Stamford ist eine Stadt und Civil parish im Distrikt South Kesteven der Grafschaft Lincolnshire an der A1 nach York und Edinburgh.

Stamford war die erste Gemeinde, die nach dem Civic Amenities Act 1967 unter Denkmalschutz gestellt wurde. Seitdem sind die gesamte Altstadt und St Martin’s als Gebiet von baulichem und historischem Interesse mit nationaler Bedeutung ausgewiesen.

Geschichte Stamford liegt an der römischen Ermine Street, war aber keine römische Siedlung. Erst die Angelsachsen bauten Stamford aufgrund seiner Lage am Fluss Welland aus. Im Jahr 972 machte König Edgar den Ort zum „borough“. Zuvor war Stamford einer der Five Boroughs of Mercia, d. h. eine der wichtigsten Wikinger-Siedlungen in den East Midlands neben Derby, Leicester, Lincoln und Nottingham. Die Normannen bauten um 1075 eine Burg, die wohl 1484 zerstört wurde.

In den Jahren 1333/1334 gab es den Versuch einiger unzufriedener Gelehrten der Universität von Oxford, eine neue Universität in Stamford zu gründen. Dies wurde von den Universitäten Oxford und Cambridge blockiert.May McKisack: The Fourteenth Century 1307–1399. In: Oxford History of England. 1963, S. 501. Danach durften bis in die 1820er Jahre keine neuen Universitäten in England gegründet werden, so dass Oxford und Cambridge über Jahrhunderte ein Universitäts-Duopol in England besaßen.Christopher Nugent, Lawrence Brooke: Oxford and Cambridge. Hrsg.: Cambridge University Press. Cambridge 1988, S. 56.

Geografie Stamford, am Ufer des Flusses Welland gelegen, bildet einen südwestlichen Ausläufer von Lincolnshire zwischen Rutland im Norden und Westen, Peterborough im Süden und Northamptonshire im Südwesten. Fälschlicherweise wurde behauptet, es handele sich um einen Vierpunkt, an dem sich vier zeremonielle Grafschaften – Rutland, Lincolnshire, Cambridgeshire und Northamptonshire – in einem Punkt treffen würden, doch tatsächlich gibt es an diesem Ort zwei Dreipunkte, die etwa 20 Meter voneinander entfernt sind.

Der Fluss Welland bildet die Grenze zwischen zwei historischen Grafschaften: Lincolnshire im Norden und Soke of Peterborough in Northamptonshire im Süden.

Im Jahr 1991 wurde die Grenze zwischen Lincolnshire und Rutland (damals Teil von Leicestershire) im Gebiet von Stamford neu gezogen, sie folgt nun größtenteils der A1 bis zur Eisenbahnlinie. Die angrenzende Gemeinde Wothorpe liegt in der Stadt Peterborough. Die Barnack Road bildet die Grenze zwischen Lincolnshire und Peterborough, wo sie an St Martin's Without grenzt.

Der Fluss flussabwärts der Stadtbrücke und einige der Wiesen liegen im Entwässerungsgebiet des Welland and Deepings Internal Drainage Board.

Sehenswürdigkeiten Burghley House (16. Jahrhundert) Altstadt St Martin’s Die Ruinen von Stamford Castle All Saints Church

Persönlichkeiten Martin J. Aitken (1922–2017), Physiker und Archäometer James Bradshaw (* 1976), Schauspieler David Cecil, 6. Marquess of Exeter (1905–1981), Präsident der IAAF William Cecil, 1. Baron Burghley (1521–1598), Politiker Malcolm Christie (* 1979), Fußballspieler Colin Dexter (1930–2017), Kriminalschriftsteller Thomas Emlyn (1663–1741), presbyterianisch-unitarischer Prediger und Schriftsteller Colin Furze (* 1979), Webvideoproduzent und Erfinder John George Haigh (1909–1949), Serienmörder Alfred Harmsworth, 1. Viscount Northcliffe (1865–1922), Verleger Thomas Hocken (1836–1910), Mediziner, Historiker, Sammler und Bibliograf David Jackson (* 1947), Musiker Mike Jackson (1944–2024), General Robert von Ketton (12. Jahrhundert), Theologe Ed Lowe (* 2003), Bahnradsportler Rob Lynch (* 1986), englischer Singer/Songwriter Malcolm Sargent (1895–1967), Dirigent Mike Thelwall (* 1965), Informationswissenschaftler Michael Tippett (1905–1998), Komponist Graham Webster (1913–2001), Bauingenieur und Archäologe

Film Stamford wurde häufiger als Kulisse für Dreharbeiten gewählt, so für den Film The Golden Bowl (2000), den Film Stolz und Vorurteil (2005) und The Da Vinci Code – Sakrileg (2006).

Weblinks

Internetpräsenz des Stamford town council

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in Lincolnshire