mini|Filmlogo Der Hobbit ist eine dreiteilige High-Fantasy-Filmadaption des Romans Der Hobbit (1937) von J. R. R. Tolkien und stellt das Prequel zur Der-Herr-der-Ringe-Trilogie dar. Wie auch bei Der Herr der Ringe übernahm der Regisseur Peter Jackson die Regie. (englisch).
Filme Jahr Deutscher Titel Originaltitel 2012 Der Hobbit: Eine unerwartete Reise The Hobbit: An Unexpected Journey 2013 Der Hobbit: Smaugs Einöde The Hobbit: The Desolation of Smaug 2014 Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere The Hobbit: The Battle of the Five Armies
Handlung
Der Hobbit erzählt die Reise Bilbo Beutlins, der sich an der Aufgabe beteiligt, das verlorene Zwergenkönigreich Erebor zurückzuerobern, das der Drache Smaug Jahre zuvor eroberte. Der Zauberer Gandalf überzeugt Bilbo sich einer Gruppe von dreizehn Zwergen, angeführt vom rechtmäßigen Erben des Erebors, Thorin Eichenschild, anzuschließen. Ihre Reise führt sie durch die Weiten von Mittelerde, durch unheimliche Länder mit Orks, wolfsähnlichen Wargen, riesigen Spinnen, Formwandlern und Elben. Bilbo Beutlin trifft zudem zufällig in einer Höhle auf das Geschöpf Gollum und gelangt in Besitz des Rings der Macht. Dieser wurde einst von Sauron geschmiedet, um die Macht in Mittelerde an sich zu reißen. Am Ende wird Smaug getötet, worauf eine gewaltige Schlacht um den einsamen Berg entbrennt (Die Schlacht der fünf Heere).
Zu Beginn der Geschichte vom „Herrn der Ringe“ übergibt Bilbo den Ring seinem Neffen Frodo Beutlin, noch bevor Gandalf die wahre Identität des Rings entdeckt.
Veränderungen gegenüber der Buchvorlage siehe auch Der Hobbit: Eine unerwartete Reise#Unterschiede zum Roman siehe auch Der Hobbit: Smaugs Einöde#Unterschiede zum Buch siehe auch Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere#Unterschiede zum Buch
Insgesamt ist die Tonalität des Films gegenüber der Buchvorlage deutlich verändert worden: Während es sich bei der Buchvorlage um eine Abenteuergeschichte für Kinder mit Drachen und Zwergen handelt, zielt der Film vor allem auf Jugendliche und Erwachsene ab. Horrorelemente wie etwa Orks oder die Darstellung von Schlachten nehmen einen deutlich breiteren Raum ein. Die Atmosphäre des Films ist deutlich düsterer als in der Romanvorlage und knüpft in seiner Machart an die Vorgängerfilme zu Der Herr der Ringe an. Aus ökonomischen Gründen wurde zudem das relativ schmale Kinderbuch auf drei Filmteile mit einer Länge von insgesamt etwa acht Stunden ausgedehnt.
Die Verfilmung weist gegenüber der Buchvorlage in Details zahlreiche Änderungen auf. Im ersten Teil der Trilogie wird beispielsweise der Ork Azog in der Schlacht im Schattenbachtal vor Moria nicht von Dain II. Eisenfuß getötet, sondern ihm wird von Thorin Eichenschild der linke Arm abgeschlagen. Er wird als Gegenspieler Thorins dargestellt, den Thorin nur fälschlicherweise für tot gehalten hat. Der Zauberer Radagast, der im Buch nur kurz erwähnt wird, aber keinen Auftritt hat, erhält eine größere Rolle, in welcher er unter anderem Gandalf von seinen Erkundungen in Dol Guldur berichtet – die Erkundungen, bei denen er von einem Ringgeist angegriffen wird, werden ebenfalls kurz gezeigt. Vollständig neu erfunden wurde die Figur Tauriel zusammen mit einer Liebesgeschichte zwischen ihr und Kili. Auch wurden weitere Randfiguren ohne Romanvorlage in die Handlung eingebunden. Zudem wird die beliebte Figur Legolas aus den Herr-der-Ringe-Filmen dargestellt, die in der Romanvorlage des kleinen Hobbits mit keinem Wort erwähnt wird.
Weitere Szenen kommen in Tolkiens Roman zwar vor, sind im Film aber anders dargestellt. Dazu gehören u. a. die Szene am Lagerfeuer der Trolle, der Aufenthalt in Bruchtal, bei dem abweichend vom Buch auch Saruman und Galadriel auftreten, und der Kampf mit den Goblins und die anschließende Flucht aus den Höhlen im Nebelgebirge. Dazu wird – besonders ab Smaugs Einöde – eine tiefgehende Verbindung mit der Herr-der-Ringe-Filmtrilogie geknüpft, insbesondere mit der Identität des Nekromanten von Dol Guldur (der im Buch durch Gandalf nur nebenher erwähnt wird) – als Sauron und der Wiedererweckung der Nazgûl.
Besetzung und Synchronisation Vor Beginn der Dreharbeiten am 21. März 2011 wurden die Hauptdarsteller im Reiten und Schwertkämpfen ausgebildet und übten für einen Monat das Bootfahren. Peter Jacksons Absicht war dabei nicht nur die optimale Voraussetzung für den Filmdreh, sondern auch die Herstellung einer Bindung zwischen den Darstellern. Da die Handlungen der beiden Geschichten jedoch 60 Jahre auseinander liegen, können viele Rollen nicht gleich besetzt werden, da die Darsteller sonst zu alt erscheinen würden. Ausnahmen bilden hierbei sowohl die Elben als auch die Istari, die nicht altern.
Die deutsche Synchronfassung entstand durch die Film- & Fernseh-Synchron. Das Dialogbuch wurde von Klaus Bickert verfasst, Katrin Fröhlich führte Dialogregie. Nach dem Tod von Achim Höppner im Jahr 2006, der in den Herr-der-Ringe-Filmen Gandalf sprach, musste nach einem Ersatz Ausschau gehalten werden. Zwar wurde Gandalf in den beiden veröffentlichten Trailern von Gunter Schoß synchronisiert, im fertigen Film ist aber der Schauspieler und Synchronsprecher Eckart Dux zu hören.. Auch Synchronsprecher Philipp Brammer sprach erst die Rolle des Bilbo Beutlin, im Film übernahm jedoch Manuel Straube seinen Part. Einige Figuren, darunter auch die beiden Zwerge Bifur und Bombur, erfahren keine deutsche Synchronisation, weil sie im Film kaum Sprechrollen haben und ihre wenigen Laute entweder von anderen Synchronsprechern übernommen werden oder schlicht die Originaltonspur verwendet wird.
In der folgenden Liste werden die Figuren, deren Darsteller, ihre deutschen Synchronsprecher und ihr Erscheinen in den Filmen Eine unerwartete Reise, Smaugs Einöde und Die Schlacht der Fünf Heere genannt:
Rolle Schauspieler Synchronsprecher Teil 1 (2012) Teil 2 (2013) Teil 3 (2014) colspan="3" style="text-align:center" Gandalfcolspan="3" style="text-align:center" rowspan="2" colspan="3" rowspan="2" style="text-align:center" (Dialog) (Gesang) Balincolspan="3" style="text-align:center" Dwalincolspan="3" style="text-align:center" Óincolspan="3" style="text-align:center" Glóincolspan="3" style="text-align:center" Kílicolspan="3" style="text-align:center" Fílicolspan="3" style="text-align:center" Doricolspan="3" style="text-align:center" Noricolspan="3" style="text-align:center" Oricolspan="3" style="text-align:center" Bifurcolspan="3" style="text-align:center" Bofurcolspan="3" style="text-align:center" Bomburcolspan="3" style="text-align:center" Bert style="text-align:center" Bill style="text-align:center" Tom style="text-align:center" Elrond style="text-align:center" style="text-align:center" Galadrielcolspan="3" style="text-align:center" Lindir style="text-align:center" Radagastcolspan="3" style="text-align:center" Saruman style="text-align:center" style="text-align:center" Alfrid colspan="2" style="text-align:center" Bard colspan="2" style="text-align:center" Beorn colspan="2" style="text-align:center" Bain colspan="2" style="text-align:center" Braga colspan="2" style="text-align:center" Galion colspan="2" style="text-align:center" Legolas colspan="2" style="text-align:center" Philipp Moog Bürgermeister von Esgaroth colspan="2" style="text-align:center" Sigrid colspan="2" style="text-align:center" Friederike Walke Tauriel colspan="2" style="text-align:center" Thranduilcolspan="3" style="text-align:center" Tilda colspan="2" style="text-align:center" Peridur colspan="2" style="text-align:center" Hilda Bianca colspan="2" style="text-align:center" Dáin II. Eisenfuß style="text-align:center" Girion style="text-align:center" Smaug colspan="2" style="text-align:center" Thrór style="text-align:center" Thráin II. (jung) style="text-align:center" style="text-align:center" Thráin II. (alt) style="text-align:center" style="text-align:center" Azogcolspan="3" style="text-align:center" style="text-align:center" Bolg style="text-align:center" colspan="1" style="text-align:center" colspan="1" style="text-align:center" style="text-align:center" Fimbul style="text-align:center" style="text-align:center" Grinnah style="text-align:center" Yazneg style="text-align:center" style="text-align:center" style="text-align:center" Goblin-Schreiber style="text-align:center" style="text-align:center" Gollum style="text-align:center" Narzug style="text-align:center" Verlieswächter style="text-align:center" style="text-align:center" Nekromantcolspan="3" style="text-align:center" style="text-align:center" Wirt Butterblume style="text-align:center" Belladonna Beutlin style="text-align:center" style="text-align:center" style="text-align:center" style="text-align:center" (alt) style="text-align:center" style="text-align:center" style="text-align:center" style="text-align:center" style="text-align:center" Tosser Grubb style="text-align:center"
Legende
Hintergrund Anfangsphase der Entstehung mini|hochkant|Peter Jackson, Regisseur, Co-Autor und Produzent des Films. Peter Jackson und Fran Walsh interessierten sich bereits 1995 für eine Verfilmung von Der Hobbit, als Teil einer Trilogie, wobei die anderen beiden Teile aus dem Herrn der Ringe bestehen sollten. Jacksons Produzent Harvey Weinstein musste allerdings feststellen, dass Saul Zaentz zwar die Produktionsrechte an Der Hobbit besaß, aber die Vertriebsrechte immer noch bei United Artists (UA) lagen. UA behielt die Rechte im Glauben, dass Filmemacher eher Der Hobbit als Der Herr der Ringe verfilmen würden. Weinstein bemühte sich vergeblich um die Rechte. Er bat Jackson, stattdessen mit der Adaption von Der Herr der Ringe voranzuschreiten. Letztendlich wurde Der Herr der Ringe nicht von den Weinsteins, deren Rechte an einer Verfilmung von Der Hobbit im Jahr 2010 ablaufen sollten, sondern von New Line Cinema produziert. Im September 2006 äußerte Metro-Goldwyn-Mayer (MGM), jetzt Eigentümer von UA, Interesse an einer Zusammenarbeit mit New Line und Jackson für eine Adaption von Der Hobbit.
Im März 2005 verklagte Jackson New Line, da diese ihm Einnahmen von Merchandising, Videos und Computerspielen in Verbindung mit Der Herr der Ringe: Die Gefährten vorenthalten habe. Jackson wollte die Angelegenheit vor Drehbeginn erledigt haben, und war der Meinung, dass ihn New Line den Hobbit trotzdem machen ließe. New-Line-Mitgründer Robert Shaye nannte Jackson allerdings „habgierig“ und war über die Klage so verärgert, dass er im Januar 2007 verlauten ließ, dass Jackson nie wieder einen Film für New Line drehen würde. Der CEO von MGM, Harry Sloan, unterbrach die Vorbereitung des Projekts, da er Jackson involviert haben wollte. Im August, nach einer Reihe von Flops, versuchte Shaye seine Beziehung mit dem Regisseur wiederherzustellen. Er sagte: „Ich respektiere und bewundere Peter sehr und würde es lieben, wenn er in irgendeiner Art kreativ an The Hobbit involviert wäre.“ Im darauffolgenden Monat wurde New Line mit einem Bußgeld von 125.000 US-Dollar belegt, da sie geforderte Buchhaltungsdokumente nicht offenlegten.