mini|hochkant=0.9|Stammwappen derer von Auersperg Auersperg () ist der Name eines Adelsgeschlechts, das sich in Österreich verzweigte und zum Uradel gehört.: Seine Angehörigen haben als Feldherren, Politiker und Staatsmänner die Geschicke des Kaisertums Österreich beeinflusst und mitbestimmt.

Vor allem im 16. und 17. Jahrhundert spielten sie als Oberkommandierende an der kroatischen Militärgrenze in den Türkenkriegen sowie als Förderer des Protestantismus, der Literatur und der Künste eine bedeutende Rolle. Durch die Erhebung der pankrazischen Linie in den Fürstenstand 1653 und den nachfolgenden Erwerb reichsunmittelbarer Herrschaften gehörte diese Linie auch zu den Reichsfürsten des Heiligen Römischen Reichs. Nachkommen des Geschlechts leben heute unter anderem in Österreich, Slowenien, Italien, Deutschland, England, in den USA, Kanada und in Ländern Südamerikas.

Geschichte Herkunft und Besitztümer mini|Burg Auersperg, Kupferstich von Valvasor 1689 Die von Auersperg sollen als ein edelfreies Geschlecht ursprünglich von der Burg Ursberg bei Mindelheim in Schwaben stammen. Es wird angenommen, dass die von Ursperch (Ursberg) eines der Adelsgeschlechter waren, die sich nach der entscheidenden Niederlage der Ungarn in der Schlacht auf dem Lechfeld im Jahre 955 im Zuge der darauf folgenden bairischen Kolonisation der frei gewordenen Gebiete, wozu auch die Gegenden Krains – ein Teil des heutigen Slowenien – gehörten, niedergelassen haben.

Ihre Stammburg Ursperg, später Auersperg (slowenisch Turjak) errichteten sie in Unterkrain, wo damals ihre ersten Güter lagen; sie erstreckten sich vom Grosluper Talkessel (Grosupeljska kotlina) in südlicher Richtung über Großlassitsch/Großlaschitz (Velike Lašče) bis nach Reiffnitz (Ribnica). Dem gegenwärtigen Stand der Forschung nach war Engelbertus de Ursperch, der in einem im Jahre 1162 in St. Veit an der Glan in Kärnten ausgestellten Dokument als Zeuge aufscheint, der erste urkundlich erwähnte Auersperg.

Dieses edelfreie Geschlecht erlosch um die Mitte des 13. Jahrhunderts. Die Nachfolge trat ein Ministerialengeschlecht an, das sich nach der Burg Auersperg nannte und vermutlich auch das Wappen des erloschenen Geschlechtes verliehen bekam.

Stammsitz Burg Auersperg in der Unterkrain mini|Burg Auersperg, heute „Grad Turjak“ in Velike Lašče mini|Burg Auersperg Die Burg Auersperg, die geländebedingt in der Form eines wuchtigen Dreiecks auf dem Plateau eines steil nach Westen abfallenden bewaldeten Hanges erbaut wurde, liegt in Unterkrain in der Gemeinde Velike Lašče, etwa 25 km südöstlich von Ljubljana (dt. Laibach), dicht an der Straße, die von dort nach Kočevje (dt. Gottschee) führt. Ihr Vorläufer war die Untere Burg Auersperg, auch Altauersperg genannt und stand auf einem etwas tiefer gelegenen Felsvorsprung unterhalb des neuen Gebäudes. Wann die beiden Burgen errichtet wurden, ist urkundlich nicht gesichert. Auf der mächtigen Bastei, dem sogenannten Ochsenturm, im ostwärtigen Teil der oberen Burg ist eine Steinplatte angebracht mit folgender Inschrift:

Diese obere Burg erscheint urkundlich erstmals im Jahre 1220, als Engelbertus de Owersperch „in castro meo Owersperch“ eine Urkunde ausstellte. Dass es zwei Burgen gab, geht aus der Urkunde aus dem Jahre 1318 hervor, als Kaiser Friedrich III. die Brüder Volkard und Herbard von Auersperg mit dem „ober hus ze Ursperg und daz nider swaz si da hant gebuwen oder noch buwen wellent“ (das obere Haus zu Auersperg und das untere, das sie da erbauten oder noch bauen wollen) belehnte. Altauersperg, von dem heute noch stellenweise vier Meter hohe Mauern vorhanden sind, wurde seit der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts nicht mehr bewohnt. Beide Festungen sollen im Zuge der Erbauseinandersetzung zwischen Pilgram II. von Auersperg und seinem Schwager Grafen Otto von Ortenburg 1140 gebrandschatzt worden sein. Ein halbes Jahrhundert später wurden sie von Adolph II. von Auersperg wiedererrichtet. In einer weiteren Fehde, die Adolphs Sohn Otto von Auersperg im Jahre 1200 gegen den Grafen von Görz, den Grafen von Ortenburg und den Patriarchen von Aquileja geführt haben soll, wurden die Festungen abermals zerstört. Im Jahre 1270 verkauften die Brüder Peter und Wolfgang von Auersperg die instand gesetzten Burgen an ihre Vettern. Diese wiederum verkauften sie an Balthasar von Auersperg, den Kanzler des Patriarchen von Aquileja. Obwohl Balthasar ein unehelicher Sohn, vermutlich Herward von Auerspergs war, genoss er auch innerhalb der Familie ein hohes Ansehen.

Auersperg wurde im September 1943 im Verlauf von mehrtägigen Kampfhandlungen zwischen den Partisanen und den Weißgardisten (Domobranci) vom heftigen Artillerie- und Mörserbeschuss samt Inventar in Schutt und Asche gelegt. Den älteren Teil des umfangreichen Familienarchivs der Auerspergs haben die damaligen Besitzer schon zuvor nach Udine, auf den dortigen Familiensitz, verbracht. Andere spärliche Reste werden heute im Archiv Sloweniens in Ljubljana aufbewahrt. Erst im Jahre 1962 begann man mit der Konservierung und Restaurierung der zertrümmerten Burg. Das Gebäude gilt heute als Kulturdenkmal Sloweniens. Es ist soweit wiederhergestellt, dass es wieder besichtigt werden kann.

Weiterer ehemaliger Besitz in Slowenien, Österreich sowie Böhmen und Mähren Im ehemaligen Herzogtum Krain besaßen die von Auersperg folgende Herrschaften.

Slowenien: (Siehe auch: Liste von Burgen und Schlössern in Slowenien) Burg Altauersperg (Grad Stari Turjak). Die alte Burg wurde im 16. Jahrhundert aufgelassen (wenige Ruinen heute). Etwas höher am gleichen Hang entstand die spätere noch heute erhaltene Burg: Burg Auersperg (Grad Turjak) Burg von Bled (auch: Burg Veldes) Brinje – Seittenhoff Čušperk – Zobelsberg Falkenberg Slovenj Gradec – Grätz Schloss Gradac – Gretz Hmeljnik – Hopfenbach Kislkamen – Kieselstein, in Kranj Kozjak – Kosieck Kostanjevica na Krki – Landstrass Lož – Laas Schloss MokritzFalk von Gagern: Mokric. Die Heimat von Friedrich von Gagern. Verlag Paul Parey, Hamburg und Berlin (1962). Na Kalcu – Steinperg/Stemberg Postojna – Adelsberg Radeljca – Radelstein Ribnica – Reifnitz Soteška – Ainöd Sv. Jakob ob Savi – Sankt Jakob an der Save Šrajbarski turn – Thurn am Hart Šumberk – Schönberg Višnja Gora – Weichselberg Windenau bei Marburg Žužemberk – Seisenberg Palais Auersperg in Ljubljana Namršelj – Jagdschloss Hammerstill unterhalb von Turjak

Österreich: mini|Palais Auersperg in Wien Burg Wels (1653–1865) Palais Auersperg (1777–1953) Schloss Dornau Schloss Ebenporthen Schloss Ernegg (seit 1656 bis heute) Schloss Kirchberg am Walde (Steiermark) (1670–1802) Schloss Lichtenwald, als erbliche Pacht des Fürsterzbistum Salzburg gepachtet gewesen 1675–1688 und 1725–1769 im Besitz der Familie Auersperg, dazwischen im Besitz der Familie Drašković 1688–1725 und nach 1769 im Besitz der Familie Keglević.Hans Pirchegger: Untersteiermark in der Geschichte ihrer Herrschaften und Gülten, Städte und Märkte. München 1962, S. 255. Schloss Losensteinleithen (1692–1954) Schloss Sprechenstein (Südtirol, seit 1775 bis heute) mit Burg Trautson, Tirol Schloss Wald, Pyhra (seit 1930 bis heute) Schloss Weitwörth (seit 1863 bis heute)

Böhmen und Mähren:

Herrschaften Nassaberg, Setsch und Schleb (1737 von Fürst Johann Adam von Auersperg durch Heirat vereinigt) Schloss Slatiňany Schloss Vlašim (19. Jh. – 1945)

Gegenwärtiger Besitz Gegenwärtig befinden sich die folgenden Schlösser noch im Besitz des Hauses Auersperg:

Stammlinie und Namensträger Prankrazische und volkardische Hauptlinien Eine erste Teilung des Geschlechts fand durch die Brüder Volkhard (* 1401; † 1461) und Engelhard I. (* 1404; † 1466) statt, wobei die Nachfahren des ersteren 1604 ausstarben. Engelhard I. hatte wiederum zwei Söhne namens Pankraz II. (* 1441; † 1496) und Volkard VIII. (* 1443; † 1508), die zwei weitere Hauptlinien begründeten.

Die Brüder Herward XII. (* 1574; † 1618) und Dietrich II. (* 1578; † 1634) aus der Pankrazischen Linie gründeten zwei Zweige, die beide 1630 in den Grafenstand erhoben wurden. Ihr entfernter Cousin Wolfgang Siegmund (* 1543; † 1598) aus der Volkhardischen Linie setzte diese im Freiherrenstand fort, sie erlangte Ende des 17. Jahrhunderts ebenfalls den Grafenstand und erlosch im Mannesstamm mit Ferdinand (* 1906; † 1944) auf Schloss Ernegg.

Der ältere pankrazische Zweig blieb im Grafenstand und war bis 1945 in Krain auf der Burg Auersperg ansässig, der jüngere teilte sich mehrfach auf; zu ihm gehörte Johann Weikhard von Auersperg, der 1653 von Kaiser Ferdinand III. in den Reichsfürstenstand erhoben wurde. 1654 belehnte der Kaiser ihn in seiner Eigenschaft als König von Böhmen auch mit dem schlesischen Herzogtum Münsterberg sowie der Stadt Frankenstein. 1651 wurde die Grafschaft Tengen an die Auersperg verpfändet, die sie 1653 als Lehen erhielten. Im folgenden Jahr wurde sie gefürstete Grafschaft und ihretwegen besaßen die Fürsten von Auersperg eine Virilstimme im Fürstenrat des Reichstags sowie Sitz und Stimmrecht beim Österreichischen Reichskreis."Li sovrani del mondo", Venedig 1720. "I principi di aversberg hanno comprato il contado di Tengen dalla Casa d'Austria, e lo hanno fatto ereggere a principato dipendente dall'impero. I principi di Aversberg sono del Circolo d'Austria."(it.) "Die Fürsten von Aversberg kauften dem Haus Österreich die Grafschaft Tengen ab und ließen sie als vom Reich abhängiges Fürstentum errichten. Die Fürsten von Aversberg gehören zum Österreichischen Reichskreis." Die ca. 70 km² große Grafschaft wurde 1806 im Zusammenhang mit der Bildung des Rheinbunds badischer Souveränität untergeordnet und 1811 an das Großherzogtum Baden verkauft.Johann Ludwig Klüber: Genealogisches Staats-Handbuch – Varrentrapp, Band 65, 1827 Frankfurt, Wenner, 1827 (Google Books) Die Auersperg gehörten deshalb nach 1823 zu den Standesherren.

Heinrich Josef von Auersperg, 4. Fürst von Auersperg und Herzog von Münsterberg, diente unter Karl VI. bis 1738 als Oberhofmarschall, anschließend bis 1765 als Oberstallmeister und Oberkämmerer am Hofe Maria Theresias und wurde ein enger Freund Kaiser Franz Stephans. Er heiratete 1719 Marie Dominika von und zu Liechtenstein (* 1698; † 1724) und 1726 Maria Franziska Antonia von Trautson.

Sein ältester Sohn aus erster Ehe, Karl Josef Anton von Auersperg (* 1720; † 1800), 5. Fürst, heiratete 1744 Maria Josepha Rosalia Gräfin von Trautson (* 1724; † 1792), die ältere Tochter von Johann Wilhelm 2. Fürst von Trautson, Graf zu Falkenstein (* 1700; † 1775), mit dem dieses Geschlecht erlosch. Der aus ihrer Ehe stammende jüngere Sohn, Prinz Karl (* 1750; † 1822), wurde nach dem Tod seines Großvaters zum Haupterben des Trautson’schen Vermögens und nahm den Namen Auersperg-Trautson an. Es kam zu einem Erbstreit mit dem Fürsten Johann Nepomuk Friedrich von Lamberg, der ebenfalls mit einer Tochter des zweiten Fürsten Trautson verheiratet war. In Folge des Streits wurde die Herrschaft Falkenstein in Niederösterreich 1799 verkauftFranz Hadriga: Die Trautson. Paladine Habsburgs, Styria, Graz u. a. 1996, ISBN 3-222-12337-3.. Da Prinz Karl kinderlos geblieben war, ging das übrige Trautson-Erbe an die Nachkommen seines älteren Bruders Wilhelm von Auersperg (1749–1822), des 6. Fürsten von Auersperg, über. Die vormals Trautson’schen Besitzungen Schloss Goldegg in Niederösterreich und die Tiroler Burgen Sprechenstein und Trautson gehören bis heute den Auersperg-Trautson.

Nach dem Ersten Schlesischen Krieg und dem staatsrechtlichen Übergang des größten Teils Schlesiens 1742 an Preußen behielten die Auersperg das Herzogtum Münsterberg, das in eine Standesherrschaft umgewandelt wurde. 1791 veräußerte Fürst Karl Joseph Anton den Besitz an den preußischen König Friedrich Wilhelm II.