Der Bahnhof Bamberg ist der Personenbahnhof der kreisfreien Stadt Bamberg in Oberfranken. Er wird als Knotenbahnhof von Regional- und Nahverkehrszügen der Deutschen Bahn und der Agilis-Eisenbahngesellschaft sowie von IC- und ICE-Zügen bedient. Der Bahnhof liegt an den Bahnstrecken Nürnberg–Bamberg, Bamberg–Hof und Bamberg–Rottendorf. Er besitzt sieben Bahnsteiggleise.

Täglich halten 152 Regional- und 27 Fernverkehrszüge (Stand 2016). 2016 wurden etwa 15.000 Reisende täglich gezählt. Das machte ihn zum meistfrequentierten Bahnhof Oberfrankens.

Lage Der Bahnhof befindet sich im Osten der Stadt, nordöstlich des rechten Regnitzarms. Er wird umrahmt von der Ludwigstraße im Westen, der Starkenfeldstraße im Süden, welche die Bahnanlagen auf einer Brücke überquert, der Brennerstraße im Osten und der Zollnerstraße mit einer Unterführung unter den Gleisen im Norden. Eine Unterführung vom Gleistunnel zur Brennerstraße, die im neuen Radhaus aufgeht, wurde seit 2010 durchbrochen und im März 2012 eröffnet. Auf dem Bahnhofsvorplatz trifft die Luitpoldstraße aus der Stadtmitte auf die Ludwigstraße. Das Empfangsgebäude mit der Adresse Ludwigstraße 6 befindet sich westlich der Bahnanlagen.

Im Bahnhof Bamberg treffen drei zweigleisige und elektrifizierte Hauptbahnen aufeinander. Die Bahnstrecke Nürnberg–Bamberg (Strecke 5900) ist Teil des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit Nr. 8 (VDE 8) und wird im Fern-, Regional- und Güterverkehr befahren. Als Fortsetzung beginnt in Bamberg die Bahnstrecke Bamberg–Hof (Strecke 5100), die im Abschnitt bis Hochstadt-Marktzeuln ebenfalls eine elektrifizierte Magistrale im Fern- und Güterverkehr darstellt. Ebenfalls beginnt in Bamberg die Bahnstrecke nach Rottendorf bei Würzburg (Strecke 5102), die im Regional- und Güterverkehr befahren wird. Zudem beginnt im Bahnhof eine eingleisige und nicht elektrifizierte Strecke zum Hafen Bamberg am Main-Donau-Kanal (Strecke 5101), auf der ausschließlich Güterverkehr stattfindet. Diese Strecke wird durch die bayernhafen Gruppe betrieben. Bis 2001 war Bamberg Ausgangspunkt einer eingleisigen und nicht elektrifizierten Nebenbahn nach Scheßlitz (Strecke 5114), die ab 1985 nur noch im Güterverkehr befahren wurde.

Geschichte mini|links|Bahnhof Bamberg im 19. Jahrhundert mini|Empfangsgebäude mit Pferdedroschken und Straßenbahn, um 1898

Der Bahnhof wurde im Jahr 1844 als Endbahnhof der Bahnstrecke Nürnberg–Bamberg von den Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen in Betrieb genommen. Am 25. August 1844 fuhr der erste Zug in den Bahnhof ein, offiziell begann der Betrieb jedoch erst im Oktober desselben Jahres. Kurz nach seiner Eröffnung, im April 1845, wurde der Bahnhof Sitz des Königlich Bayerischen Bahnamtes Bamberg. 1846 verlängerte man die Bahnstrecke nach Norden in Richtung Hof. Die Bauarbeiten am Empfangsgebäude dauerten zu diesem Zeitpunkt noch an; es wurde im September 1846 eröffnet. Das Gebäude entwarf der Architekt Georg Friedrich Christian Bürklein, der durch die Planung mehrerer Bahnhofsbauten in Bayern bekannt wurde.

1852 wurde der Bamberger Bahnhof an die Bahnstrecke Bamberg–Rottendorf angeschlossen und somit zum Eisenbahnknoten. Das Empfangsgebäude wurde vergrößert und erhielt ein zusätzliches Stockwerk. Dieser Umbau war 1858 beendet. 1866 ging das erste Stellwerk am Bahnhof Bamberg in Betrieb.

Von 1897 bis 1922 befand sich auf dem Bahnhofsvorplatz der wichtigste Knoten der Straßenbahn Bamberg. Die Haltestelle dort wurde von drei der insgesamt vier Linien des Netzes bedient. Nachdem die Straßenbahn stillgelegt worden war, begann erst 1924 ein Ersatzbetrieb mit Omnibussen.

Der Bahnhof erhielt im Jahr 1908 Anschluss an die Eisenbahnstrecke nach Scheßlitz und es entstand das Bamberger Bahnbetriebswerk. Aufgrund dieser betrieblichen Bedeutungszunahme wurde das Empfangsgebäude zwischen 1900 und 1908 nochmals erweitert und erhielt einen Vorbau.

1939 elektrifizierte die Deutsche Reichsbahn den Bahnhof zusammen mit den Strecken nach Hof und Nürnberg, da er ein Halt der bedeutenden Fernverbindung Berlin–München war. Aufgrund der Schäden, die der Bahnhof während des Zweiten Weltkriegs erlitten hatte, wurde seine Bedeutung für den Fernverkehr in den folgenden Jahren wieder geringer. Obwohl der Wiederaufbau schnell verlief, nahm der Fernverkehr am Bahnhof Bamberg weiter ab, da in der sowjetischen Besatzungszone die Fahrdrähte 1946 wieder abgebaut wurden.

1948 wurde das mechanische durch ein elektromechanisches Stellwerk ersetzt.

Mit der Inbetriebnahme der Neubaustrecke Ebensfeld–Erfurt wurde seit Dezember 2017 in Bamberg ein stündlicher ICE-Systemhalt in beiden Richtungen angeboten. Aufgrund von Baustellen gab es im Jahresfahrplan 2018 noch einige Taktlücken. Ab dem Jahresfahrplan 2019 wurde der Stundentakt hergestellt. Zudem hält seit Dezember 2017 einmal täglich ein IC der Linie Leipzig–Karlsruhe.

Ausblick Der Ausbau des Streckenabschnitts zwischen Strullendorf und Hallstadt einschließlich des Bahnhofs Bamberg ist Gegenstand des Planfeststellungsabschnitts 22 des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit Nr. 8. Das Planfeststellungsverfahren wurde 1994 eingeleitet, nach einer Erörterung wurde 1996 eine erste Planänderung eingebracht, 1998 folgte eine zweite. Das Verfahren ruhte ab 1998.

Am 18. Februar 2017 sprach sich die CSU als größte Stadtratsfraktion für den Bestandsausbau aus.CSU Bamberg fordert rasche Entscheidung in Sachen Bahnausbau. Webseite der CSU-Bamberg, 20. Februar 2017. Anfang März 2018 stimmte der Stadtrat für einen viergleisigen ebenerdigen Ausbau der Bestandsstrecke. Die beiden äußeren Gleise sollten dabei für 230 km/h ausgelegt werden, die beiden inneren für 160 km/h. Die Anbindung der Strecke nach Schweinfurt sollte für 100 km/h angelegt werden. Mit der Entscheidung endete ein sechsjähriger öffentlicher Streit über diverse Varianten und etwaige Tunnel.

Mit einem dritten Planänderungsverfahren wurde anschließend die Planfeststellung weitergeführt. Darin gingen die Ergebnisse der Öffentlichkeitsbeteiligung sowie „technische, gesetzliche, wirtschaftliche und räumliche Änderungen“ ein. Wesentlicher Bestandteil ist der ebenerdige viergleisige Ausbau durch Bamberg. Der Spurplan wurde angepasst, um Richtungsverkehre zu entflechten und auf den Schnellfahrgleisen bis zu 230 km/h zuzulassen. Zu den weiteren Änderungen zählen u. a. ein neuer Haltepunkt Bamberg Süd, Änderungen an Abstellanlagen sowie die Verlängerung der Gütergleise auf bis zu 740 m. Die zugehörigen Unterlagen wurden ab dem 8. Februar 2021 ausgelegt. Aufgrund einer fehlerhaften Unterlage in der Online-Auslegung wurde die öffentliche Auslegung bis 31. März 2021 verlängert, die Einwendungsfrist bis 14. April 2021. Der Erörterungstermin fand vom 25. bis 28. Juli 2022 statt. Bei einer weiteren Auslegung, vom 11. September bis 10. Oktober 2023, waren Unterlagen durch die Regierung von Oberfranken fehlerhaft veröffentlicht worden. Die Auslegung sollte nunmehr Anfang 2024 wiederholt werden und wurde letztlich zwischen 4. November und 3. Dezember 2024 wiederholt. Dem ging eine Überprüfung der Unterlagen durch die DB InfraGO voraus. In Folge von Einwendungen bzw. Stellungnahmen, insbesondere zu umweltfachlichen Fragestellungen, erfolgt u. a. im gesamten Jahr 2026 ergänzende Artenkartierungen. Auf dieser Grundlagen sollen einzelne aktualisierte Unterlagen zum Ende des 1. Quartals 2027 eingereicht werden. Die Stadt Bamberg fordert eine erneute Auslegung der Unterlagen. Die Entwurfs- und Genehmigungsplanung soll zwischen September 2026 und Dezember 2028 laufen.

Erste bauvorbereitende Maßnahmen waren 2018 ab 2021 geplant. Der Abschluss der Baufinanzierungsvereinbarung für die Hauptbaumaßnahme war für 2022 vorgesehen. Unter anderem sollten die Bahnsteigkanten an den Gleisen 3 und 6 verlängert werden.

Der Baubeginn der Hauptbaumaßnahme war 2019 ab dem Jahr 2023 vorgesehen. Der Abschluss der Hauptbaumaßnahme sollte im Jahr 2030 erfolgen. Der Gesamtwertumfang der Maßnahme im Knoten Bamberg beträgt etwa eine Milliarde Euro.Antwort der Bundesregierung auf die kleine Anfrage der Abgeordneten Matthias Gastel, Lisa Badum, Uwe Kekeritz, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN betreffend „Vollendung der Ausbaustrecke Nürnberg–Ebensfeld“ – Drucksache 19/12070, 31. Juli 2019. Für den viergleisigen Ausbau des acht Kilometer langen Abschnitts stellt die Bundesrepublik Deutschland 880 Millionen Euro bereit. Für die Baumaßnahmen sind mehrmonatige Vollsperrungen vorgesehen. Die Deutsche Bahn strebte 2026 eine Inbetriebnahme Mitte der 2030er Jahre an.

Die Deutsche Bahn plante 2015, spätestens ab Dezember 2028 eine IC-Linie von Bamberg über Würzburg und Stuttgart nach Tübingen einzurichten.

Bis Ende 2021 sollten zwei Bahnsteige auf 405 Meter verlängert werden, um den Halt längerer ICE-Züge zu ermöglichen. Das Eisenbahn-Bundesamt genehmigte den Umbau im Frühjahr 2020. Außerdem genehmigt wurde der Bau eines neuen Stellwerks und die Ausrüstung des Bahnhofs mit dem Zugbeeinflussungssystem ETCS. Die Bahnsteigverlängerung an den Gleisen 3 und 6 erfolgte im Spätsommer 2021.

Infrastruktur mini|Bahnsteige, Blickrichtung Südosten

Der Bahnhof besitzt sieben Durchgangsgleise an vier Bahnsteigen, wobei sich Gleis 1 am Hausbahnsteig befindet. Das siebte Gleis trägt die Nummer 8. Alle Bahnsteige sind überdacht und verfügen über digitale Zugzielanzeiger. Sie sind über eine Fußgängerunterführung mit dem Hausbahnsteig verbunden. Der Bahnhof ist behindertengerecht mit Aufzügen ausgestattet.

Empfangsgebäude mini|Empfangsgebäude

Das dreistöckige historische Empfangsgebäude aus Sandstein mit drei Flügeln verfügt über einen leicht erhöhten Mittelrisalit, an den sich ein zweistöckiger Vorbau anschließt, sowie über ein flaches, mit Ziegeln gedecktes Walmdach. Das Dach des Vorbaus besteht aus Metall. Ursprünglich war der Bahnhof mit einem Fürstenzimmer ausgestattet, das nicht erhalten geblieben ist. Nördlich neben dem Empfangsgebäude stehen drei Bahnhofsnebengebäude unter Denkmalschutz. Im Bahnhofsgebäude gibt es ein Reisezentrum und Einkaufsmöglichkeiten sowie ein gastronomisches Angebot.

Bahnsteigdaten Gleis Länge in mBamberg – Station der DB Station&Service AG: deutschebahn.com. In: deutschebahn.com, 12. Januar 2022, abgerufen am 12. März 2022. Höhe in cm reguläre Nutzung (hauptsächlich) 1 140 55 → Würzburg → Frankfurt (Main) 2 370 76 → Lichtenfels – Kronach → Forchheim → Würzburg → Frankfurt (Main) 3 405 76 → Wien → Karlsruhe → München → München → Forchheim → Nürnberg → Nürnberg → Nürnberg → Nürnberg Durchgangsgleis für die ICE Sprinterlinien , und ohne Halt 4 197 76 → Coburg – Sonneberg (Thür) → Würzburg → Bayreuth  → Hof (Saale) -> Bayreuth -Nürnberg Durchgangsgleis für die ICE Sprinterlinien , und ohne Halt 5 197 76 → Nürnberg – Neumarkt (Oberpfalz) 6 405 76 → Warnemünde → Leipzig → Berlin Gesundbrunnen / Hamburg-Altona → Berlin Gesundbrunnen / Hamburg-Altona → Saalfeld (Saale) → Coburg – Sonneberg (Thür) → Würzburg → Sonneberg (Thür) 8 378 76 → Ebermannstadt → Lichtenfels → Lichtenfels – Kronach → Ebern → Forchheim Hinweis: Die Züge der Regionalbahnlinie RB 22 Richtung Lichtenfels sowie RB 26 Richtung Forchheim fahren regulär von verschiedenen Gleisen ab.

Verkehr Bamberg wird von folgenden Kursbuchstrecken berührt:

Fernverkehr Bamberg wird im Fernverkehr im Zweistundentakt von ICE-Zügen der Linie ICE 28 von Hamburg über Berlin und Leipzig nach München sowie ebenfalls im Zweistundentakt von Zügen der Linie 18 von Hamburg und Berlin über Halle (S) nach München bedient. Beide Linien fahren seit Dezember 2017 über Erfurt statt über Saalfeld und Jena. Es kamen ICE T und ICE 1 als Ersatz zum Einsatz, welche ab 2019 durch ICE 4 ersetzt wurden. Außerdem verkehrt der Intercity der Linie IC 61 (Karlsruhe–Nürnberg) als Verlängerung bis Leipzig über Bamberg (IC2).

Zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2013 stieg die Zahl der täglichen ICE-Halte von 18 auf 24.