mini|Alexander Häusler 2015 in Wuppertal Alexander Häusler (* 12. August 1963; † 9. Juli 2026) war ein deutscher Sozialwissenschaftler. Er arbeitete als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsschwerpunkt Rechtsextremismus/Neonazismus der Fachhochschule Düsseldorf. Häusler beschäftigte sich schwerpunktmäßig mit Islamfeindlichkeit und Rechtspopulismus und war Mitherausgeber der wissenschaftlichen Reihe Edition Rechtsextremismus bei Springer VS.

Leben Wissenschaftlicher Werdegang Häusler war Diplom-Sozialwissenschaftler.siehe Autorenverzeichnis in: Gideon Botsch, Olaf Glöckner, Christoph Kopke, Michael Spieker (Hrsg.): Islamophobie und Antisemitismus – ein umstrittener Vergleich (= Europäisch-jüdische Studien, Kontroversen. Band 1). De Gruyter, Berlin u. a. 2002, ISBN 3-11-026510-9, S. 256. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter des Seminars für Sozialwissenschaften/Abteilung für Politikwissenschaft (heute Institut für Vergleichende Bildungsforschung und Sozialwissenschaften – Politikwissenschaft, Bildungspolitik und Politische BildungInstitut für Vergleichende Bildungsforschung und Sozialwissenschaften – Politikwissenschaft, Bildungspolitik und Politische Bildung, Universität zu Köln, abgerufen am 1. Februar 2015.) der Universität zu Köln. Bereits in Köln beschäftigte er sich mit Rechtsextremismus; so leitete er eine Projektgruppe zum Thema.Christoph Butterwegge: Einleitung. In: Christoph Butterwegge u. a.: Themen der Rechten – Themen der Mitte. Zuwanderung, demografischer Wandel und Nationalbewusstsein. Leske + Budrich, Opladen 2002, ISBN 3-8100-3419-3, S. 8.

Er wechselte dann als wissenschaftlicher Mitarbeiter an die Arbeitsstelle Neonazismus der Fachhochschule Düsseldorf, die heute unter dem Namen Forschungsschwerpunkt Rechtsextremismus/Neonazismus firmiert. Häusler forschte und publizierte dort hauptsächlich zu den Themenkomplexen Rechtspopulismus und Autonome Nationalisten., FH Düsseldorf, abgerufen am 1. Februar 2015. Darüber hinaus beschäftigte er sich mit den Forschungsschwerpunkten extreme Rechte in Deutschland und Europasiehe authors in: Humayun Ansari, Farid Hafez (Hrsg.): From the far right to the mainstream. Islamophobia in party politics and the media. Campus-Verlag, Frankfurt am Main 2012, ISBN 978-3-593-39648-4, S. 207. sowie der Konflikt- und Integrationsforschung.siehe Autorinnen und Autoren in: Jan Schedler, Alexander Häusler: Autonome Nationalisten. Neonazismus in Bewegung Eine neue Generation von Neonazis auf dem Vormarsch? (= Edition Rechtsextremismus). VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-531-17049-7, S. 325.

Er veröffentlichte in diesem Bereich seit den 2000er Jahren wissenschaftliche Bücher und Beiträge. Häusler publizierte auch in wissenschaftlichen Fachzeitschriften wie im Forschungsjournal Soziale Bewegungen und in der Zeitschrift für Geschichtswissenschaft. Ferner war er seit 2011 mit Fabian Virchow, dem Leiter des Forschungsschwerpunkts, Herausgeber der beim Springer VS (vormals VS Verlag für Sozialwissenschaften) erscheinenden sozial- und politikwissenschaftlichen Reihe Edition Rechtsextremismus.Edition Rechtsextremismus, Springer VS, abgerufen am 1. Februar 2015.

Häusler starb am 9. Juli 2026 im Alter von 62 Jahren nach langer, schwerer Krankheit.

Öffentliche Auftritte und publizistische Tätigkeit mini|Alexander Häusler (rechts) am 1. Juli 2016 in einer Podiumsdiskussion an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf zum Tag gegen antimuslimischen RassismusRat muslimischer Studierender e. V. (Hrsg.): Tag gegen antimuslimischen Rassismus: Warum wir diesen Tag brauchen, abgerufen am 2. Juli 2017., u. a. mit Ali Baş, MdL (B’90/Die Grünen, links). Häusler galt überregionalen Medien (u. a. Handelsblatt Online,dpa: (Interview). Handelsblatt Online vom 15. Juli 2013. WirtschaftsWoche OnlineKonrad Fischer: „Eindeutig rechtspopulistisch, aber nicht rechtsextrem“ (Interview). Wirtschaftswoche Online, 9. Oktober 2013.), öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten (u. a. Bayerischer Rundfunk,Christoph Gurk: (Interview). BR Puls, 17. April 2013. tagesschau.de,Patrick Gensing: „Die Gefahr liegt in der Verrohung der Politik“ (Interview). tagesschau.de, 12. März 2013.Patrick Gensing: „Es gibt Platz für eine rechte Sammlungspartei“ (Interview). tagesschau.de, 10. September 2010. WDR-Studio Düsseldorf,Benjamin Sartory: (Interview) DeutschlandfunkMarina Schweizer: „Erinnert an Rechtsextremismus in den 90ern“ (Interview). Deutschlandfunk, 12. Dezember 2014.Christiane Kaess: „Keine organisierte neue Kraft“ (Interview). Deutschlandfunk, 24. April 2014. und Deutschlandradio KulturKatrin Heise: „Dieser Rechtsaußen-Splitterpartei ist ein medialer Coup geglückt“ (Interview). Deutschlandradio Kultur, 19. September 2012.Stephan Karkowsky: „Neue Form der Agitation von Rechtsaußen“ (Interview). Deutschlandradio Kultur, 19. September 2008.) und staatlichen Bildungsinstitutionen wie der Bundeszentrale für politische BildungThomas Hummitzsch: Interview: Rechtsextremismus auf dem Vormarsch. In: Newsletter Migration und Bevölkerung. hrsg. durch das Netzwerk Migration in Europa, 10. Dezember 2012. und den Landeszentralen für politische BildungWillkommenskultur: Schreckgespenst Islamisierung. Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung, März 2015, abgerufen am 8. Juni 2015. als Experte für den Bereich Rechtsextremismus und Rechtspopulismus und Themen wie Autonome Nationalisten, Identitäre Bewegung, Alternative für Deutschland, Mahnwachen für den Frieden, Pegida und Pro-Bewegung. Er veröffentlichte u. a. zum NPD-Verbotsverfahren und zum Rechtspopulismus 2015 im Meinungs- und Debattenmagazin The EuropeanAlexander Häusler, The European, abgerufen am 2. Februar 2015. und gemeinsam mit Fabian Virchow zum norwegischen Rechtsterroristen Anders Behring Breivik auf Zeit Online.Alexander Häusler, Fabian Virchow: Breiviks profane Apokalypsen. Zeit Online, 26. Juli 2011. Für den Atlas der Globalisierung von Le Monde diplomatique verfasste er einen Beitrag zum Rechtsradikalismus in Europa und für das Dossier Rechtsextremismus der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) einen Aufsatz zur Muslimfeindlichkeit.Alexander Häusler: Muslimfeindlichkeit als rechtsextremes Einfallstor. bpb.de, 17. März 2014. Beiträge Häuslers finden sich auch in spezifischen Medien der politischen Linken wie im Wissenschaftsmagazin Forum Wissenschaft und in der Fachzeitschrift Sozialismus, in der Institutszeitschrift DISS-Journal und in antifaschistischen Blättern u. a. Lotta, Antifaschistisches Infoblatt und Der Rechte Rand sowie in Broschüren von regionalen Bündnissen und Initiativen gegen Rechtsextremismus und für den Interkulturellen Dialog. Beispielsweise war er Mitautor des Lexikons von Netz gegen Nazis, dem Internetportal der Amadeu Antonio Stiftung.Impressum, Netz gegen Nazis, abgerufen am 9. Februar 2015. In diesen Netzwerken befassen sich die Texte schwerpunktmäßig mit rechtspopulistischen Parteien, Ideologien und Aktionsfeldern.

Häusler vertrat den Arbeitskreis der Ruhrgebietsstädte gegen rechtsextreme Tendenzen bei Jugendlichen im Beirat des Informations- und Dokumentationszentrums für Antirassismusarbeit in Nordrhein-Westfalen. , Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit in Nordrhein-Westfalen Bildungseinrichtungen wie die Friedrich-Ebert-StiftungErwin Siebenborn: Wie gefährlich sind Europas Rechte? In: Rhein-Zeitung. 13. Februar 2014, S. 17.Andreas Schröder: Getarnt als Bürgerinitiative – Friedrich-Ebert-Stiftung informiert über Formen des Rechtspopulismus. In: Allgemeine Zeitung, 4. Juni 2008. luden ihn wiederholt zu Vorträgen und Podiumsdiskussionen ein.

Wissenschaftliches Werk Seine Thesen werden in der Politikwissenschaft, insbesondere in der Parteien- und Populismusforschung, aufgegriffen.

Häusler beschäftigte sich zunächst mit Diskursen der politischen Rechten und macht hier als wesentliches Themengebiet die „deutsche Identität“ aus.Birgit Rommelspacher: Der Hass hat uns geeint. Junge Rechtsextreme und ihr Ausstieg aus der Szene. Campus, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-593-38030-7, S. 110 f. So nutzen bis dato Rechtsextremisten Nationalmythen wie den um Hermann den Cherusker als „Chiffre für nationale Identitätskonstruktionen“.Jonathan Roth: 2000 Jahre Varusschlacht – Jubiläum eines Mythos? Eine kulturanthropologische Fallstudie zur Erinnerungskultur (= Mainzer Beiträge zur Kulturanthropologie, Volkskunde. Band 5). Waxmann, Münster u. a. 2012, ISBN 978-3-8309-2704-4, S. 73 ff. Allerdings nutzten auch konservative Politiker und Medien einzelne positiv umgedeutete Bestandteile. Häusler sieht einen direkten Zusammenhang zwischen der Nationalstolz- und der Leitkultur-Debatte. Die Asyldebatte der 1990er Jahre sei Eisbrecher für Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen und anderswo gewesen, da sie ein klares Feindbild geschaffen habe.

Genauso wie Florian Hartleb konnte Häusler Gemeinsamkeiten zwischen dem Rechtsextremismus und Rechtspopulismus aufzeigen. Er vertrat, ähnlich wie Richard Stöss, dass es sich beim Rechtspopulismus um ein „Stilmittel der Modernisierung“ der extremen Rechten handelt.Richard Stöss: Der rechte Rand des Parteiensystems. In: Oskar Niedermayer (Hrsg.): Handbuch Parteienforschung. Springer VS, Wiesbaden 2013, S. 579. Gemeinsam mit Christoph Butterwegge erkannte Häusler eine „Wechselbeziehung der Mitte und Peripherie“ und sprach daher nicht vom Extremismus der Mitte, sondern von der „Erosion der politischen Mitte“.Klaus Schroeder: Rechtsextremismus und Jugendgewalt in Deutschland. Ein Ost-West-Vergleich. Schöningh, Paderborn u. a. 2003, ISBN 3-506-71751-0, S. 110.

Häusler konstatierte, dass Islamkritik in Europa seit den Terroranschlägen am 11. September 2001 mehr und mehr an Zuspruch gewonnen habe.Wolfgang Aschauer: Die Wahrnehmung von Umbrüchen, Ungleichheiten und Unsicherheitenals neue Erklärungsfaktoren der Fremden- und Islamfeindlichkeitin Europa. In: Elisabeth Klaus, Clemens Sedmak, Ricarda Drüeke, Gottfried Schweige (Hrsg.): Identität und Inklusion im europäischen Sozialraum (= VS research). VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2010, ISBN 978-3-531-17682-6, S. 105. Er sah speziell im Streit um den Bau von Minaretten und Moscheen eine Thematik, die auch von rechtspopulistischen Parteien instrumentalisiert werde.Farid Hafez: Islamophober Populismus. Moschee- und Minarettbauverbote österreichischer Parlamentsparteien (= VS research). VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2010, ISBN 978-3-531-17152-4, S. 20. Populisten würden kulturrassistisches Vokabular benutzen.Wolfgang Benz: Vorurteile gegen Muslime – Feindbild Islam. In: Anton Pelinka (Hrsg.): Vorurteile. Ursprünge, Formen, Bedeutung. De Gruyter, Berlin u. a. 2012, ISBN 978-3-11-026839-3, S. 213. Zentral ist die Warnung vor der vermeintlichen „Islamisierung Europas“.Sebastian Edathy, Bernd Sommer: Die zwei Gesichter des Rechtsextremismus in Deutschland – Themen, Machtressourcen und Mobilisierungspotentiale der extremen Rechten. In: Stephan Braun, Alexander Geisler, Martin Gerster (Hrsg.): Strategien der extremen Rechten. Hintergründe – Analysen – Antworten. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-531-15911-9, S. 45. Für die politische Rechte sind Kampagnen mit derartigen Bezügen zu einem „propagandistische[n] Erfolgsrezept“ geworden. Namentlich nennt er etwa die NPD, die Republikaner, Pro Köln und Pro NRW.