Go-Ahead ist ein 1987 gegründetes britisches Verkehrsunternehmen, das Busse und Eisenbahnen betreibt. Der Schwerpunkt seines Operationsgebiets liegt im Südosten Englands. Die Go-Ahead Group ist hundertprozentiger Eigentümer vieler Busbetriebe, die laut eigenen Angaben mit einer Flotte von insgesamt 6000 Bussen täglich um die 10 Millionen Passagiere befördern. Der britische Eisenbahnsektor besteht aus dem Eisenbahnverkehrsunternehmen Govia, das sich zu 65 % im Besitz von Go-Ahead befindet und zu 35 % im Besitz des französischen Unternehmens Keolis. Go-Ahead ist außerdem in Norwegen, Singapur und Irland tätig. Von 2014 bis 2024 betrieb Go-Ahead auch Schienenverkehr in Deutschland.
Geschichte Go-Ahead entstand 1987 im Zuge der Privatisierung städtischer Busbetriebe und der beginnenden Auflösung der staatlichen Busgesellschaft National Bus Company (NBC). Die in Gateshead ansässige ursprüngliche Northern General Transport Company formierte sich dabei nach einem Management-Buy-out zu Go Ahead Northern. 1993 schuf sich das Unternehmen mit der Übernahme des Busbetriebs von Brighton & Hove ein Standbein im Süden des Vereinigten Königreichs. Im Jahr darauf übernahm Go-Ahead auch die Oxford Bus Company und stieg mit der Übernahme von London Central ins Londoner Busgeschäft ein. Ebenfalls 1994 ging das Unternehmen unter dem neuen Namen The Go-Ahead Group an die Börse und war im FTSE 250 Index notiert. Durch die Übernahme von London General im Jahr 1996 wurde Go-Aheads Beteiligung am Londoner Verkehrsbetrieb stark erweitert.Jay P. Pederson (Hrsg.): International Directory of Company Histories (Volume 28). St. James Press, 1999, ISBN 1-55862-387-6, S. 155 ff.The Times Online: 18. September 2006, abgerufen am 26. Juni 2011.
Die Deregulierung des britischen Schienenverkehrs führte 1996 zum Einstieg Go-Aheads in den Eisenbahnmarkt, unter anderem ab 1997 zusammen mit der damaligen VIA-GTI als Betreiber der Strecke Thameslink bis 2006. Einen weiteren neuen Wirtschaftszweig erschloss sich Go-Ahead 1998 mit der Übernahme des Londoner Flughafen-Dienstleisters Gatwick Handling. 1999 stieß mit Metrobus ein Busunternehmen zur Gruppe, das in London und umgebenden Grafschaften operiert.go-ahead.com: abgerufen am 26. Juni 2011.Mary Webb, Jackie Clarke: Urban Transport Systems 2007–2008. Jane’s Information Group, 2007, ISBN 978-0-7106-2816-9. mini|Bus der London Central mini|Bus von Metrobus mini|Southeastern Im Jahr 2000 ging die Konzession der Connex South Central an Govia über, die das Netz unter dem Namen South Central, später Southern, bedienten.BBC News: Connex loses rail franchise. 24. Oktober 2000, abgerufen am 26. Juni 2011. 2002 erwarb Go-Ahead den Parkraumbewirtschafter Meteor, der bis 2010 Teil des Unternehmens blieb.Reuters: VINCI Announces Acquisition Of 100% Stake In Meteor Parking Company From Go-Ahead Group plc. 2. September 2010, abgerufen am 26. Juni 2011. Mit der Übernahme von Wilts & Dorset im Jahr 2003 vergrößerte Go-Ahead seinen Marktanteil im Süden.BBC News: Go-Ahead given for bus takeover. 15. September 2003, abgerufen am 26. Juni 2011. Später wurde Wilts & Dorset zusammen mit dem auf der Isle of Wight tätigen und 2005 übernommenen Unternehmen Southern Vectis und der Solent Blue Line zu Go South Coast formiert.islanbuses.info: abgerufen am 26. Juni 2011.go-ahead.com: abgerufen am 26. Juni 2011.
Im April 2006 übernahm Govia die Southeastern-Franchise.BBC News: Rail chief to be quizzed on web. 18. Februar 2007, abgerufen am 26. Juni 2011. Aus den 2005 und 2006 durch Go-Ahead erworbenen Busunternehmen Birmingham Coach Company und Probus Management wurde das Subunternehmen Go West Midlands mit Sitz in Birmingham gebildet, das nach Verlusten im Jahr 2008 wieder abgestoßen wurde.busandcoach.com: 6. Dezember 2005, abgerufen am 26. Juni 2011busandcoach.com: 2. März 2006, abgerufen am 26. Juni 2011.busandcoach.com: 11. März 2008, abgerufen am 26. Juni 2011. Mit Dockland Buses kam 2006 ein weiteres Londoner Busunternehmen hinzu. 2007 erlangte Govia die West-Midlands-Francise, die sie über die London Midland betreibt, und erwarb das Busunternehmen Blue Triangle.Department for Transport: 21. Juni 2007.telegraph.co.uk: A round-up of headlines from across the financial sectors, provided by Bloomberg News. 30. Juni 2007, abgerufen am 26. Juni 2011. Die Londoner Busunternehmen werden unter dem Namen Go-Ahead London betrieben.go-ahead.com: abgerufen am 26. Juni 2011.
2009 kaufte Go-Ahead Plymouth Citybus aus Stadtbesitz und die Londoner East Thames Buses, die sich im Besitz von Transport for London (TfL) befand.mandadeals.co.uk: 30. Juli 2009, abgerufen am 26. Juni 2011.BBC News: Council approves bus company sale. 30. November 2009, abgerufen am 26. Juni 2011. Im selben Jahr ging das Unternehmen ein Joint-Venture mit der Cook-Illinois Corporation aus Chicago ein, um in den amerikanischen Schulbusmarkt einzusteigen.busandcoach.com: 5. November 2009, abgerufen am 26. Juni 2011. Das Jahr 2010 sah die Übernahme des Norfolkers Konectbus, im folgenden Jahr wurde Thames Travel aus Oxfordshire übernommen. Der unter dem Namen Aviance UK betriebene Ground-Handling-Dienstleister ging im Jahr 2010 hauptsächlich an Servisair über.Bloomberg Businessweek: Aviance UK Ltd., Regional Ground Handling Business at 11 Airports in UK. Abgerufen am 26. Juni 2011Office of Fair Trading: (PDF; 244 kB), 15. Juni 2010. Ebenfalls 2010 verkaufte Go-Ahead den Parkraumbewirtschafter Meteor.
Ende 2015 gewann Go-Ahead eine Ausschreibung über den Betrieb von 25 Buslinien in Loyang im singapurischen Pasir Ris für fünf Jahre ab September 2016. Im Januar 2014 wurde das Tochterunternehmen Go-Ahead Verkehrsgesellschaft Deutschland in Berlin gegründet, das in den darauffolgenden Jahren fünf Verkehrsverträge im Schienenpersonennahverkehr in Baden-Württemberg und in Bayern aufnahm.
Im Juni 2022 wurde die Go-Ahead Group von dem australischen Busunternehmen Kinetic Group (51 %) und dem spanischen Infrastrukturinvestor Globalvia (49 %) durch ein Übernahmeangebot übernommen; das Unternehmen ist seitdem nicht mehr an der Börse notiert.
Um aus dem nicht mehr zum Kerngeschäft von Go-Ahead zählenden deutschen Schienenverkehr auszusteigen, wurde im Oktober 2023 der Kaufvertrag zum Verkauf der Go-Ahead Verkehrsgesellschaft Deutschland an die ÖBB-Personenverkehr unterzeichnet. Nach abgeschlossener wettbewerbsrechtlicher Prüfung wurde Anfang Februar 2024 der Verkauf und damit der vollständige Ausstieg von Go-Ahead aus dem deutschen Schienenverkehr vollzogen. Diese wurde danach in Arverio Deutschland umfirmiert.
Unternehmensbereiche Busverkehr Go-Ahead London (London), die gesamte offizielle Markenbezeichnung lautet „Go-Ahead London“ anstelle der jeweiligen Untermarken. Blue Triangle, busbetriebe im Jahr 2007 übernommen Docklands Buses, busbetriebe im Jahr 2006 übernommen Fastrack und Kent Country, busbetriebe im Jahr 2024 übernommen London Central, busbetriebe im Jahr 1994 übernommen London General und Metrobus, busbetriebe im Jahr 1994 übernommen Go North East (Tyne and Wear, County Durham, Northumberland, Teesside) Go South Coast (Dorset, Wiltshire, Hampshire, Isle of Wight, Southampton) Southern Vectis, Bluestar, Wilts & Dorset, Damory Coaches, Tourist Coaches, Marchwood Motorways Metrobus (London, Kent, Surrey, East Sussex, West Sussex) Brighton & Hove (Brighton, Hove, Eastbourne, Tunbridge Wells, Steyning) Oxford Bus Company (Oxford, von Oxford nach London, Heathrow und Gatwick) Plymouth Citybus (Plymouth) Konectbus (Norwich, Swaffham, Dereham, Watton, Wymondham) Go-Ahead North America (St. Louis) Go-Ahead Singapore (Singapur)
Eisenbahn Govia Limited mit Sitz in Newcastle upon Tyne, Vereinigtes Königreich (Go-Ahead 65 %, Keolis 35 %) Govia Thameslink Railway Ltd. (GTR): Thameslink, Great Northern, Southern und Gatwick Express (Nationalisierung des Franchises am 31. Mai 2026) Southeastern war der Markenname der London & South Eastern Railway Limited (Ende des Franchise am 16. Oktober 2021) GTS Rail Operations mit Sitz in London (Go-Ahead 65 %, Tōkyō Metro 17,5 %, Sumitomo Shōji 17,5 %): Elizabeth Line Go-Ahead Norge mit Sitz in Oslo
Weblinks
The Go-Ahead Group
Einzelnachweise
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