mini|Jüdischer Friedhof in Falkenstein Der Jüdische Friedhof Falkenstein in Falkenstein, einem Stadtteil von Königstein im Taunus im Hochtaunuskreis in Hessen, ist ein geschütztes Kulturdenkmal. Er befindet sich direkt neben dem Friedhof der Zivilgemeinde.

Geschichte Die Toten der jüdischen Gemeinde Falkenstein wurden zunächst auf dem jüdischen Friedhof in Kronberg beigesetzt, der ca. 1 km weit vom Falkensteiner Friedhof im Wald liegt. 1807 bildeten die Juden aus Falkenstein und Königstein eine selbstständige Gemeinde, die 1809 ein Grundstück pachtete und einen Friedhof anlegte, der 1912 von der jüdischen Gemeinde erworben wurde.

Auf dem 31,95 Ar großen Friedhof befinden sich 8 Grabsteine, die mutmaßlich aus dem Kronberger Friedhof stammen. Es handelt sich um die ältesten Steine. Sie sind unleserlich. Insgesamt sind 89 Steine erhalten. Die letzte Beisetzung (Wilhelm Gemmer) fand 1971 statt.

Das älteste erkennbare Grab stammt aus dem Jahr 1847. Vor der Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgten Beerdigungen oft ohne Grabstein. Hierdurch sollten keine Unterschiede zwischen den Verstorbenen erkennbar sein. Später wurden Grabsteine verwendet. Die Gräber von Noah Berkowitz († 1896), Feodor Brodsky († 1893) und Victor Ghittis († 1897), drei während der Behandlung verstorbene Patienten der dettweilerschen Lungenheilstätte aus Russland, sind mit kunstvollen Umzäunungen versehen.

Einzelne Gräber

Name Lebensdaten Weitere Inschrift & InformationBild Albine Wolff geb. Schwarz 12. September 1866 – 17. Juni 1928 130 px Nanni Strauss 19. September 1865 – 24. September 1932 130 px Berta Aronson 1857–1933 Quelle: https://www.alemannia-judaica.de/falkenstein_friedhof.htm Dazu aus den Lebenserinnerungen von Peter Kohnstamm, Sohn von Dr. Felix Oskar Kohnstamm, Inhaber des Sanatoriums in Königstein (Lieder eines fahrenden Gesellen – Erinnerungen an vergangene Zeiten. Königstein i.T. 1994 S. 18): "Höchstwahrscheinlich Mutter zuliebe wurden wir Kinder als Protestanten erzogen. Aber Vater, seiner Herkunft bewusst, war der Meinung, dass mindestens sein jüngster Nachkömmling in die Tradition seiner eigenen Ahnen eingeführt werden solle. Man beschloss, dass "Tante Bertha", Vaters erste Patientin, die zu dieser Zeit in Königstein in dem koscheren Hotel Cahn wohnte und eine orthodoxe Jüdin war, mich samstags in dem Speisesaal des Hotels unterrichten solle". Bei der genannten "Tante Bertha" handelt es sich um die beigesetzte Person, der die Widmungsinschrift der Familienangehörigen Kohnstamm gilt. (Informationen von Eva Groth-Pfeifer). 130 px Max Lepehne Julie Lepehne geb. Weinberg 15. Juli 1861 – 17. April 1933 20. September 1864 – 6. Juli 1935 130 px Wolf Seligmann 7. Juni 1802 – 17. September 1841 130 px Louise Gemmer geb. Henlein Gertrude Gemmer Philip Wilhelm Gemmer, 18. Juni 1896 – 11. September 1942 Theresienstadt 2. September 1904 – 29. Januar 1945 Auschwitz 6. Mai 1880 – 14. April 1971 130 px Siegmund Henlein 24. April 1863 – 30. Oktober 1950 130 px Seligmann Henlein 6. September 1819-September 1902 130 px Ilse Hess 29. Oktober 1922 – 3. Januar 1934 130 px Ferdinand Cahn 12. November 1859 – 25. Dezember 1921 130 px Seligmann Loeb Cahn 7. September 1818 – 29. Februar 1880 130 px Rosa Cahn geb. Stern 5. Mai 1820 – 4. Juni 1902 130 px Emilie Cahn geb. Bauer 14. Februar 1856 – 20. Februar 1910 130 px Rosa Cahn geb. Hamburger Januar 1823-Februar 1890 130 px Jacob Katzenstein 27. Juli 1859 – 9. März 1914 130 px Josefine Katzenstein geb. Baermann 3. Oktober 1852 – 14. Dezember 1936 130 px Emma Keller geb. Wolfgang 26. Juni 1840–10. April 1927 130 px Sara Baermann 28. Mai 1849 – 28. Juli 1917 130 px Gretchen Henlein geb. Hirsch 20. April 1829 – 23. Januar 1890 130 px Herz Abraham Baermann 26. Oktober 1817 – 26. Dezember 1887 130 px Adolf Keller 30. Mai 1833 – 14. August 1892 130 px Daeubche Wolfgang 7. Mai 1807 – 4. Dezember 1895 130 px Noah Wolf Berkowitz 24. April 1862 – 15. August 1896 130 px Feodor Brodzky 14. Januar 1875 – 11. Juli 1893 130 px Victor Ghittis 29. September 1872 – 22. Juni 1897 130 px Theophil David Lasker 8. Januar 1876 – 2. März 1916 130 px Sali Rosenthal 16. Mai 1846 – 5. Nov. 1892 130 px Salomon Goldf..in 1859 – 4. April 189? 130 px Zalman Hirsch Ben Kalib 130 px Roeschen Baermann geb. Aberham 16. Januar 1863 130 px

Literatur Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen: Anfang, Untergang, Neubeginn. Teil 1, 1971, ISBN 3-7973-0213-4, Stichwort Königstein (die Falkensteiner Gemeinde hat keinen eigenen Eintrag, sondern wird unter Königstein dargestellt). Heinz Sturm-Godramstein: Juden in Königstein: Leben, Bedeutung, Schicksale. 1983, ISBN 3-9800793-0-9.

Weblinks

Jüdischer Friedhof Falkenstein. In: Alemannia Judaica Ulrich Boller: Die letzte Ruhestätte kennt keine Standesunterschiede; in: Taunuszeitung vom 31. Oktober 2012

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