Bang-Bang Club ist der Name einer Gruppe von vier südafrikanischen Fotojournalisten, die während der Apartheid, insbesondere zwischen 1990 und 1994, in den Townships Südafrikas aktiv waren. Zur Gruppe werden Kevin Carter, Greg Marinovich, Ken Oosterbroek und João Silva gezählt, die aber auch mit vielen weiteren Fotojournalisten zusammenarbeiteten.
Geschichte Der Name „Bang-Bang Club“ stammt aus einem Artikel des südafrikanischen Magazins Living, in dem die Gruppe zuerst als „The Bang Bang Paparazzi“ bezeichnet wurde. Die Mitglieder sahen ihre Arbeit durch den Begriff Paparazzi allerdings falsch verstanden, weshalb dieser durch Club ersetzt wurde. Bang-Bang entsprang hingegen der Sprachkultur der Townships, die den Begriff umgangssprachlich zum Verweis auf die auftretende Gewalt benutzte und den Klang von Schüssen onomatopoetisch beschrieb.
Am 18. April 1994 wurde Oosterbroek bei einem Feuergefecht zwischen nationalen Friedenstruppen und Unterstützern des African National Congress durch Kreuzfeuer getötet. Sein Kollege Marinovich wurde schwer verletzt.A. Feinstein: Journalists under fire: the psychological hazards of covering war. JHU Press, 2006, S. 15–18. Eine gerichtliche Untersuchung zum Tod Oosterbroeks begann im Jahr 1995: Der Magistrat entschied, dass keine Partei für den Tod verantwortlich gemacht werden dürfe. Im Jahr 1999 sagte Brian Mkhize, ein Mitglied der nationalen Friedenstruppe, dass er glaube, die Kugel, die Oosterbroek getötet hatte, stamme von der nationalen Friedenstruppe.
Am 23. Oktober 2010 trat Silva auf eine Landmine, während er US-Soldaten in Kandahar auf einer Patrouille begleitete. Er verlor beide Beine unterhalb des Knies.
Auszeichnungen Zwei Mitglieder gewannen Pulitzer-Preise für ihre Fotografien: Marinovich gewann den Pulitzer-Preis für Spot News Photography im Jahr 1991 für seine Berichterstattung von der Tötung von Lindsaye Tshabalala im Jahr 1990. Tshabalala wurde der Spionage verdächtigt und durch Unterstützer der African National Congress verbrannt. Das Foto zeigte einen Mann, der auf den ohnehin schon brennenden Tshabalala mit einer Machete einschlug. So beschreibt Marinovich die Situation in der Retrospektive:Greg Marinovich: The fight for freedom. Abgerufen am 4. Juli 2011.
Kevin Carter gewann den Pulitzer für Feature Photography im Jahre 1994 für sein Foto eines Geiers, der ein hungerndes Kind im südlichen Sudan beobachtet. Knapp zwei Monate nach der Auszeichnung beging er Suizid.
Bücher
Filme The Death of Kevin Carter: Casualty of the Bang Bang Club (2004), Regie: Dan Krauss The Bang Bang Club (2010), Regie: Steven Silver When Under Fire – Shoot It! The Story of the Legendary „Bang Bang Club“ (2013), Regie: Marc Wiese; Engstfeld Filmproduktion
Einzelnachweise
Kategorie:Künstlergruppe