mini|Hans Vießmann
Hans Vießmann (* 15. November 1917 in Hof (Saale); † 30. März 2002 ebenda) war ein deutscher Ingenieur, Techniker, Fabrikant und Inhaber des Unternehmens Viessmann.
Leben Hans Vießmann wurde 1917 als erster Sohn von Auguste Vießmann, geborener Doss, und des Handwerksmeisters Johann Vießmann in Hof an der Saale geboren. Im selben Jahr wurde das Unternehmen Viessmann gegründet. Seine Kinderjahre verbrachte er mit seinen Geschwistern großteils in der Schlosserwerkstatt seines Vaters. Dieser erhielt 1928 einen folgenreichen Auftrag zur Anfertigung eines Stahlheizkessels, den er 1936 patentieren ließ.
Nach dem Besuch eines Gymnasiums und seiner Ausbildung als Maschinenschlosser, die er als Landessieger abschloss, unterstützte Hans Vießmann fortan seinen Vater im eigenen Betrieb. Zudem studierte er Maschinenbau und wurde Ingenieur. Die Familie zog nach Hessen und eröffnete am 8. Mai 1938 in Allendorf (Eder) einen neuen Betrieb. Hans Vießmann war evangelisch und heiratete 1946 Martha Laute. Aus der Ehe gingen die Kinder Annegret, Ulrich, Karl-Johann, Martin und Thomas hervor. Mit der finanziellen Unterstützung seines Schwiegervaters war es Hans Vießmann möglich, den väterlichen Betrieb zu übernehmen. Gemeinsam mit seinen Mitarbeitern entwickelte er von nun an Werkzeuge und Vorbereitungsarbeiten für eine neue Kesselserie. Diese stellte er 1957 erstmals auf der Hannover Messe vor.
Im Jahr 1957 gründeten Hans Vießmann und andere Branchenkollegen den Deutschen Stahlheizkessel-Verband, zu dessen Präsident er gewählt wurde und bis 1969 blieb. Ein Jahr später starb sein Vater Johann Vießmann. Ebenfalls als Präsident fungierte Hans Vießmann 1967 bis 1969 für den Europäischen Verband der Hersteller von Stahlheizkesseln. Von 1974 bis 1979 war er Vizepräsident der IHK Kassel.
Mit Emanuel Pfeil entwickelte Hans Vießmann 1965 einen ölgefeuerten Heizkessel mit integrierten Warmwasserbereitern. Diese und weitere Arbeiten führten zur Verleihung des Ehrendoktors der Philipps-Universität Marburg. Bis 1985 hatte Vießmann mehr als 300 deutsche und internationale Patente, vor allem für den Bereich der Heizungstechnik. Im Jahr 1994 verlieh ihm der Bundespräsident für seine Verdienste das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband. Er erweiterte als Inhaber in den darauf folgenden Jahren die Viessmann Werke KG in Allendorf und kaufte ein Industriegrundstück in Battenberg (Eder). Es folgten erste Auslands-Vertriebsgesellschaften in Belgien und Frankreich (Faulquemont).
Ende der 1960er Jahre verlegte Hans Vießmann die Produktion von Lüftungs- und Klimageräten an seinen Geburtsort in Hof an der Saale. 1971 wurde dafür ein Fertigungsgebäude in Unterkotzau bei Hof übernommen. Zwei Jahre später liefen die ersten Geräte vom Band.
Zweigwerke waren zudem in Berlin, Kanada (Waterloo), Schwandorf in Bayern und Homberg/Efze entstanden. Im Jahr 1985 hatte das Unternehmen bereits 4500 Beschäftigte.
Hans Vießmann war Mitglied des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) und der in New York ansässigen American Society of Heating, Refrigerating and Air Conditioning Engineers sowie Rotarier.
Im Jahr 1992 zog sich Hans Vießmann aus der Heiztechnik zurück und übertrug seinem Sohn Martin Viessmann der seit 1979 im Unternehmen tätig ist, die alleinverantwortliche Leitung. Hans Vießmann widmete sich bis zu seinem Tod im Jahr 2002 der Kältetechnik in Hof an der Saale. Im Jahr 2003 wurde die neu gegründete Hans Vießmann Technologie Stiftung gemäß Testament Eigentümer der Viessmann Kältetechnik AG.
2012 übernahm die Viessmann Group zu 100 Prozent die Aktien der Viessmann Kältetechnik AG. Mit einem zugesicherten Investitionsvolumen in Millionenhöhe wird der Standort Hof mit seinen mehr als 400 Mitarbeitern zum Kältekompetenzzentrum der Unternehmensgruppe ausgebaut.
Im Jahr 2017 wurde festgelegt, einen Teil der Schleizer Straße zu Ehren Vießmanns in die Dr.-Vießmann-Straße umzubenennen. In dem nun umbenannten (Stand 2022) Hofer Straßenabschnitt befindet sich auch ein Standort des Unternehmens.
Auszeichnungen 1967 Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland 1968 Philipps-Medaille der Universität Marburg 1979 Bayerischer Verdienstorden 1980 Staatsmedaille für besondere Verdienste um die bayerische Wirtschaft 1980 Rudolf-Diesel-Medaille 1982 Ehrendoktorwürde der Universität Marburg 1983 Großes Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland 1987 VDI-Ehrenmedaille in Gold 1987 Großes Verdienstkreuz mit Stern der Bundesrepublik Deutschland 1992 Ehrenmitglied und Ehrenmedaille der IHK Oberfranken 1992 Ehrenbürger und Goldene Bürgermedaille der Stadt Hof (Saale) 1992 Hessischer Verdienstorden 1993 VDI-Ehrenzeichen in Gold 1993 Ehrendoktorwürde der Wilfrid Laurier University, Waterloo, Kanada 1994 Großes Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband der Bundesrepublik Deutschland 1995 Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg 1997 Karl-Winnacker-Preis (Marburg)
Öffentliche Einrichtungen Hans-Viessmann-Schule, Frankenberg und Bad Wildungen
Stiftungen Dr. Hans Vießmann Technologie Stiftung Dr. Hans Vießmann-Stiftung
Veröffentlichungen
Literatur Viessmann, Hans. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1280.
Weblinks
Biografie auf der Unternehmenswebsite Nachruf
Einzelnachweise
Kategorie:Unternehmer (Deutschland) Kategorie:Ingenieur Kategorie:Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes mit Stern und Schulterband Kategorie:Träger des Bayerischen Verdienstordens Kategorie:Träger des Verdienstordens des Landes Baden-Württemberg Kategorie:Träger des Hessischen Verdienstordens Kategorie:Ehrendoktor der Wilfrid Laurier University Kategorie:Ehrendoktor der Philipps-Universität Marburg Kategorie:Ehrenbürger von Hof (Saale) Kategorie:Person (Hof, Saale) Kategorie:Person (Rotary International) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1917 Kategorie:Gestorben 2002 Kategorie:Mann