mini|Jacky Ickx (hier während des Rennwochenendes) gewann den Großen Preis, holte sich die Pole-Position und fuhr die schnellste Runde. Der Große Preis der Niederlande 1971 (offiziell XIX Grote Prijs van Nederland) fand am 20. Juni auf dem Circuit Park Zandvoort in Zandvoort statt und war das vierte Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1971.

Berichte Hintergrund Da 1971 wegen der Ablehnung der damaligen Hochgeschwindigkeitsstrecke Circuit de Spa-Francorchamps bereits zum zweiten Mal nach 1969 kein Großer Preis von Belgien stattfand, lag eine vierwöchige Pause zwischen dem dritten WM-Lauf in Monaco und dem vierten Rennen im niederländischen Zandvoort.

Einige der Formel-1-Teams nutzten diese Unterbrechung, um am 13. Juni am nicht zur Weltmeisterschaft zählenden "Jochen Rindt Gedächtnisrennen" auf dem Hockenheimring teilzunehmen. Ferrari-Pilot Jacky Ickx siegte vor Ronnie Peterson und John Surtees. Allerdings waren einige Stammfahrer nicht anwesend, da sie bei dem am selben Wochenende stattfindenden 24-Stunden-Rennen von Le Mans zum Einsatz kamen.

Zum niederländischen Grand Prix reisten die Teams bis auf wenige Ausnahmen mit der aus den bisherigen WM-Läufen bekannten Besetzung an. Lotus-Werksfahrer Emerson Fittipaldi musste sich von den Folgen eines privaten Autounfalls erholen und sollte durch Dave Charlton vertreten werden. Zudem wurde ein dritter Werkswagen für den Formel-1-Neuling Dave Walker gemeldet. Als Surtees-Gaststarter kam außerdem Gijs van Lennep bei seinem Heimrennen zu seinem Formel-1-Debüt.

In der Fahrerwertung führte Jackie Stewart mit 14 Punkten vor Ickx und mit 15 Punkten vor Mario Andretti. In der Konstrukteurswertung führte Tyrrell mit fünf Punkten vor Ferrari und mit 18 Punkten vor March.

Mit Stewart (zweimal) und Graham Hill (einmal) traten zwei ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.

Training Für Walker war sowohl ein Lotus 72D als auch ein Lotus 56B mit Gasturbinenantrieb gemeldet. Im 72D sollte er sich während der Trainingseinheiten mit Charlton abwechseln. Da er jedoch damit verunfallte und ihn beschädigte, konnte Charlton keine gezeitete Runde fahren und Walker musste auf den 56B umsteigen, der somit zu seinem ersten Grand-Prix-Einsatz kam.

Wie schon bei den bisherigen Rennen der Saison erreichte Jackie Stewart einen der vorderen Startplätze zwischen mehreren mit Zwölfzylindermotoren ausgestatteten Konkurrenten. Nach Pole-Setter Ickx und Pedro Rodríguez fuhr er die drittschnellste Rundenzeit. Die zweite Startreihe wurde von Clay Regazzoni und Chris Amon gebildet.

Rennen

Am Renntag regnete es und Ickx ging sofort in Führung, gefolgt von Rodríguez, Amon und Stewart. Joseph Siffert, Amon und Stewart drehten sich an verschiedenen Stellen innerhalb der ersten Umläufe auf der regennassen Fahrbahn. Amon schied dabei aus, die anderen beiden verloren den Anschluss an die Spitzengruppe. Regazzoni und Surtees nahmen dort zunächst die Plätze drei und vier ein. Der fünftplatzierte Reine Wisell wurde kurze Zeit später disqualifiziert, nachdem er wegen eines gelockerten Hinterrades rückwärts in die Boxengasse gefahren war. Ebenfalls disqualifiziert wurde Rolf Stommelen wegen eines Frühstarts.

Während viele Piloten mit den Wetterbedingungen nur schwer zurechtkamen, lieferten sich Ickx und Rodríguez an der Spitze ein bemerkenswertes Duell, bei dem die Führung mehrmals wechselte. Erst gegen Ende konnte sich Ickx leicht von seinem Kontrahenten absetzen und gewann schließlich mit knapp acht Sekunden Vorsprung. Regazzoni wurde mit bereits mehr als einer Runde Rückstand auf die beiden Dritter.

Dies war das erste Mal seit dem Großen Preis von Kanada 1967, dass ein Ford-angetriebenes Auto nicht auf einem Podiumsplatz landete. Damit endete die Rekord-Serie von 42 Rennen, in der immer mindestens ein Auto mit Ford-Antrieb unter den ersten drei landete.

Um mit dem Konkurrenten Firestone im Hinblick auf die Weiterentwicklung der im Grand-Prix-Sport neuen Slickreifen mithalten zu können, hatte Goodyear in die Entwicklung eines speziell für den Kurs von Zandvoort geeigneten Slick-Modells investiert. Da das Rennen allerdings bei Regen stattfand, kam der Reifen nicht zum Einsatz. Stattdessen triumphierten ausschließlich Firestone-Piloten, da deren Regenreifen denen von Goodyear deutlich überlegen waren. Der beste Goodyear-Fahrer Jean-Pierre Beltoise erreichte mit fünf Runden Rückstand auf den Sieger Rang neun.Kampf am Limit. Die Formel 1 Chronik 1950–2000, hrsg. v. Willy Knupp, RTL Buchedition: Zeitgeist Verlag: Düsseldorf/Gütersloh 2000, ISBN 3-89748-277-0, S. 159

Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 2 Ferrari 312B2 Ferrari 001/1 3.0 F12 3 3TDie mit einem "T" hinter der Startnummer versehenen Wagen standen ihren jeweiligen Fahrern als T-Car zur Verfügung, kamen jedoch nicht zum Einsatz. Ferrari 312B Ferrari 001 3.0 F12 4 5 Tyrrell 003 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 5T Tyrrell 001 6 Tyrrell 002 8 BRM P160 BRM P142 3.0 V12 9 10 BRM P153 12 Lotus 72D Ford Cosworth DFV 3.0 V8 Walker war auf zwei Fahrzeugen gemeldet: Auf dem Lotus 56B mit der Startnummer 15 und (gemeinsam mit Charlton) auf dem 72D mit der Nummer 12. Da er den 72D im Training beschädigte, stieg er fortan auf den 56B um, während Charlton auf die Teilnahme am gesamten Rennwochenende verzichten musste. 14 15 Lotus 56B Pratt & Whitney STN76 tbn 16 March 711 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 16T Alfa Romeo T33 3.0 V8 18 19 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 20 Matra MS120B Matra MS71 3.0 V12 21 Gene Mason Racing 22 March 711 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 23 Surtees TS9 24 Brabham BT34 25 Brabham BT33 26 McLaren M19A 28 29 Surtees TS9 Stichting Autoraces Nederland 30 Surtees TS7 31 March 711 Anmerkungen

Klassifikationen Startaufstellung Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Ø-Geschwindigkeit Start 1 1:17,42 194,973 km/h 1 2 1:17,46 194,872 km/h 2 3 1:17,64 194,420 km/h 3 4 1:17,98 193,573 km/h 4 5 1:18,46 192,388 km/h 5 6 1:18,70 191,802 km/h 6 7 1:18,71 191,777 km/h 7 8 1:18,91 191,291 km/h 8 9 1:19,00 191,073 km/h 9 10 1:19,11 190,808 km/h 10 11 1:19,16 190,687 km/h 11 12 1:19,54 189,776 km/h 12 13 1:19,73 189,324 km/h 13 14 1:19,74 189,300 km/h 14 15 1:20,01 188,661 km/h 15 16 1:20,07 188,520 km/h 16 17 1:20,26 188,074 km/h 17 18 1:20,32 187,933 km/h 18 19 1:20,35 187,863 km/h 19 20 1:20,61 187,257 km/h 20 21 1:20,79 186,840 km/h 21 22 1:21,83 184,465 km/h 22 23 1:22,07 183,926 km/h 23 24 1:22,19 183,657 km/h 24 – Charlton konnte keine Zeit fahren, da sein Wagen von Walker bei einem Unfall beschädigt wurde. keine Zeit – – Anmerkungen

Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 70 0 1:56:20,0 1 1:34,95 (49.) 2 70 0 + 7,99 2 1:35,90 (50.) 3 69 0 + 1 Runde 4 1:36,83 (42.) 4 68 0 + 2 Runden 13 1:37,53 (45.) 5 68 0 + 2 Runden 7 1:37,59 (46.) 6 68 0 + 2 Runden 8 1:37,90 (48.) 7 66 0 + 4 Runden 9 1:41,38 (40.) 8 65 0 + 5 Runden 21 1:41,98 (47.) 9 65 0 + 5 Runden 11 1:44,72 (43.) 10 65 0 + 5 Runden 16 1:44,60 (43.) 11 65 0 + 5 Runden 3 1:44,99 (46.) 12 63 0 + 7 Runden 14 1:46,73 (26.) – 62 0 NC 15 1:48,45 (30.) – 60 0 NC 24 1:52,32 (37.) – 60 0 NC 23 1:50,84 (16.) – 57 0 DNF 17 1:44,81 (45.) – 39 0 DNF 19 1:47,88 (22.) – 29 0 DNF 12 1:48,65 (28.) – 7 0 DNF 20 1:49,66 (5.) – 5 0 DNF 18 1:51,12 (2.) – 5 0 DNF 22 1:46,00 (5.) – 2 0 DNF 5 1:55,12 (1.) DSQ Stommelen wurde während des Rennens wegen eines Frühstartes disqualifiziert. 19 0 – 10 1:41,42 (17.) DSQ Wisell wurde während des Rennens disqualifiziert, nachdem er wegen eines gelockerten Hinterrades rückwärts in die Boxengasse gefahren war. 17 0 – 6 1:43,42 (16.)DNS Charlton konnte nicht zum Rennen starten, da sein Wagen nach einem Unfall von Walker im Training noch beschädigt war.––––– Anmerkungen

WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2, 1 Punkt(e). Die besten fünf Ergebnisse der ersten sechs Rennen und die besten vier der letzten fünf Rennen zählten zur Meisterschaft. In der Konstrukteurswertung zählten dabei nur die Punkte des bestplatzierten Fahrers eines Teams.

Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 Tyrrell-Ford 242 Ferrari 193 B.R.M.94 Ferrari95 March-Ford96 Ferrari87 Matra68 McLaren-Ford 69 Lotus-Ford310 Surtees-Ford 2 11 Lotus-Ford 212 B.R.M. 113 Matra114 Surtees-Ford115 B.R.M. 016 Surtees-Ford 0 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte17 Surtees-Ford 018 Tyrrell-Ford 019 Brabham-Ford 020 McLaren-Ford 021 Brabham-Ford 022 March-Ford 023 March-Alfa Romeo 0– Brabham-Ford 0– March-Ford 0– Brabham-Ford 0– McLaren-Ford 0– March-Ford 0– March-Ford 0– March-Alfa Romeo 0– Lotus-Pratt & Whitney 0

Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 282 243 94 95 6 Pos. Konstrukteur Punkte6 67 58 39 010 0 Einzelnachweise

Niederlande #1971 Kategorie:Circuit Zandvoort