Der Große Preis von Südafrika 1971 (offiziell Fifth AA Grand Prix of South Africa) fand am 6. März auf dem Kyalami Grand Prix Circuit in Midrand statt und war das erste Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1971.
Berichte Hintergrund Gegen Ende der Saison 1970 hatten sich die damals neuen Tyrrell-Rennwagen sowie der Ferrari 312B als die besten Autos im Feld erwiesen. Ken Tyrrell behielt sein Stammfahrer-Duo Jackie Stewart und François Cevert für die Saison 1971 bei. Auch Ferrari trat weiterhin mit den Stammfahrern Jacky Ickx und Clay Regazzoni an. Ignazio Giunti war am 10. Januar beim 1000-Kilometer-Rennen von Buenos Aires ums Leben gekommen und wurde in seiner Funktion als dritter Ferrari-Werksfahrer durch Mario Andretti ersetzt.
Bei Lotus kam eine weiterentwickelte Version des Typ 72 zum Einsatz, der von den Stammfahrern Emerson Fittipaldi und Reine Wisell pilotiert wurde. Im Team McLaren behielten ebenfalls Denis Hulme und Peter Gethin ihre Positionen als Werksfahrer.
Rob Walker entschied sich aus finanziellen Gründen gegen eine weitere Saison mit seinem Privatteam und beteiligte sich stattdessen indirekt mit Sponsorengeldern am Team Surtees, wo neben dem Gründer John Surtees der von Brabham abgeworbene Rolf Stommelen zweiter Stammfahrer wurde. Der über Rob Walkers Rückzug wenig erfreute Graham Hill wechselte zum Brabham-Team, welches nach Jack Brabhams Karriereende nun von Ron Tauranac alleine geleitet wurde.
Die March-Cockpits wurden aufgrund des Weggangs beider Vorjahres-Werksfahrer neu besetzt, wobei Ronnie Peterson die Rolle des Stammfahrers übernahm, zunächst an der Seite von Andrea de Adamich und Àlex Soler-Roig, wobei de Adamich seinen Einsatz von Alfa-Romeo-Motoren weiterführte, den er im Vorjahr bei McLaren begonnen hatte.
Einer der Piloten, die noch im Vorjahr bei March unter Vertrag gestanden hatten, war Joseph Siffert, der nun gemeinsam mit dem Formel-1-Neuling Howden Ganley das Stammfahrer-Duo bei B.R.M. bildete, während auch Pedro Rodríguez weiterhin für dieses Team fuhr.
Chris Amon war am 24. Januar mit einem Sieg bei dem nicht zur Weltmeisterschaft zählenden Großen Preis von Argentinien als neuer Matra-Werksfahrer in eine vielversprechende Saison gestartet, ganz im Gegensatz zu seinem Teamkollegen Jean-Pierre Beltoise, dem aufgrund seiner Beteiligung an Ignazio Giuntis tödlichem Unfall zwei Wochen zuvor an gleicher Stelle die Rennlizenz entzogen worden war. Aufgrund dessen durfte er in Südafrika nicht an den Start gehen.
Surtees bestritt seinen 100. Grand Prix, Rodríguez seinen 50.
Mit Stewart, Rodríguez und Hill (jeweils einmal) traten drei ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.
Training Stewart, dessen Team aufgrund des Formel-1-Ausstiegs von Dunlop auf Goodyear-Reifen umgestiegen war, erzielte mit mehr als einer halben Sekunde Vorsprung die schnellste Trainingszeit und startete neben Amon und Regazzoni aus der ersten Reihe. Die zweite Reihe wurde von Andretti und Fittipaldi gebildet, während Surtees, Hulme und Ickx sich die dritte Reihe teilten. Somit waren alle drei Ferrari erwartungsgemäß innerhalb der ersten drei Startreihen zu finden.
Für eine Überraschung sorgte der Gaststarter Dave Charlton, der sich als Zwölfter qualifizieren konnte und somit einige erfahrene Stammpiloten hinter sich ließ.
Nach drei vergeblichen Versuchen im Vorjahr konnte sich Soler-Roig erstmals für einen Grand Prix qualifizieren.
Rennen
Da Stewart einen schlechten Start hatte, ging Regazzoni vor Fittipaldi, Ickx und Hulme in Führung, während Stewart auf Platz sieben zurückfiel. Noch schlechter gestartet waren Surtees und Amon, die sich auf den Plätzen 11 beziehungsweise 14 wiederfanden.
Hulme war zunächst der schnellste Fahrer im Feld und kämpfte sich in Runde 17 an die Spitze. Er blieb dort bis zur Runde 76, als er wegen eines Aufhängungsdefektes einen Boxenstopp einlegen musste. Andretti, der sich inzwischen auf Rang zwei vorgearbeitet hatte, übernahm fortan die Führung und setzte sie in seinen ersten Grand-Prix-Sieg um. Stewart konnte noch den zweiten Platz vor Regazzoni erobern und somit einen Ferrari-Doppelsieg verhindern.
Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 2 Lotus 72C Ford Cosworth DFV 3.0 V8 3 4 Ferrari 312B Ferrari 001 3.0 F12 5 6 7 March 711 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 26 8 Alfa Romeo T33 3.0 V8 9 Tyrrell 001 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 10 Tyrrell 002 11 McLaren M19A 12 McLaren M14A 14 Brabham BT33 15 16 BRM P160 BRM P142 3.0 V12 16TDie mit einem "T" hinter der Startnummer versehenen Wagen standen ihren jeweiligen Fahrern als T-Car zur Verfügung, kamen jedoch nicht zum Einsatz. BRM P153 17 27 29 Matra MS120B Matra MS71 3.0 V12 20 Surtees TS9 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 20T Surtees TS7 21 28 22 March 701 Ecurie Bonnier 23 McLaren M7C Team Gunston 24 March 701 25 Brabham BT26A Anmerkungen
Klassifikationen Startaufstellung Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Ø-Geschwindigkeit Start 1 1:17,8 189,902 km/h 1 2 1:18,4 188,449 km/h 2 3 1:18,7 187,731 km/h 3 4 1:19,0 187,018 km/h 4 5 1:19,1 186,781 km/h 5 6 1:19,1 186,781 km/h 6 7 1:19,1 186,781 km/h 7 8 1:19,2 186,545 km/h 8 9 1:19,2 186,545 km/h 9 10 1:19,3 186,310 km/h 10 11 1:19,6 185,608 km/h 11 12 1:19,8 185,143 km/h 12 13 1:19,9 184,911 km/h 13 14 1:19,9 184,911 km/h 14 15 1:20,1 184,449 km/h 15 16 1:20,2 184,219 km/h 16 17 1:20,2 184,219 km/h 17 18 1:20,2 184,219 km/h 18 19 1:20,5 183,533 km/h 19 20 1:21,7 180,837 km/h 20 21 1:21,9 180,396 km/h 21 22 1:22,2 179,737 km/h 22 23 1:22,3 179,519 km/h 23 24 1:23,7 176,516 km/h 24 25 1:25,8 172,196 km/h 25
Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 79 0 1:47:35,5 4 1:20,3 (73.) 2 79 0 + 20,9 1 1:21,0 (65.) 3 79 0 + 31,4 3 1:21,2 (3.) 4 79 0 + 1:09,4 14 1:21,1 (10.) 5 78 0 + 1 Runde 2 1:21,5 (69.) 6 78 1 + 1 Runde 7 1:20,8 (67.) 7 78 0 + 1 Runde 17 1:22,0 (10.) 8 78 1 + 1 Runde 8 1:21,2 (13.) 9 77 0 + 2 Runden 19 1:21,6 (64.) 10 77 1 + 2 Runden 13 1:21,6 (4.) 11 77 0 + 2 Runden 18 1:23,2 (14.) 12 77 0 + 2 Runden 15 1:22,9 (6.) 13 75 0 + 4 Runden 22 1:25,1 (6.) – 58 0 DNF 5 1:20,8 (11.) – 56 0 DNF 6 1:21,1 (11.) – 45 0 DNF 9 1:21,6 (39.) – 42 0 DNF 24 1:22,9 (12.) – 33 0 DNF 10 1:21,5 (3.) – 31 0 DNF 16 1:22,5 (3.) – 31 0 DNF 12 1:21,1 (16.) – 30 0 DNF 21 1:21,5 (10.) – 22 0 DNF 20 1:23,4 (50.) – 7 0 DNF 11 1:23,0 (4.) – 5 1 DNF 23 1:23,8 (3.) – 5 0 DNF 25 1:25,2 (5.)
WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2, 1 Punkt(e). Die besten fünf Ergebnisse der ersten sechs Rennen und die besten vier der letzten fünf Rennen zählten zur Meisterschaft. In der Konstrukteurswertung zählten dabei nur die Punkte des bestplatzierten Fahrers eines Teams.
Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 Ferrari 92 Tyrrell-Ford63 Ferrari 44 Lotus-Ford35 Matra26 McLaren-Ford17 Surtees-Ford08 Ferrari0 9 Brabham-Ford 010 March-Ford 011 March-Ford 012 Surtees-Ford013 March-Alfa Romeo0 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte– Lotus-Ford 0– Surtees-Ford 0– Tyrrell-Ford 0– B.R.M. 0– B.R.M. 0– Brabham-Ford 0– B.R.M. 0– March-Ford 0– Brabham-Ford 0– McLaren-Ford 0– McLaren-Ford 0– March-Ford 0
Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 92 63 34 25 1 Pos. Konstrukteur Punkte6 07 08 09 0– 0
Einzelnachweise
#1971 Sudafrika Kategorie:Sportveranstaltung in der City of Johannesburg Metropolitan Municipality Kategorie:Kyalami Grand Prix Circuit