Condat-sur-Trincou (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Norden des Départements Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Nontron und zum Gemeindeverband Communauté de communes Dronne et Belle. Die Einwohner werden Condatois und Condatoises genannt.
Geografie
Condat-sur-Trincou liegt etwa 17 Kilometer südsüdöstlich von Nontron und etwa 22 Kilometer nördlich von Périgueux in der Région naturelle des Périgord central, im touristisch benannten Landesteil des Périgord vert.
Der Ortskern liegt am Trincou, der von Villars im Nordosten kommend zur Côle hin abfließt und als rechter Nebenfluss in diese mündet. Die Côle durchzieht in westlicher Fließrichtung in etwa mittig das Gemeindegebiet, um beim Lieu-dit Saint-Laurent an der Südwestecke als linker Nebenfluss in die Dronne zu münden. Die Côle nimmt vor ihrer Mündung linksseitig noch mehrere Trockentäler auf, darunter die Täler beim Lieu-dit Monplaisir und beim Weiler Valade. Die Dronne bildet auf den letzten eineinhalb Kilometern vor der Côlemündung die westliche Gemeindegrenze zu Champagnac-de-Belair und anschließend zu Brantôme en Périgord.
Trincou und Côle gehören zum Flusssystem Isle-Dronne.
Die Gesamtlänge des Entwässerungsnetzes der Gemeinde Condat-sur-Trincou beträgt 10,5 Kilometer.
Die Gemeinde wird von folgenden drei Nachbargemeinden umgeben:
Die Gemeinde setzt sich aus folgenden Lieu-dits, Weilern, Gehöften, Mühlen und Schlössern zusammen:
Aux Castillières, Aux Nodies, Chassepoule, Fouret, Grosse Borne, La Bruge, La Croix, La Croix de Péage, La Donie, Lavaure, Le Bourdeau, Le Cluzeau, Le Grand Jarry, Le Grand Maine, Le Grand Roc, Le Grillet, Le Moulin de la Croix, Le Moulin de Valade, Le Petit Champagnac, Le Petit Maine, Le Petit Roc, Le Pont de Verneuil, Le Vigneau, Les Carrières de Verneuil, Les Combannelles, Les Danes, Les Guillaumies, Les Jarthes, Les Piles, Les Vignes, Mombicout, Mon(t)plaisir, Pagnac, Puy Blanc, Puy Sec, Puyfayol, Saint-Laurent, Tuquet de l'Olivarie und Valade.
Der topografisch niedrigste Punkt mit liegt an der Mündung der Côle in die Dronne, die höchste Stelle mit befindet sich beim Weiler Le Grand Maine an der Südwestecke. Das Zentrum befindet sich oberhalb des Trincou auf etwa Höhe.
Bodenbedeckung mini|300px|Bodenbedeckung in der Gemeinde Condat-sur-Trincou
Die Bodenbedeckung der Gemeinde Condat-sur-Trincou schlüsselt sich im Jahr 2018 gemäß der europäischen Datenbank CORINE Land Cover (CLC) wie folgt auf:
Wälder – 52,3 % heterogene landwirtschaftliche Nutzung – 31,1 % Kulturboden – 9,2 % Grünland – 6,9 % Bebauung – 0,5 %.
Die forstwirtschaftliche Nutzung steht im Vordergrund. Der Anteil der forstwirtschaftlichen Nutzflächen (Wälder) ist seit 1990 mit 51,5 % auf 52,3 % im Jahr 2018 leicht angestiegen.
Klima Condat-sur-Trincou besitzt ein abgeschwächtes ozeanisches Klima mit gemäßigtem Sommer (Cfb nach Köppen und Geiger), das sich durch folgende Parameter auszeichnet:
Klimaparameter im Zeitraum 1971–2000
Jahresmittel: 12,1 °C Anzahl der Tage unter −5 °C: 3,6 Anzahl der Tage oberhalb 30 °C: 8,0 Maximum im Tages-Temperaturunterschied: 15,1 °C Jahresniederschlag: 934 mm Niederschlagstage im Januar: 12,8 Niederschlagstage im Juli: 7,0
Durch den Klimawandel zeichnen sich Erhöhungen im Jahresmittel ab, die sich bereits auch bemerkbar machen. So ist beispielsweise an der 62 Kilometer entfernten Wetterstation in Bergerac das langjährige Jahresmittel von 13,2 °C für 1971–2000 über 13,1 °C für 1981–2010 auf 13,3 °C für 1991–2020 angestiegen – ein Zuwachs um 0,1 °C innerhalb von 20 Jahren.
Geologie mini|hochkant=1.6|Geologische Karte von Condat-sur-Trincou
Aufgeschlossen in der Gemeinde Condat-sur-Trincou sind ausschließlich flach liegende (Einfallswinkel bis maximal 12°, Streichrichtung Südost) Sedimente des nördlichen Aquitanischen Beckens sowie deren Alterationsprodukte.
Das Schichtpaket setzt im Ligérien ein (Formation c3a); dessen knolligflaserige bis plattige, weiße Kreidekalke sind am linken Dronneufer (Westrand der Gemeinde) bei les Carrières de Verneuil zu sehen. Über ihm folgt das Angoumien mit den massigen Rudistenkalken der Angoulême-Formation (Formation c3b) und dem weniger resistenten Lagen des Oberturons (Formation c3c). Das Angoumien steht am linken Dronneufer, beiderseits des unteren Trincous und auch beidseitig der Côle an. Nächsthöheres Schichtglied ist das Coniacium mit seinen festen, kryptokristallinen Fossilkalken, sandigen Kalken, Sanden und Austernschillkalken (Formation c4). Es hat eine ziemlich weite Verbreitung und baut unter anderem den Felssporn des Ortskerns auf. Die Serie schließt mit dem Untersanton – graue, plattige, glaukonithaltige Mergelkalke (Formation c5a oder c5). Das Untersanton findet sich im Ostteil der Gemeinde sowie auf den Höhenlagen im Süden.
Vereinzelt werden einige Höhenlagen von pleistozänem Kolluvium überdeckt, insbesondere die Rücken beiderseits der Côle (Formation AC bzw. C). Würmeiszeitlicher Hangschutt verfüllt Tallagen im Trincoutal und im rechtsseitigen Côletal (Formation GP). Eine mindelzeitliche Hochterrasse findet sich am linken Talrand der Côle bei Le Grand Roc (Formation Fv), risseiszeitliche Mittel- und Niederterrassen sind im Mündungsgebiet von Côle und Dronne häufig anzutreffen (Formationen Fwa und Fwb bzw. Fw). Die Talauen der drei Flüsse werden von rezenten Sedimenten aufgebaut (Formation K).
Durch das Gemeindegebiet von Condat-sur-Trincou quert der Ausläufer der Mareuil-Störung in ostsüdöstlicher Richtung. Diese Verwerfung hat zu einem Anheben des südlichen Schichtverbandes geführt. Der Versetzungsbetrag liegt bei ungefähr 20 Meter. Die Störung quert unmittelbar südlich des Ortskerns; mit Erreichen des Côletals verkompliziert sich das Geschehen und es lassen sich dann mehrere kleinere Seitenäste beobachten.
Das Angoumien wurde in mehreren Steinbrüchen als Baustein abgebaut, beispielsweise bei Les Carrières de Verneuil im Dronnetal, südlich des Ortskerns im Trincoutal und bei La Croix im Côletal.
Natürliche Risiken mini|hochkant=1.6|Risikokarte des Quellungs/Schrumpfungsverhältnisses von Tonmineralen in Böden für Condat-sur-Trincou
Naturrisiken manifestieren sich in Condat-sur-Trincou als Überschwemmungen und den mit ihnen assoziierten Schlammströmen und Hangrutschungen im Tal der Dronne und der Côle Dürren Waldbrände Bodensetzungen.
Aufgrund der Schäden, die durch Überschwemmungen, größeren Bodenbewegungen und Schlammlawinen in den Jahren 1982, 1983, 1988, 1993 und 1999 verursacht wurden, wurde für die Gemeinde der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugende Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Dazu gehört u. a. die Ausweisung von Zonen, die nicht oder nur nach Genehmigung bebaut werden dürfen, die Instandhaltung des Wasserlaufs, um Hindernisse zu begrenzen, und die Schaffung von Regenrückhaltebecken.
Fast im gesamten Gemeindegebiet besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.
Wie die Risikokarte zeigt, ist mehr als ein Drittel von Condat-sur-Trincou von der mittleren bis starken Gefahr durch Bodensetzungen betroffen, die Gefahren konzentrieren sich hierbei auf Böden des Kolluviums im Mittelabschnitt und vor allem südlich der Côle, von geringerer Bedeutung auch auf die Alluvialböden der Dronne und der Côle. Die Dürreperioden in den Jahren 1989, 2003 und 2022 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden.
Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Massif Central sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt. Das Gemeindegebiet ist einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 zugeordnet.
Etymologie und Geschichte mini|300px|Der Menhir in Fouret – etwas zweckentfremdet Der Name des Dorfes erschien im 12. Jahrhundert in der heutigen Schreibweise als Condat (1175), in der Folge mit Bezug auf die Nähe zu Brantôme als Condatum prope Brantholmun (1365), weil die Pilger in Condat Station machten. Condat-sur-Trincou ist im 17. Jahrhundert belegt (1670), aber es gab auch Condat-sur Côle und Condat-de-Drône bis 1906.
Condat stammt vom gallischen °condate () und spielt auf die geografische Situation der Zusammenflüsse von Dronne, Côle und Trincou an. Der Name des Flusses Trincou stammt wahrscheinlich vom okzitanischen trencar ab, der aus dem vulgärlateinischen °trinicare () hervorging. Diese anschauliche Bezeichnung verbindet die Auswirkung des Trincou in den Gebieten, die er durchquert.Siehe Tanet, Hordé, Seiten 114–115, 413
Die Anwesenheit des Menschen lässt sich in Condat-sur-Trincou bis in die Megalithzeit zurückverfolgen. Beim Weiler Fouret steht der Dolmen von Peyrelevade, im Weiler selbst ist ein Menhir erhalten. Im Ortskern von Condat-sur-Trincou wurden Spuren aus der Keltenzeit und der gallorömischen Epoche gefunden, darunter eine Statue eines dreiköpfigen gallischen Gottes und eine antike Skulptur, die „Dame au Catogan“ () genannt wird. Am Fuß der Felswand liegt der so genannte „Barbarenfriedhof“ mit Bestattung in aufrechter Position, wahrscheinlich aus der Zeit der Völkerwanderung. Im frühen Mittelalter bestand auf dem Felsen eine Nekropole. Darüber wurde dann im zwölften Jahrhundert die romanische Ortskirche als Burgkapelle erbaut. Im 12. Jahrhundert war Condat Sitz eines Erzpriestertums, das im folgenden Jahrhundert nach Champagnac verlegt wurde. Condat wurde dann zu einer der siebenundzwanzig Pfarreien, die von diesem abhängig waren. Die Burg von Condat stammt aus dem 13. Jahrhundert. Bertrand du Guesclin belagerte hier die Engländer im Jahr 1377. Das Schloss Montplaisir geht ins 15. Jahrhundert zurück. Im 18. Jahrhundert wurde schließlich das Schloss Les Castillères errichtet.
Bevölkerungsentwicklung Bevölkerungsentwicklung in Condat-sur-TrincouJahrEinwohner 1962 391 1968 386 1975 352 1982 325 1990 376 1999 407 2006 478 2007 488 2010 491 2012 469 2016 474 2017 480 2019 478
Quellen: EHESS, INSEE
Verwaltung Bürgermeister von Condat-sur-Trincou war seit 2008 der parteilose Rentner François Thomas. Er wurde im Februar 2018 von Francis Millaret abgelöst, welcher der Divers gauche angehört und im Mai 2020 wiedergewählt wurde.
Präsidentschaftswahlen 2022 Kandidaten Parteien 1. Wahlgang 2. Wahlgang Stimmen % Stimmen % Marine Le Pen Front national FN 120 38,96 % 172 61,21 % Emmanuel Macron En marche ! EM 60 19,48 % 109 38,79 % Jean-Luc Mélenchon Front de gauche FDG 47 15,26 % Éric Zemmour Reconquête 19 6,17 % Valérie Pécresse Les Républicains LR 7 2,27 % Jean Lassalle Résistons ! R 19 6,17 % Anne Hidalgo Parti socialiste PS 7 2,27 % Fabien Roussel Parti communiste français PC 5 1,62 % Nicolas Dupont-Aignan Debout la République DLR 7 2,27 % Yannick Jadot Europe Écologie-Les Verts EELV 12 3,90 % Nathalie Arthaud Lutte Ouvrière LO 4 1,30 % Philippe Poutou Nouveau Parti anticapitaliste NPA 1 0,33 % Gesamt 308 100 % 281 100 % Gültige Stimmen 308 97,47 % 281 92,74 % Ungültige Stimmen 8 2,53 % 22 7,26 % Wahlbeteiligung 316 82,29 % 303 78,91 % Enthaltungen 68 17,71 % 81 21,09 % Registrierte Wähler 384 384 Quelle: Ministère de l'Intérieur Die Präsidentschaftswahlen 2022 in Condat-sur-Trincou konnte Marine Le Pen deutlich für sich entscheiden.
Sehenswürdigkeiten Der Dolmen Peyrelevade und der Menhir beim Weiler Fouret. Der Dolmen ist seit 1960 als Monument historique klassifiziert. Die romanische Ortskirche Saint-Étienne aus dem zwölften Jahrhundert ist seit 1948 als Monument historique eingeschrieben. Die Burg Condat datiert aus dem 13. und 15. Jahrhundert.