le secret de Silaïma-sans-nez (2003), La folle journée de Céleste (2003), Contes sànán du Burkina Faso – La fille caillou (2004), Contes japonais – L’homme au miroir (2004), Contes du Cambodge – Les deux frères et leur coq (2005), Contes des Mille et Une Nuits – Tome 1: Le bol de grenade (2005), Contes des Mille et Une Nuits – Tome 2: Le cheval d’ébène (2005), Je ferai des miracles (2006; dt. Ich werde Wunder vollbringen, 2007) und Le don (2008).

In Frankreich erscheinen die Bücher mit Chen Jianghongs Beteiligung unter dem Namen Chen Jiang Hong. Fast alle Bücher von Chen Jianghong sind in Frankreich beim Pariser Verlag l’école des loisirs erschienen. Neben dem Französischen erscheinen Chen Jianghongs Bücher in bislang zehn Sprachen (Baskisch, Chinesisch, Dänisch, Deutsch, Englisch, Italienisch, Katalanisch, Niederländisch, Schwedisch, Spanisch).

Karriere in Deutschland In deutschsprachiger Übersetzung sind bislang acht Bücher von Chen erschienen, bei denen er sowohl als Autor als auch als Illustrator auftrat: Zhong Kui – Ein Besuch in der Pekingoper (2001; frz. Zhong Kui – La terreur des forces du mal, 2001), Han Gan und das Wunderpferd (2004; frz. Le cheval magique de Han Gan, 2004), Der Tigerprinz (2005, frz. Le Prince Tigre, 2005), Junger Adler (2006; frz. Petit Aigle, 2003), Lian (2007; frz. Lian, 2004), An Großvaters Hand – Meine Kindheit in China (2009; frz. Mao et moi, 2008), Der kleine Fischer Tong (2014; frz. Le petit pêcheur et le squelette, 2013) und Ich werde Berge versetzen! (2015; frz. Sann, 2014). Die Bücher haben ihre verlegerische Heimat in Deutschland beim Frankfurter Moritz-Verlag gefunden. Fünf dieser Bücher wurden von Erika Klewer und Karl A. Klewer ins Deutsche übertragen, An Großvaters Hand – Meine Kindheit in China, Der kleine Fischer Tong und Ich werde Berge versetzen! von Tobias Scheffel. Zhong Kui – Ein Besuch in der Pekingoper und Junger Adler sind nur noch antiquarisch erhältlich. Neben den sechs Büchern beim Moritz-Verlag ist beim Berliner Bloomsbury Verlag 2007 noch Ich werde Wunder vollbringen (Text: Susie Morgenstern, Illustration: Chen Jianghong, Übersetzung: Monika Hahn-Prölss, frz. Je ferai des miracles, 2006) erschienen.

2012 war er Jurymitglied der Auszeichnung Das außergewöhnliche Buch des Kinder- und Jugendprogramms des Internationalen Literaturfestivals Berlin.

Sonstiges Für seine Verdienste um das Bilderbuch wird Chen im deutschsprachigen wie internationalen Feuilleton gepriesen und erhielt außerdem verschiedene Auszeichnungen, darunter 2004 den Prix Sorcières für Hatchiko, chien du Tokyo sowie 2005 den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Kategorie Bilderbuch für Han Gan und das Wunderpferd. 2007 stellte das Bilderbuchmuseum der Stadt Troisdorf unter dem Titel Chen Jianghong: Illustrationen und Malerei verschiedene Werke von ihm vor, die außerdem auch noch an verschiedenen anderen Orten in Deutschland gezeigt wurden. Der Kurz-Dokumentarfilm Kulturrevolution für Kinder (2009) von Andreas Platthaus und Andreas Brand beleuchtet die Hintergründe der Entstehung von An Großvaters Hand – Meine Kindheit in China. Chen Jianghongs umfangreiches malerisches Werk wurde international in verschiedenen Ausstellungen präsentiert, unter anderem in London, New York, Paris, Dubai, Shenzhen, Abu Dhabi, Tokio, Shanghai, Straßburg und Genf, und befindet sich im Besitz verschiedener privater und öffentlicher Sammlungen in Europa, Asien und Amerika. Von November 2011 bis April 2016 Chen in Berlin-Charlottenburg das Atelier Lotus Rouge. Im Juni 2012 eröffnete er in dem Atelier die Ausstellung Rencontre – Sowa & Chen, die die Werke Chen Jianghongs und Michael Sowas einander gegenüberstellt.Kulturtipp für die Buchtage: Bilder von Chen Jianghong und Michael Sowa in der Galerie Lotus Rouge

Presseschau Allgemeine Bedeutung

Zhong Kui - La terreur des forces du mal (2001) / Zhong Kui - Ein Besuch in der Pekingoper (2001)

Petit Aigle (2003) / Junger Adler (2006)

Le cheval magique de Han Gan (2004) / Han Gan und das Wunderpferd (2004)

Lian (2004) / Lian (2007)

Le Prince Tigre (2005) / Der Tigerprinz (2005)

Mao et moi (2008) / An Großvaters Hand - Meine Kindheit in China (2009)

Ich werde Berge versetzen! (2015) Mit Ich werde Berge versetzen! (2015) habe Jianghong „ein faszinierendes Bilderbuch über die Kraft des Willens geschaffen“, welches „eine berührend schöne Geschichte“ erzähle, schrieb Ariane Beyer.Die Zeit Nr. 2, 7. Januar 2016, S. 53.

Bibliografie