mini|Die Elder der Dja Dja Wurrung Aunty Sue Rankin am Menschenrechtstag von 2005 in Melbourne

Die Dja Dja Wurrung waren ein Stamm der Aborigines, der auch als Jaara people und Loddon River tribe bekannt war. Er lebte in Victoria um den Loddon River und Avoca River in der Bendigo-Region und war ein Teil der Kulin-Allianz, die aus fünf Stämmen bestand.smh.com.au: Aboriginals ready to fight for artefacts, vom 27. Juli 2004. Abgerufen am 4. Mai 2008 Der Stamm der Dja Dja Wurrung bestand aus 16 Clans mit einem jeweiligen Elder.

Geschichte Die Dja Dja Wurrung waren mit ihrem Land und der Traumzeit verbunden, in der in ihren mythischen Vorstellung die Welt, die Menschen und deren Kultur kreiert wurden. Die Dja Dja Wurrung waren auch ein Teil des Handelsnetzwerks, das es ermöglichte, Güter und Informationen über weite Entfernungen zu transportieren. Dieses Handelsnetz transportierte die Nachricht von fremden weißen Männern, die im Land der Eora in den frühen 1790er Jahren siedelten und dass diese Menschen sich weiter westlich und südwestlich von Sydney bewegten. Thomas Mitchel war vermutlich der erste weiße Mensch, der von den Dja Dja Wurrung gesehen wurde, als er 1836 Zentral-Victoria erforschte und große Flächen landwirtschaftlich nutzbaren Landes fand. Die Landnahme der Weißen begann im Goulburn- und Loddon-Distrikt im folgenden Jahr durch Kolonisten, die Viehstationen aufbauten und weiter vordrangen.Bain Attwood: My Country. A history of the Djadja Wurrung 1837-1864, S. 5. Monash Publications in History:25, 1999,

Es ist belegt, dass in den Jahren 1789 und 1825 Pockenepidemien die Hälfte der Dja Dja Wurrung töteten.Gerry Gill: Sociologist presents the spiritual leader of the Jaara, University News, Vol 16 No 37, 8. Oktober 2007. Abgerufen am 12. November 2008 Diese Epidemien verursachte nach ihrer Mythologie eine große Regenbogenschlange, die sie Mindye nannten, die Bunjil sandte, einen Keilschwanzadler, der magischen Staub über diejenigen Menschen blies, die böse handelten.Bain Attwood: My Country. A history of the Djadja Wurrung 1837-1864, S. 4. Monash Publications in History:25, 1999,

Munangabum Munangabum war ein einflussreicher Führer des Clans der Liarga Balug und spiritueller Anführer der sogenannten neyerneyemeet der Dja Dja Wurrung, die die zwei Pockenepidemie überlebt hatten und sich gegen die europäische Besiedlung in den 1830er und 1840er Jahren wehrten. Am 7. Februar 1841 wurde Munangabum durch Siedler angeschossen und verwundet, während sein Mitkämpfer Gondiurmin westlich von Maryborough an der Far Creek Station getötet wurde. Drei Siedler wurden später deswegen am 18. Mai 1841 vor Gericht angeklagt, aber freigesprochen, weil die Aborigines den Mord nicht vor dem Gerichtshof belegen konnten.Ian D. Clark: Scars in the Landscape. A Register of Massacre Sites in Western Victoria 1803 - 1859, S. 99–100, Aboriginal Studies Press, 1995, ISBN 0-85575-281-5 Munangabun wurde 1846 durch einen rivalisierenden Aborigine-Führer aus dem Süden getötet.Keir Reeves: Munangabum Biographical Entry, Electronic Encyclopedia of Gold in Australia, 28. Juni 2007. Abgerufen am 12. November 2008

Vergewaltigungen und sexuelle Interaktion

Eine wichtige Ursache des Grenzkonflikts waren die sexuellen Beziehungen zwischen den europäischen Siedlern und Aborigines-Frauen. Der Historiker Bain Attwood nimmt an, dass die Aborigines-Clans die Weißen grundsätzlich in verwandtschaftliche Beziehungen auf der Basis von Gegenseitigkeit und Gemeinschaftlichkeit inkorporieren wollten. Jedoch wurde dies von den weißen Siedlern als Prostitutionsangebot verstanden, was zu den kulturellen Missverständnissen und Konflikten führte. Menschenraub und Vergewaltigung der Aborigines-Frauen waren weit verbreitet und führten zu zahlreichen gewaltsamen Auseinandersetzungen. Während die meisten Landnehmer derartige sexuelle Übergriffe ihres Personals ignorierten oder daran selbst beteiligt waren, war beispielsweise John Stuart Hepburn ein Siedler, der derartiges Vorgehen zwischen seinen Beschäftigten und den Dja Dja Wurrung unterband.Bain Attwood, pp12-13, My Country. A history of the Djadja Wurrung 1837-1864, S. 12–13, Monash Publications in History:25, 1999,

Edward Parker kommentierte dieses Verhalten folgendermaßen: Were the settlers generally to follow the example of Mr Hepburn, much of the liberal intercourse between the labouring men and native women, and consequently the endangering of property, would be suppressed. (Deutsch: „Wären die Siedler dem Beispiel von Mr. Hepburn einer gleichberechtigten Begegnung von Arbeitern und indigenen Frauen gefolgt, wäre die Landnahme nicht lebensgefährdend erfolgt“.) 1843 bekräftigte Parker dies als seine „firm conviction […], that nine out of ten outrages committed by the blacks“" (deutsch: verbindliche Überzeugung […], dass neun bis zehn der Gewalttätigkeiten dadurch von Schwarzen begangen wurden), die direkt oder indirekt aus den Folgen dieses sexuellen Verhaltens resultierten. Da er erkannte, dass die „Arbeiter“ die schlimmsten Straftäter waren, beschrieb er sie als „individuals claiming the rank of gentleman and even aspiring to be administrators of the law“ (deutsch: „Individuen, die den Rang eines Gentleman beanspruchten und sich selbst sogar als Gesetzesvertreter verstanden“, die die Frauen der Aborigines entführten).

Der weitverbreitete Raub von Aborigines-Frauen führte unmittelbar zu einer epidemischen Verbreitung von Geschlechtskrankheiten wie Syphilis und Gonorrhoe, die zur Unfruchtbarkeit der Frauen und einer hohen Säuglingssterblichkeit führten.Bain Attwood: My Country. A history of the Djadja Wurrung 1837-1864, S. 34–36, Monash Publications in History:25, 1999,

Massaker

Als Reaktion auf die europäische Besiedlung des westlichen Victoria in den 1830er und 1840er Jahren reagierten die Aborigines in Konflikten durch Vertreibung von Schafen, woraufhin die Kolonisten mehrmals mit Massakern antworteten. Die Dja Dja wurrung erlebten zwei Wellen der Besiedlung ihres Landes: eine aus dem Süden im Jahr 1837 und eine weitere 1845 vom Norden.Ian D. Clark Scars on the Landscape. A Register of Massacre sites in Western Victoria 1803-1859, S. 85–100, Aboriginal Studies Press, 1995, ISBN 0-85575-281-5

Nur wenige Belege existieren über Anklagen von Siedlern vor Gericht und in den meisten Fällen, sofern überhaupt Anklage erhoben wurde, schlugen Gerichte diese nieder, weil die vorgetragenen Beweise der Aborigines von den Gerichten abgelehnt wurden. Außerdem sind die Geschehnisse, die bekannt wurden, nur diejenigen, die vor Gericht zur Klage vorgetragen wurden, denn zahlreiche Vorfälle sind nicht offiziell dokumentiert. Neil Black, ein Landnehmer im westlichen Victoria, schrieb am 9. Dezember 1839 über das übliche Vorgehen vieler Siedler: „The best way [to procure a run] is to go outside and take up a new run, provided the conscience of the party is sufficiently seared to enable him without remorse to slaughter natives right and left. It is universally and distinctly understood that the chances are very small indeed of a person taking up a new run being able to maintain possession of his place and property without having recourse to such means – sometimes by wholesale...“Ian D. Clark: Scars on the Landscape. A Register of Massacre sites in Western Victoria 1803-1859, S. 1. Aboriginal Studies Press, 1995, ISBN 0-85575-281-5

Tabelle: Berichte über Massaker auf dem Gebiet der Dja Dja Wurrung bis 1859Ian D. ClarkScars on the Landscape. A Register of Massacre sites in Western Victoria 1803-1859, S. 88–101. Aboriginal Studies Press, 1995, ISBN 0-85575-281-5 Information condensed from description that used reports from historical sources Datum Ort Beteiligte Aborigines Beteiligte Europäaer Bericht über die Tötung von Aborigines März–April 1838 Unbekannt Dja Dja Wurrung, Clan unbekannt zwei Europäer Koonikoondeet und ein weiterer Mann Winter 1838 Darlington Station, ungefähr 16 km von Lancefield Dja Dja Wurrung oder Taungurong Arbeiter von Captain Sylvester Brown 13 Personen Juni 1838 Waterloo Plains unknown Arbeiter von W. H. Yaldwyn, C. H. Ebden, H. Munro und W. Bowman 7 oder 8 Personen, möglicherweise mehr Februar 1839 Maiden Hills Dja Dja Wurrung, Clan unbekannt John Davis und Abraham Braybrook, Sträflinge und William Allan Noorowurnin und eine weitere Person Mai 1839Bain Attwood: My Country. A history of the Djadja Wurrung 1837-1864, S. 7–9, Monash Publications in History:25, 1999, siehe Campaspe-Plains-Massaker Taungurong, Clan unbekannt Charles Hutton und weitere Siedler ungefähr 40 getötet Juni 1839 Campaspe Plains, siehe Campaspe-Plains-Massaker Dja Dja Wurrung, Clan unbekannt Charles Hutton und Beteiligte der berittenen Polizei mindestens 6 getötet, viele verwundet Ende 1839er oder Anfang 1840 Middle Creek, bekannt als Blood-Hole-Massaker Dja Dja Wurrung, Clan unbekannt Captain Dugald McLachlan und weitere Arbeiteremployees unbekannt August 1840 unbekannt Dja Dja Wurrung, Clan unbekannt einer der Diener von Henry Dutton Pandarragoondeet 7. Februar 1841 14 Mile Creek, Glenmona Station westlich von Maryborough Dja Dja Wurrung, Clan der Algal gundidj William Jenkins, William Martin, John Remington, Edward Collin, Robert Morrison Gondiurmin und Munangabum verwundet 15. Mai 1844 100 km nördlich des Pyrenee Range Vermutlich Dja Dja Wurrung Native Police Corps, geführt vom Crown Commissioner FA Powlett und HEP Dana Leelgoner 28. Juni 1846 Avoca River nahe Charlton Dja Dja Wurrung, Clan unbekannt John Fox eine Person

Loddon-Aboriginal-Protektoratstation bei Franklinford mini|300px|rechts|Aborigines-Farmer im Loddon Aboriginal Protektorat in Franklinford (1858)

Edward Stone Parker wurde in England durch das Colonial Office zum Assistant-Protector of Aborigines im Aborigines-Protektorat des Distrikts Port Phillip unter George Robinson ernannt. Er erreichte Melbourne im Januar 1839 und Robinson übergab Parker den Distrikt im Nordwesten und den Loddon-Distrikt im März. Dieses Protektorat baute Parker bis zum September 1839 auf. Die Aufgaben eines Protektors beinhalteten den Schutz der Aborigines vor „encroachments on their property, and from acts of cruelty, of oppression or injustice“ (deutsch: „Rechtsverletzungen an ihrem Landbesitz, Akte der Unmenschlichkeit und Ungerechtigkeiten“) und als langfristiges Ziel wurde eine sogenannte Zivilisierung der Aborigines verfolgt.Bain Attwood, pp23-28, My Country. A history of the Djadja Wurrung 1837-1864, Monash Publications in History:25, 1999,