mini|Wappen der Herren von Münkheim (aus Siebmachers Wappenbuch, 1705) Untermünkheim ist eine Gemeinde im Landkreis Schwäbisch Hall im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs.

Geographie

Geographische Lage Das namengebende Hauptdorf Untermünkheim liegt etwa fünf Kilometer nördlich von Schwäbisch Hall am linken Flussufer im tief eingeschnittenen Tal des Kochers am sogenannten Kochereck, wo der Fluss aus nördlichem auf nordöstlichen Lauf abknickt. Die aus Hall kommende, nach einer Brücke das Dorf durchlaufende Bundesstraße 19 erklimmt hier in Fortsetzung ihrer nach Norden führenden Trasse über eine steile Steige durch die Seitenklinge des Dobel- und Heiligenbachs die Hohenloher Ebene.

Ebenfalls im Kochertal am linken Flussufer liegen Obermünkheim etwas flussaufwärts am Zulauf des Schmiedbachs, das mit Untermünkheim zusammengewachsene Haagen und danach Enslingen dagegen flussabwärts. Der überwiegende Teil des Gemeindegebietes liegt linksseits des Flusstales auf der Hochebene, die größten Orte sind dort Übrigshausen oberhalb der genannten Steige, an dessen Ortsrand die Kupfer entspringt, sowie Kupfer und Brachbach.

Nachbargemeinden Die Gemeinde grenzt im Osten an Braunsbach, im Süden an die Kreisstadt Schwäbisch Hall und im Nordwesten an Kupferzell im Hohenlohekreis.

Gemeindegliederung Zur Gemeinde Untermünkheim gehören 15 Dörfer, Weiler und Höfe. Zur ehemaligen Gemeinde Enslingen gehören das Dorf Enslingen und die Weiler Gaisdorf und Schönenberg sowie die abgegangenen Ortschaften Bernsbach und Diepach. Zur ehemaligen Gemeinde Übrigshausen gehören das Dorf Übrigshausen und die Weiler Brachbach, Kupfer, Leipoldsweiler und Steigenhaus sowie die abgegangene Ortschaft Zittenheimat. Zur Gemeinde Untermünkheim im Gebietsstand vom 31. Dezember 1971 gehören das Dorf Untermünkheim, die Weiler Haagen, Obermünkheim, Suhlburg und Wittighausen und die Höfe Eichelhof und Lindenhof sowie die abgegangene Ortschaft Breitenweidach.Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1, S. 418–421.

Flächenaufteilung

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Untermünkheim; Statistisches Landesamt.

Geschichte

Geschichte im alten Reich Untermünkheim wurde 1216 als „Muncheim“ erstmals urkundlich erwähnt. Im 13. Jahrhundert ist im heutigen Teilort Enslingen das Adelsgeschlecht der Herren von Enslingen nachweisbar, das 1534 im Mannesstamm ausstarb.

Im 16. Jahrhundert gingen Burgen, Besitzungen und Güter in den Besitz der Reichsstadt Hall über, welche seither auch die Blutgerichtsbarkeit am Ort ausübte.

Jenseits von Untermünkheim liegt bei der Flussbrücke der Burghügelrest der Wasserburg Untermünkheim, beim Ortsteil Suhlburg der Rest der Suhlburg, die Burg Haagen bestand bis ins 16. Jahrhundert.

Die Grundherrschaft am Ort war bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts ein sehr heterogener Flickenteppich aus Kondominaten der Reichsstadt Hall, Hohenloher Fürstentümer, des Klosters Comburg und weiterer Adelsfamilien.

Geschichte seit württembergischer Zeit Im Rahmen der Mediatisierungen gelangte die gesamte Gegend zu Beginn des 19. Jahrhunderts nach und nach an das Herzogtum Württemberg, aus dem 1806 das gleichnamige Königreich hervorging. Seit 1809 waren alle Teilorte der heutigen Gemeinde Untermünkheim dem Oberamt Hall unterstellt, das 1934 in Kreis Hall umbenannt wurde. Bei dieser ersten kleinen Kreisreform während der NS-Zeit in Württemberg blieb es nicht. Seit 1938 gehören die Gemeinden zum neu formierten Landkreis Schwäbisch Hall. Von 1945 bis 1952 befand sich das Gebiet im Nachkriegsland Württemberg-Baden, das 1945 in der Amerikanischen Besatzungszone gegründet worden war. Im Jahre 1952 gelangten die Gemeinden zum neuen Bundesland Baden-Württemberg.

Im Zuge der Gemeindereform in Baden-Württemberg wurden am 1. Januar 1972 die früher selbständigen Gemeinden Enslingen und Übrigshausen in die Gemeinde Untermünkheim eingemeindet.

Religionen Evangelisch mini|Kirche St. Martin in Übrigshausen Seit der im 16. Jahrhundert erfolgten Reformation des Haller Landgebiets waren die Ortschaften überwiegend evangelisch geprägt. Die Kirchengemeinden Enslingen, Untermünkheim und Übrigshausen liegen heute im Kirchenbezirk Schwäbisch Hall der Württembergischen Landeskirche.

Kirche St. Kilian in Untermünkheim Evangelische Kirche Enslingen Kirche St. Martin in Übrigshausen Süddeutscher Gemeinschaftsverband Untermünkheim (Landeskirchliche Gemeinschaft)

Katholisch Die Katholiken von Untermünkheim gehören zur Kirchengemeinde St. Joseph in Schwäbisch Hall.

Neuapostolisch Neuapostolische Kirche Enslingen

Politik mini|Rathaus

Gemeinderat In Untermünkheim wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. 2024 umfasst der Gemeinderat 12 Personen, darunter drei Frauen. Er besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Endergebnis.Wahlinformationen. Kommunales Rechenzentrum Stuttgart. Die Wahlbeteiligung betrug 67,1 Prozent.

Liste Stimmenanteil Sitze Freie Liste 55,75 % 7 Unabhängige Wähler 43,41 % 5 Wählervereinigung Brachbach 0,84 % 0

Bürgermeister Christoph Maschke war von 2004 bis 2020 Bürgermeister. Am 4. Oktober 2020 wurde Matthias Groh mit 92,5 % zum Nachfolger gewählt.

Wappen und Flagge 100px 60px

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr Die Gemeinde ist mit zahlreichen Buslinien mit Schwäbisch Hall verbunden und gehört dem Verkehrsverbund KreisVerkehr Schwäbisch Hall an.

Durch eine Alltagsroute aus dem Radnetz Baden-WürttembergDas RadNETZ Baden-Württemberg. radroutenplaner-bw.de ist Untermünkheim über die Ortsteile Wittighausen und Kupfer, über den Gewerbepark Hohenlohe bei Waldenburg und über Neuenstein mit Öhringen und in der anderen Richtung mit Schwäbisch Hall verbunden.

Zudem führt als touristischer Landes-Radfernweg der Kocher-Jagst-Radweg durch die Gemeinde. Er ist ein Rundkurs entlang der beiden Flüsse Kocher und Jagst zwischen Bad Friedrichshall und einer Querverbindung zwischen den Tälern bei Aalen (Stadtteil Unterkochen) und Lauchheim.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen Das Rößler-Museum zeigt vorwiegend klassische ländliche Aussteuermöbel wie Schränke, Truhen und Himmelbetten.

Bauwerke Burgruine Geyersburg Senftenschlössle Überreste der ehemaligen Ziegelei Übrigshausen (Trockenhallen) Überreste der ehemaligen Haller Landheeg im Überhäuhölzle nordwestlich und im Eichhölzle nördlich von Brachbach; westlich des Weilers stand früher nahe an einem Straßendreieck der Brachbacher Landturm, einer der wenigen großen Einlässe in die Landheeg, von dem aber zumindest oberirdisch nichts erhalten ist.

Persönlichkeiten Die bekannte Schreinerfamilie Rößler stammt aus Untermünkheim. Johann Heinrich Rößler (1751–1832) begründete dort eine Schreinerwerkstatt, die der Sohn Johann Michael Rößler (1791–1849) ab 1818 fortführte. Die beiden weiteren in Untermünkheim geborenen Söhne Johann Georg Rößler (1785–1844) und Johann Friedrich Rößler (1796–1863) gründeten an anderen Orten eigene Werkstätten. Die bemalten Bauernmöbel aus den Rößler-Werkstätten gelten als stiltypisch für Hohenlohe und das Haller Umland.

Der Philologe und Direktor der königlichen Ministerialabteilung für die höheren Schulen in Stuttgart Adolf von Rapp (1841–1905) wurde in Enslingen geboren.

Literatur Topographische Karte 1:25.000 Baden-Württemberg, als Einzelblatt Nr. 6824 Schwäbisch Hall

Weblinks

Karte der Gemeinde Untermünkheim auf: Karte der Gemeinde Untermünkheim auf: Messtischblatt 6824 Hall von 1930 in der Deutschen Fotothek

Einzelnachweise und Anmerkungen Ein auf einer heutigen Karte als Züttenheimat, auf einer älteren als Sittenheimat bezeichnetes Gewann liegt am Südrand der Übrigshausener Teilgemarkung wenig östlich des Kupfermoors an diesem entfließenden Kupfermoorbach.

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