Der Bundespokal (bis 1918 Kronprinzenpokal) war ein deutscher Fußballwettbewerb, bei dem die Auswahlmannschaften der Regionalverbände des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) im Pokalmodus gegeneinander antraten. Nachdem sich die Regionalverbände auf Druck der Nationalsozialisten 1933 aufgelöst hatten, wurde noch im selben Jahr erstmals der Reichsbundpokal organisiert, an dem die Repräsentativmannschaften der Sportgaue (einige hießen ab 1939 „Sportbereiche“) des Reichsbundes für Leibesübungen teilnahmen. Er wurde kriegsbedingt 1942 eingestellt.1933, und nur in dem Jahr, hieß der Wettbewerb „Adolf-Hitler-Pokal“, 1934 „Kampfspielpokal“; unter letzterer Bezeichnung war er auch schon 1922, 1926 und 1930 jeweils zusätzlich als Programmteil der Deutschen Kampfspiele ausgetragen worden.

1949/50 gab es einen ersten Länderpokal, an dem die Landesauswahlteams aus dem DFB-Bereich (mit Vertragsspielern) und der DDR teilnahmen. Seit 1950/51 waren nur noch die Amateurmannschaften der Landesverbände zugelassen, der Wettbewerb hieß dementsprechend „Amateur-Länderpokal des DFB“. Die DDR meldete fortan keine Teams mehr.

1969/70 versuchte der DFB, den einstigen Bundespokal noch einmal wiederzubeleben, jedoch fand der DFB-Regionalpokal kaum Publikums- und Medieninteresse. Der Wettbewerb wurde nach der Vorrunde nicht fortgesetzt.

Trophäe Der Pokal wurde auf dem Bundestag des DFB vom 1. bis 2. Februar 1908 durch Kronprinz Wilhelm gestiftet.Der Rasensport. Berlin, VI. Jahrgang, vom 5. Februar 1908, Rubrik: Allgemeine sportliche Übersicht. Er ist silbern und hat zwei überlange Henkel. Oben am Rand stehen die Bereiche (Verbände) namentlich und in römischen Zahlen nummeriert. Darunter, getrennt durch Linien, steht: Seine Kaiserliche und Königliche Hoheit Wilhelm, Kronprinz des Deutschen Reiches und von Preußen (dies steht in deutscher Kurrentschrift geschrieben) stiftete im Jahre 1908 diesen Pokal als Wanderpreis für Fußball-Wettspiele zwischen den repräsentativen Mannschaften der Landesverbände des Deutschen Fußball-Bundes (in Druckschrift).

Teilnehmende Verbände bis 1933 Verband Süddeutscher Fußball-Vereine, ab 1914 Süddeutscher Fußball-Verband, ab 1927 Süddeutscher Fußball- und Leichtathletik-Verband Verband Mitteldeutscher Ballspiel-Vereine Norddeutscher Fußball-Verband, ab 1927 Norddeutscher Sport-Verband Südostdeutscher Fußball-Verband Westdeutscher Spiel-Verband Baltischer Rasensport-Verband, ab 1910 Baltischer Rasen- und Wintersport-Verband, ab 1927 Baltischer Sport-Verband Verband Berliner Ballspielvereine Märkischer Fußball-Bund Die beiden letztgenannten Verbände fusionierten 1911 zum Verband Brandenburgischer Ballspielvereine.

Kronprinzenpokal

Endspiele und Sieger des Kronprinzenpokals 1909 Mitteldeutschland – Berlin 3:1, 19. April 1909 Berlin-Mariendorf, Viktoria-Platz 1910 Süddeutschland – Berlin 6:5, 10. April 1910 Berlin-Mariendorf, Viktoria-Platz 1911 Norddeutschland – Süddeutschland 4:2, 25. Mai 1911 Berlin-Mariendorf, Viktoria-Platz 1912 Süddeutschland – Brandenburg 6:5, 18. Februar 1912 Berlin-Mariendorf, Union 92-Platz 1913 Westdeutschland – Brandenburg 5:3, 8. Juni 1913 Berlin-Grunewald, Deutsches Stadion 1914 Norddeutschland – Mitteldeutschland 2:1, 22. Februar 1914 Berlin-Grunewald, Deutsches Stadion 1915 Bayern Armeekorps (Soldatenmannschaft), 23. August 1915 Magdeburg, Viktoria-Platz 1916 nicht ausgetragen 1917 Norddeutschland – Süddeutschland 2:1, 8. April 1917 Berlin-Gesundbrunnen, Schebera-Platz 1918 Brandenburg – Norddeutschland 3:1, 19. Mai 1918 Berlin-Mariendorf, Viktoria-Platz

Bundespokal Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Pokalwettbewerb unter dem Namen Bundespokal weitergeführt.

Endspiele und Sieger des Bundespokales 1919 Norddeutschland – Süddeutschland 5:4 (Berlin)

1920 Westdeutschland – Mitteldeutschland 1:0 (Hannover)

1921 Mitteldeutschland – Westdeutschland 4:0 (Leipzig)

1922 Süddeutschland – Norddeutschland 7:0 (Hamburg und Lokstedt)

1922 Süddeutschland – Westdeutschland 4:1 (Berlin, Kampfspielpokal)

1923 Süddeutschland – Westdeutschland 2:1 (Frankfurt)

1924 Süddeutschland – Norddeutschland 4:2 (Frankfurt)

1925 Norddeutschland – Süddeutschland 2:1 (Hamburg)

1926 Süddeutschland – Mitteldeutschland 2:1 (Leipzig)

1926 Westdeutschland – Süddeutschland 2:7 (Köln, Kampfspielpokal)

1927 Mitteldeutschland – Norddeutschland 1:0 (Altona)

1928 Südostdeutschland – Norddeutschland 2:0 (Breslau)

1929 Brandenburg – Norddeutschland 4:1 (Berlin)

1930 Norddeutschland – Brandenburg 2:0 (Altona)

1931 Mitteldeutschland – Süddeutschland 3:4 n. V. (Dresden)

Gauauswahlwettbewerb

DFB-Regionalpokal An diesem einmalig ausgetragenen, jedoch abgebrochenen Wettbewerb nahm 1969/70 auch die Amateur-Nationalmannschaft teil. Sie gewann in Kaiserslautern gegen Südwest 3:0, unterlag aber in Offenbach dem Süden 1:2. In der anderen Gruppe setzte sich Norddeutschland in Münster gegen den Westen mit 1:0 und später gegen Berlin daselbst mit 3:2 durch. Weitere Begegnungen fanden nicht statt, der Zuschauerdurchschnitt lag bis dahin bei 2.400 pro Spiel.Kritische Würdigung im Kicker Nr. 92/1969.

Endspiele und Sieger des DFB-Regionalpokales 1970 Norddeutschland im Endspiel (nicht ausgetragen)

Weblinks Ralf Klee, Broder-Jürgen Trede: Kick it like Kronprinz. In: Zeitgeschichte. auf: Spiegel Online. 29. Mai 2009.

Einzelnachweise

Kategorie:Fußballwettbewerb in Deutschland