Peter Klaus Godzik (* 16. Juni 1946 in Flensburg) ist ein deutscher evangelisch-lutherischer Theologe, der als Pastor, Oberkirchenrat, Propst und landeskirchlicher Beauftragter gearbeitet hat. Er ist als Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher, besonders zu den Themenbereichen Hospizarbeit und Trauerbegleitung, hervorgetreten. Er gilt als einer der Wegbereiter der Hospizbewegung im Bereich der Evangelischen Kirche in Deutschland.Zur Geschichte der Hospizarbeit in Deutschland siehe: Oliver Seitz und Dieter Seitz: Die moderne Hospizbewegung in Deutschland auf dem Weg ins öffentliche Bewusstsein. Ursprünge, kontroverse Diskussionen, Perspektiven. Mit einem Begleitwort von Wolfgang U. Eckart. Mit einem Vorwort von Paul Becker und Propst Peter Godzik. Centaurus, Herbolzheim 2002, ISBN 3-8255-0367-4, S. 161 ff.; Michaela Fink: Von der Initiative zur Institution. Die Hospizbewegung zwischen lebendiger Begegnung und standardisierter Dienstleistung. der hospiz verlag, Ludwigsburg 2012, ISBN 978-3-941251-52-6, S. 87 und 175 f.; Andreas Heller, Sabine Pleschberger, Michaela Fink, Reimer Gronemeyer: Die Geschichte der Hospizbewegung in Deutschland. der hospiz verlag, Ludwigsburg 2012, ISBN 978-3-941251-53-3, S. 81, 86 f., 106 u. ö.
Leben und Wirken Seine Vorfahren väterlicherseits (Godzik) stammen aus Nikolai/Oberschlesien, die Vorfahren mütterlicherseits (Ritter) aus Tangeln/Altmark. Peter Godzik ist in der Marinesiedlung (Flensburg-Mürwik) aufgewachsen. Kirchlich wurde er durch örtliche Gruppenarbeit sozialisiert.
Nach dem Abitur im Frühjahr 1966 am Alten Gymnasium Flensburg leistete er zwei Jahre Wehrdienst bei der Luftwaffe. Von 1968 bis 1972 studierte er Evangelische Theologie in Kiel und Hamburg und war zeitweilig Wissenschaftliche Hilfskraft bei dem Alttestamentler Werner H. Schmidt. Weitere akademische Lehrer waren in der Hebräischen Sprache Werner Vollborn, im Neuen Testament Horst Robert Balz und Jürgen Becker, in der Systematischen Theologie Hans-Joachim Birkner, in der Kirchengeschichte Peter Meinhold, in der Praktischen Theologie Joachim Scharfenberg und Peter Cornehl. Das Vikariat führte ihn für ein Jahr nach Bogotá/Kolumbien und zwei weitere Jahre (nach dem neuen Preetzer ModellGothart Magaard: Das „Preetzer Modell“. Skizze seiner Entwicklung. In: Gothart Magaard / Gerhard Ulrich (Hrsg.): 100 Jahre Predigerseminar Preetz. Eine Festschrift. Luth. Verlagsgesellschaft, Kiel 1996, S. 63–84; Kurzdarstellung Das Preetzer Modell; Fernsehbeitrag im NDR: „Wo, bitte, geht der Weg zur Kanzel?“ Vikarsausbildung 1976) wieder zurück nach Kiel. Er wurde am 26. Oktober 1975 in der Kieler Nikolaikirche von Bischof Friedrich Hübner ordiniert.
Von 1975 bis 1987 war er Gemeindepastor in Büdelsdorf (in dieser Zeit auch zeitweilig Mitglied der Nordelbischen Synode und der Generalsynode der VELKD), von 1987 bis 1993 Oberkirchenrat im Lutherischen Kirchenamt der VELKD in Hannover (in dieser Zeit Herausgeber zahlreicher Texte aus der VELKDTexte aus der VELKD von Peter Godzik. pkgodzik.de. Abgerufen am 7. Oktober 2016.), von 1993 bis 1997 Pastor am Schleswiger Dom, von 1998 bis 2007 Propst des Ev.-Luth. Kirchenkreises Herzogtum Lauenburg mit Sitz in Ratzeburg (in dieser Zeit Vorsitzender der Lauenburg-Ratzeburgischen Bibelgesellschaft und der Nordelbischen Bibelgesellschaften, Mitglied des Verwaltungsrats der Deutschen Bibelgesellschaft und des Kuratoriums der Luther-Akademie Ratzeburg sowie Vorsitzender des Fördervereins für das Ernst-Barlach-Museum „Altes Vaterhaus“), von 2008 bis 2011 Beauftragter der Nordelbischen Ev.-Luth. Kirche für die Begleitung Sterbender (in Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk Schleswig-Holstein) mit Sitz in Rendsburg.
Seit dem 1. Juli 2011 befindet er sich im Ruhestand und wohnt seit September 2025 im Seniorenzentrum Robert-Koch-Park in Mölln.
Eine seiner vier Töchter, die Juristin Anna von Notz (* 1984), ist mit Konstantin von Notz verheiratet und seit 2021 Ratsmitglied der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).
Ihre Zwillingsschwester, die promovierte Biomedizinerin Katharina Jakob, arbeitet als Oberregierungsrätin im Bundesgesundheitsministerium in Berlin.
Hospizarbeit Als Referent im Lutherischen Kirchenamt der VELKD in Hannover bereitete Godzik die Lutherische Generalsynode 1988 zum Thema „Sterbende begleiten“ in Veitshöchheim bei Würzburg vor. In der Nacharbeit zu dieser Synode entstand unter seiner Leitung die erste kirchliche Erklärung zur Hospizarbeit im Raum der Evangelischen Kirche in DeutschlandLutherisches Kirchenamt (Hg.), „Hospiz-Bewegung“. Ein Arbeitsbericht für die Generalsynode der VELKD (Texte aus der velkd 39/1990), Hannover: Lutherisches Kirchenamt 7. Aufl. 1996 (online auf pkgodzik.de) (PDF; 130 kB), der weitere ErklärungenCeller Erklärung 1991 (online auf pkgodzik.de) und Tübinger Erklärung 1992 (online auf pkgodzik.de) und GrundlagentextePeter Godzik, Die Hospizbewegung in der Bundesrepublik Deutschland. Eine Dokumentation (Texte aus der velkd 47/1992), Hannover: Lutherisches Kirchenamt 3. Aufl. 1992 (online auf pkgodzik.de) (PDF; 296 kB) folgten.
Er entwickelte zusammen mit einer Projektgruppe im Gemeindekolleg der VELKD in Celle das „Celler Modell zur Vorbereitung Ehrenamtlicher in der Sterbebegleitung“, das 1993 in erster Auflage als Buch erschien und in den folgenden Jahren sowohl vom Gemeindekolleg der VELKD als auch von der Malteser Hospizarbeit auf Bundesebene in Kursen für Multiplikatoren eingesetzt wurde. Das überarbeitete Curriculum des Celler Modells wird unter dem Titel Sterbende begleiten lernen seit Dezember 2017 von der Bundesakademie für Kirche und Diakonie in Berlin verantwortet.
Zeitweilig war Godzik Mitglied im Beirat für den Hospizverein im Bistum Hildesheim und im Bundesvorstand der Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz (jetzt: Deutscher Hospiz- und PalliativVerband). Er gründete nach seiner Rückkehr nach Schleswig den „Ambulanten Hospizdienst Schleswig“ und dessen Förderverein. Die Satzung für den „Hospizverband Schleswig-Holstein“ wurde von Godzik entwickelt,Zur Geschichte der Hospizarbeit in Schleswig-Holstein (online auf pkgodzik.de) (MS Word; 154 kB) außerdem war er an der Vorbereitung mehrerer „Nordischer Hospiz- und Palliativtage“Programme der Nordischen Hospiz- und Palliativtage (online auf pkgodzik.de) (PDF; 1,7 MB) in der Akademie Sankelmark beteiligt. Er war Beiratsmitglied im Verein „Kinder auf Schmetterlingsflügeln“ in Pansdorf bei Lübeck. Im Jahr 2009 nahm er mit Erfolg an der berufsbegleitenden Weiterbildung „Palliative Care für psychosoziale Berufsgruppen“ an der Palliative Care Akademie Hamburg im DFAPalliative Care Akademie im DFA. Website der Diakonie Hamburg. Abgerufen am 7. Oktober 2016. teil. Godzik war Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (Sektion „Seelsorge“) und Einzelmitglied sowohl im Deutschen Hospiz- und Palliativverband als auch im Hospiz- und Palliativverband Schleswig-Holstein.
Trauerbegleitung Als Nordelbischer Beauftragter für die Begleitung Sterbender stellte er dem „Celler Modell zur Vorbereitung Ehrenamtlicher in der Sterbebegleitung“ einen ähnlich strukturierten Kurs zur Vorbereitung Ehrenamtlicher in der Trauerbegleitung an die Seite, der in den Diakonischen Werken Schleswig-Holstein in Rendsburg und Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin sowie bei der Bundesakademie für Kirche und Diakonie in Berlin unterrichtet wurde.
Seelsorge Auch zu einer biblisch begründeten Seelsorge-Theorie hat er mehrfach Ausarbeitungen vorgelegt: Seelsorge im Alten und Neuen Testament, Bibelarbeit 1996 (online auf pkgodzik.de) (PDF; 131 kB). Seelsorge in der Nachfolge Jesu. Eine Meditation zu Lukas 24,13-35. Zuerst vorgetragen im Rahmen eines Seelsorgekurses für Vikare am 6. September 1983 in Schleswig, inspiriert von einem Text von Joachim Scharfenberg: Seelsorge als Konflikthilfe (online auf pkgodzik.de); als Strukturentwurf für den Grundkurs eingebracht in die Arbeit am Projekt „Sterbende begleiten – Seelsorge der Gemeinde“ in den Jahren 1988–1993 im Gemeindekolleg der VELKD in Celle; veröffentlicht in: Andreas Ebert / Peter Godzik (Hg.): Verlaß mich nicht, wenn ich schwach werde. Kursleitungs-Handbuch für das Projekt „Sterbende begleiten – Seelsorge der Gemeinde“, Hamburg: E.B.-Verlag 2003, S. 15–17; jetzt in: Peter Godzik (Hrsg.): Die Kunst der Sterbebegleitung. Handbuch zur Begleitung Schwerkranker und Sterbender, Rosengarten b. Hamburg: Steinmann 2013, S. 16–18. Das lösende Wort. Eine Meditation zur Beichte. Zuerst veröffentlicht in: Verlaß mich nicht, wenn ich schwach werde. Kursleitungs-Handbuch für das Projekt „Sterbende begleiten – Seelsorge der Gemeinde“, herausgegeben im Auftrag der VELKD von Andreas Ebert und Peter Godzik; zweite Auflage, durchgesehen und ergänzt von Peter Godzik und Wolfgang Weiß, E.B.-Verlag Hamburg 1996, S. 79–88 (online auf pkgodzik.de); jetzt in: Peter Godzik (Hrsg.): Sterbebegleitung – herzlich und zugewandt. Steinmann, Rosengarten b. Hamburg 2012, S. 16–26. Die Heilung des Gelähmten. Eine Meditation zu Markus 2,1-12 (zusammen mit Wolfgang Weiß). Zuerst veröffentlicht in: Verlaß mich nicht, wenn ich schwach werde ..., E.B.-Verlag Hamburg 1996, S. 76–78 (online auf pkgodzik.de); jetzt in: Peter Godzik (Hrsg.): Sterbebegleitung – herzlich und zugewandt. Steinmann, Rosengarten b. Hamburg 2012, S. 39–41. Seelsorge bei Luther, 1996 (online auf pkgodzik.de) (PDF; 66 kB) Moderne Seelsorgekonzepte, zusammengestellt von Peter Godzik, 1996 (überarbeitet 2011) (online auf pkgodzik.de) (PDF-Datei; 174 kB).
Auszeichnungen 27. Juni 2011: Kronenkreuz der Diakonie in Gold
Veröffentlichungen Texte aus der VELKD „Hospiz-Bewegung“. Ein Arbeitsbericht für die Generalsynode der VELKD (zusammen mit Ursula Böning, Brigitte Delbrück, Lora Herrmann, Wolf-Dietmar Szepan; Hermann Barth, Hans-Ulrich Minke, Gregor Spieß; Ulrich Eibach, Petra Muschaweck-Kürten) (Texte aus der VELKD 39/1990), Hannover: Lutherisches Kirchenamt 7. Aufl. 1996 (online auf pkgodzik.de). Die Hospizbewegung in der Bundesrepublik Deutschland. Eine Dokumentation (Texte aus der VELKD 47/1992), Hannover: Lutherisches Kirchenamt 3. Aufl. 1992 (im Katalog der DNB). Bericht vom Dialog velkd / Mennoniten 1989 bis 1992 (Texte aus der VELKD 53/1993), Hannover: Lutherisches Kirchenamt 1993 (online auf pkgodzik.de). Material über die Täuferbewegung zum Dialog velkd / Mennoniten 1989 bis 1992 (Texte aus der VELKD Nr. 54/1993), Hannover: Lutherisches Kirchenamt 1993 (im Katalog der DNB). Sterbenden Freund sein. Texte aus der seelsorgerlichen und liturgischen Tradition der Kirche (Texte aus der VELKD 55/1993), Hannover: Luth. Kirchenamt 1993 (im Katalog der DNB).
Als Autor und Herausgeber Von der Begleitung Sterbender. Referate und Beschlüsse der Generalsynode der VELKD in Veitshöchheim 1988. Hrsg. zusammen mit Jürgen Jeziorowski. Lutherisches Verlagshaus, Hannover 1989, ISBN 3-7859-0582-3. Laßt mich doch zu Hause sterben! Hrsg. zusammen mit Petra Muschaweck. Gerd Mohn, Gütersloh 1989, ISBN 3-579-02162-1. Verlaß mich nicht, wenn ich schwach werde. Handbuch zur Begleitung Schwerkranker und Sterbender im Rahmen des Projekts „Sterbende begleiten – Seelsorge der Gemeinde“. Hrsg. zusammen mit Andreas Ebert. E.B.-Verlag Rissen, Hamburg 1993, ISBN 3-923002-66-1. Verlaß mich nicht, wenn ich schwach werde. Kursleitungs-Handbuch für das Projekt „Sterbende begleiten – Seelsorge der Gemeinde“. Hrsg. zusammen mit Andreas Ebert. E.B.-Verlag Rissen, Hamburg 1993, 2. Auflage 1996 (hrsg. zusammen mit Wolfgang Weiß) Hoffnungsbilder gegen den Tod. Zusammen mit Reinhard Brandt und Ulrich Kühn. Lutherisches Verlagshaus, Hannover 1994, ISBN 3-7859-0680-3. Du bist nicht allein. Ermutigung in Tagen der Krankheit. Gütersloher, Gütersloh 1995, ISBN 3-579-01343-2 / Kiefel 1998, ISBN 3-579-06153-4.