Rothenkirchen (regional Ruotnkerng) ist ein Gemeindeteil des Marktes Pressig im oberfränkischen Landkreis Kronach in Bayern.

Geografie Der ehemalige Markt Rothenkirchen liegt an der Haßlach und an dem Landleitenbach, der innerorts als rechter Zufluss in die Haßlach mündet. Der Buchbach fließt unmittelbar westlich des Ortes vorbei und mündet im Süden bei Pressig ebenfalls als rechter Zufluss in die Haßlach. Die drei Flüsse bilden ein breites Tal, überwiegend aus Acker- und Grünland und Siedlungsflächen bestehend. Im Osten und Norden schließen sich Erhebungen des Frankenwalds an (Galgenberg: , Teuschnitzer Berg: ).

Die Bundesstraße 85 verbindet mit Förtschendorf (3,6 km nordöstlich) bzw. mit Pressig (1,6 km südlich). Die Kreisstraße KC 9 führt nach Buchbach (7,3 km nördlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Brauersdorf zur Kreisstraße KC 17 (0,7 km südöstlich) und nach Friedersdorf (1,3 km nordwestlich).

Geschichte Rothenkirchen wurde erstmals 1187 urkundlich erwähnt. 1377 wurden dem Ort die Marktrechte verliehen.Geschichte und Gemeindeteile auf der Website pressig.de

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bildete Rothenkirchen mit Hessenmühle und Obere Mühle eine Realgemeinde, bestehend aus 82 Anwesen (10 Güter, 6 halbe Güter, 21 Söldengüter, 1 Wirtshaus mit Nebenhaus, 42 Tropfhäuser, zwei Mahl- und Schneidmühlen). Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Teuschnitz aus, die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Vogteiamt Rothenkirchen. Die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das Kastenamt Rothenkirchen. Neben den Anwesen gab es ein Amtshaus mit altem Schloss, ein Forsthaus, eine Pfarrkirche, einen Pfarrhof, ein Schulhaus, ein Gemeindehirtenhaus, ein Gemeindebräuhaus und ein Armenhaus.H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 502. Unter Einberechnung der herrschaftlichen, kirchlichen und kommunalen Gebäude werden abweichend 88 Anwesen als Gesamtzahl angegeben.

Infolge der Säkularisation kam der Ort 1803 zu Bayern. Mit dem Ersten Gemeindeedikt wurde 1808 der Steuerdistrikt Rothenkirchen gebildet, zu dem Haidelsmühle, Hessenmühle, Kohlesmühle, Obere Mühle, Pressig und Romigsschneidmühle gehörten. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Rothenkirchen, zu der Hessenmühle und Obere Mühle gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Teuschnitz zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Rothenkirchen, 1919 in Finanzamt Rothenkirchen umbenannt. 1837 wurde Rothenkirchen dem Landgericht Ludwigsstadt zugewiesen. Von 1862 bis 1880 und von 1888 bis 1931 gehörte Rothenkirchen zum Bezirksamt Teuschnitz, von 1880 bis 1888 und ab 1931 zum Bezirksamt Kronach, 1939 in Landkreis Kronach umbenannt. Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Ludwigsstadt, 1879 in Amtsgericht Ludwigsstadt umbenannt, das 1956 eine Zweigstelle des Amtsgerichts Kronach wurde. Die Finanzverwaltung übernahm 1929 das Finanzamt Kronach.H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 591. Die Gemeinde hatte ursprünglich eine Fläche von 5,071 km², die sich durch die Umgemeindung von Rauschenberg auf 5,021 km² verringerte.

Am 1. Januar 1971 wurde Brauersdorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Rothenkirchen eingemeindet. Am 1. Mai 1978 wurde die Gemeinde Rothenkirchen in Pressig eingegliedert.

Baudenkmäler In der Liste der Baudenkmäler in Pressig sind für Rothenkirchen aufgeführt. Burg Rothenkirchen Katholische Pfarrkirche St. Bartholomäus 18 weitere Baudenkmäler (ehemaliges Forsthaus, Gasthaus zum Schwarzen Adler, Pfarrhaus, ehemaliges Amtshaus, Forstamtsgebäude u. a.)

Einwohnerentwicklung Gemeinde Rothenkirchen Jahr 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 599 612 629 655 679 726 686 794 765 777 735 763 788 842 891 978 987 1020 1370 1438 1397 1278 1290HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 wurden diese als „Wohngebäude“ bezeichnet. 101 114 114 112 135 168 179 Quelle

Ort Rothenkirchen Jahr 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2018 2020Einwohner 484 638 703 753 733 937 1398 1250 1265 1108 1058 1022Häuser 92 112 110 133 166 177 277 Quelle , abgerufen am 12. September 2018.

Religion Der Ort ist römisch-katholisch geprägt und Sitz der katholischen Pfarrei St. Bartholomäus.H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 502.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Geographie (Pressig) Kategorie:Ort im Landkreis Kronach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kronach) Kategorie:Ehemaliger Markt in Bayern Kategorie:Ersterwähnung 1187 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978